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    gemi:re Top 25 Rezensent

    Aktiv seit: 31. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 5364

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    631 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Sheila Arnold,Klavier

    Sheila Arnold,Klavier (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.10.2010
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    durchformulierter brahms

    sheila arnold, keine pianistin 'öffentlichen bewusstseins' wie manch andre aus asien, und keine label-exponentin, setzt wieder ein sehr ernsthaftes zeichen eines strukturell klar-disponierten und differenziert ausgehörten klavierspiels mit ihren
    brahms-interpretationen der jugendlich-stürmischen 3ten sonate (weniger als 10 min.! zum ausschweifenden ugorski) und den intermezzi, die eben giocoso und risoluto bezeichnet sind und hier auch so klingen wie bei der argerich, fern von grabesstarre.
    und clara schumanns romanze erklingt mit gefühlvoll romantischem touch, bewegt, ohne über-lastendes sentiment.
    brahms und schumann, der 'hoffmannesque', klangen noch nie so 'familiär' wie hier in der brahms-sonate zur 'kreisleriana'.
    bitte mehr von sheila arnold ! - deren chopin-einspielung mich bereits erfreute und überzeugte.
    Yuja Wang - Transformation

    Yuja Wang - Transformation (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.10.2010
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    wang als piano-paganini

    yuja wang, der neue 'universal'-star beim gelblabel, spielt so 'leichterhand musik, die andre eher einschüchtert' und erringt sogleich mit ihrem neuen, zweiten cd-recital 'transformation' höchste beachtung wie 'aufnahme des monats' im july-gramophone, so dort zu lesen.
    obendrein ist sie durch abbados dirigat des prokoviev-konzerts beim lucerne-festival geadelt;
    und wenn nicht dort, wo sollte man noch mehr publizität erlangen?
    da müssen sich all die andren new-shooter der piano-szene warm anziehen, wenn der scharfe konkurrenz-wind durch die marketing-etagen pfeift.

    und die junge frau wang beweist wirklich wie mühelos, dass sie sog. 'virtuosenfutter' - zumindest spieltechnisch - gewachsen ist, auch all die 'kleinen noten' spielen kann mit aplomb, weshalb es manchmal im diskant etwas verklimpert-klirrend klingt.
    steinway oder eine frage der aufnahmetechnik, jedenfalls ist das alles rein pianistisch durchaus erstaunlich rasant, für manche pr-leute gar atemberaubend.

    auch musikalisch empfinde ich manches gleichermassen atemlos und unangemessen flink und ohne gescheite phrasierung akzentlos abgespult.
    natürlich fehlt die lange vergleichende erfahrung und einsicht ins komponierte -
    aber brahms eigene variationen des paganini-kunststückchens, sollten bei aller spielfreudigen emphase dennoch als brahms-spiele hörbar bleiben und nicht vom finger-akrobatischen
    firlefanz der paganini-geige 'transformiert' werden.
    als serösen, zugegeben grossen vergleich (neben michelangeli, richter live) möchte ich den damals noch jungen (und leider früh verstorbenen), hochvirtuosen julius katchen anführen, der brahms variationen bei schneller temponahme um so viel ausdrucksvoller und auch ungemein rhythmisch-nuanciert gespielt hat.
    auch die scarlatti-zugaben klingen vergleichsweise beim alten horowitz gar nicht altherren-haft, sondern forsch und musikalisch mehr belebt.

    wangs ist sicherlich eine höchst brilliant gespielte klavieraufnahme, technisch makellos, jedoch musikalisch wenig vielfarbig und m.e. künstlerisch überbewertet.
    Klaviersonaten Nr.30-32

    Klaviersonaten Nr.30-32 (SACD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.10.2010
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    2 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    beethoven unter schwerblütiger last

    wer beethovens altersweise resumierende sonaten-trias (opp.109-111) von vergleichbar altersweise erfahrenen beethoven-pianisten wie u.a. gilels, serkin (auch live, dgg) oder richter (auch live, philips) - des klangtechnischen wg.- vergleichend gehört hat bzw. kennt, weiss die dramatische präsenz, die rhetorische (überzeugungs)kraft ihrer durchaus verschiedenen,
    aber immer passionierten, die dynamischen kontraste klar formulierenden spielweisen und ihre rhythmische konsistenz als massstäblich zu schätzen.
    (der alte schnabel, die jüngeren aussen vor).

