Lohnt sich das?
Nach dem Hören dieser neuen Weihnachts-CD werden wohl alle Hörerinnen und Hörer ihr eigenes Urteil fällen. Und das dürfte sehr unterschiedlich ausfallen. Auch mir fällt eine Bewertung nicht leicht. Licht und Schatten liegen dicht beieinander. Über den „Schatten“ zu schreiben, fällt mir nicht leicht, weil ich weiß, dass ich eine ganz persönliche Ansicht vertrete, die andere Personen so ggf. nicht teilen. Das Positive: Es ist wieder einmal erfreulich, dass man unbekannten, vernachlässigten Werken neue Aufmerksamkeit schenkt. Neue musikalische Pfade sind häufig besonders spannend. Dann ist es erfreulich, dass sich immer wieder Ensembles finden, die Aufführungen und Aufnahmen vorbereiten und sich in den Dienst dieser Sache stellen. Respekt! Und die sind in der Regel sehr engagiert und virtuos bei der Sache. Das gilt auch für diese Aufnahme. Damit enden jedoch schon meine positiven Anmerkungen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Auch der sei benannt: Ob sich die Aufnahmen dieser fünf Weihnachtskantaten des Händel-Lehrers Zachow lohnen, ist auch Geschmacksache. Für mich fallen sie in der musikalischen Qualität doch sehr hinter die „Großen“ der Zunft zurück. Vielleicht hätte eine echt einzigartige Interpretation die Sache retten können. Aber auch die liegen m.E. aus zwei Gründen nicht vor. Ich weiß nicht, wo Dirigent Klapprott seine Trompeter her hat. Die hatten jedenfalls wohl nicht ihren besten Tag. Und dann Bassist Dominik Wörner. Er mag ja seine Fans haben. Ich bin keiner! Seine Stimme ist einfach „alt“ geworden und sticht auch aus dem Ensembleklang heraus. Er hat wohl doch seine besten Jahre hinter sich.
Ansonsten liefert Klapproth mit seinen Thüringern seine solide Leistung ab. Aber eben nicht Spitze, die erforderlich gewesen wäre, um Zachows Werke zu retten. Aufnahmetechnik und Bookletqualität sind in Ordnung. Deshalb: Eine CD für „Entdecker“!