    hört man frau leonskaja, bekannt als feinsinnige schubert und brahms interpretin, mit ihrer ersten beethoven einspielung, vermisst man diesen distinktiven, dramatisch-dynamischen ausdruckswillen. sie präferiert eine subjektiv -'romantische' nivellierung und eine m.e. inadäquate poetisierung des beethovenschen dramas, untypisch einseitig.
    ihre tempi sind entsprechend langatmig schwingend, jedoch leider auch schwerfällig bzw. zu gewichtig gespielt.
    ein vergleich mit richter, ihrem lehrer und partner bis ende der 70er lässt aufhorchen - da ist richter doch den weg der konzentration-reduktion aufs wesentliche gegangen, während leonskaja ins romantisierend-rhapsodische ausdehnende driftet.
    leider wird diese interpretation im klanglichen noch von der aufnahmetechnik und der wahl des instruments unterstützt: ein restaurierter alter steinway von 1901 mit gedecktem, voluminösem klang und wenig (diskant-)artikulation, nur im leisen wirklich
    fein klingend.

    eine (zu) seriöse, gewichtige und sehr einseitig-willkürlich poetische interpretation, die ich nur als nicht notwendiges korrektiv 'klassischer' einspielungen empfehlen würde.
    Klavierkonzerte Nr.1-5

    Klavierkonzerte Nr.1-5 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.10.2010
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    beethoven feinsinnig-moderat

    paul lewis, der pianist und die bbc-musiker aus england haben unter jiri belohlavek, dem prager 'chef-dirigenten' die beethoben konzerte für >harmonia mundi< sehr klangschön eingespielt, wie lewis zuvor alle klaviersonaten.
    und sie vermeiden, vor allen der sensible solist, artikulatorisches 'draufgängertum' -
    von haydns-ursprung, concerti 1-3, bis zu beethovens-reife, concerti 4-5, klingt alles sehr moderat, eher zurückgenommen als expressiv artikuliert im ausdrucksradius feinsinniger klassizität klangschön präsentiert - und die h.m.-technik minimiert auch
    allzu solistische prägnanz.
    ein beethoven für den feingeist, der keine historisierend-aufklärerischen akzente, aber ausbalancierte, klassisch-romantizierende feinzeichnung mag.

    eine feine gesamtaufnahme der klavierkonzerte, die vielen gefallen, wenigen jedoch die brisanz der grösse beethovens vorstellen wird.
    Klavierkonzerte Nr.1 & 3

    Klavierkonzerte Nr.1 & 3 (SACD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.09.2010
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    beethoven zeitgemäss

    man muss bei der auswahl des instrumentariums nicht unbedingt dogmatisch sein, eigentlich reicht der aufgeklärte, historisch informierte geist oder die mentalität der musiker, beethoven seiner zeit gemäss zu spielen.
    ronald bräutigam und andrew parrott sind ausgewiesene und versierte musiker der sog. originalklang-bewegung,
    die auch ohne originalklang-instrumente einen lichten und strukturbetonten klang realisieren können, ohne philharmonische breitwand klangpolitur.
    durchaus werkgerecht, obschon der kleine steinway-d und das
    norrköping symphony orchestra sehr klangschön und in den lautstärkegraden austariert klingen, ohne titanenhafte klangmassierung, sondern prägnant rhythmisch und agogisch kleinteilig ausgehört und artikuliert.
    dies ist eine moderne, historisch informierte und praktizierte einspielung ersten ranges, aus einem musikalischen geist.
    wie wohl die walther-pianoforte kopie, die bräutigam für seinen exzellenten sonaten-zyklus einsetzte, orchestral eingebunden geklungen hätte ?
    jedoch live klang bräutigam im originalklang der >anima eterna< musiker solistisch sehr >unterbelichtet<, und die biss-tonmeister wollten wohl ein klangbalance-desaster wie bei gardiner-levine vorab vermeiden.
    beethoven-bräutigam-parrott, dazu im hervorragenden klang der biss-tontechnik, bieten altbekanntes hörenswert neu, auch toleranten originalklang-spezialisten.
    Klavierkonzerte Nr.1-5

    Klavierkonzerte Nr.1-5 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    31.08.2010
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    klangsinnlich austarierter, seriöser beethoven

    nach heutigen ver-wertungsmassstäben ist dies ein klassik-oldie der späten (19)80er - aber nur in der draufsicht. denn künstlerisch-
    interpretatorisch wie klangtechnisch ist diese einspielung durchaus
    up-to-date, kann sie sogar neben neueren allemal bestehen.
    perahia wie haitink waren nie musikalisch exzentrische gipfelstürmer
    über der seriösen darbietung der musik, die sie stellenweise zu
    ernst nehmen. neben dem pianistisch-agogischen feinschliff fehlt
    manchmal der draufgängerische akzent, vermisst man attacke, die
    doch nicht beethoven-untypisch ist, wenn plausibel phrasiert.
    jedoch, hier gibt es auch keine unbedachten belanglosigkeiten, alles
    klingt stimmig balanciert.
    für den schnäppchen-preis ist das fehlende booklet dieser neu-kom-
    pilation verständlicherweise vernachlässigbar.
    eine nach wie vor erstrangige einspielung der klavierkonzerte.
    626 bis 631 von 631 Rezensionen
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