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    Elchi130 Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 21. September 2018
    "Hilfreich"-Bewertungen: 23

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    239 Rezensionen

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    Hold Me - New England School of Ballet

    Anna Savas
    Hold Me - New England School of Ballet (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.03.2023

    Schöne Geschichte, trotz mancher Klischees

    Als Zoey an der New England School of Ballet anfängt, trifft sie Jase wieder. Jase, der einst der beste Freund ihres Bruders war und mit dem sie alle ihre Wahrheiten teilte. Als er ihr als Tanzpartner zugeteilt wird, ist klar, dass sie einen Weg finden müssen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, um die Gegenwart gemeinsam zu meistern,
    Beim Lesen ist für mich die besondere Verbindung zwischen Zoey und Jase sofort spürbar. Die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach. Umso mehr fragte ich mich, was wohl zuvor passiert ist, dass die beiden keinen Kontakt mehr zueinander hatten, als Zoey an der Ballettschule anfängt. Sofort wünschte ich mir, dass die beiden schnell wieder zusammenfinden
    Schnell war ich ein wenig enttäuscht. Denn es wirkte zu Beginn so, als hätten wir hier das typische Traumpaar, das nicht zueinander finden kann, weil sie nicht offen und ehrlich miteinander reden. Dieses Problem ist in vielen Liebesgeschichten das Hauptproblem. Es gibt einen großen Elefanten im Raum, der von beiden umkreist wird, der für die Spannungen verantwortlich ist, aber von beiden nicht benannt und schon gar nicht beseitigt wird. Ein wenig ist dies bei „Hold me“ von Anna Savas auch der Fall. Doch zum Glück nicht ganz so übertrieben, wie in vielen anderen Liebesromanen.
    Meine zweite Befürchtung war, dass die intrigante, manipulative Gegenspielerin dafür sorgt, dass die Situation für die Protagonisten unerträglich wird und diese in eine aussichtslose Lage gedrängt werden. Doch auch hier hat die Autorin zum Glück nicht die Intrigen, Manipulationen und Triumphe der Bösen in den Mittelpunkt der Handlung gestellt. Dadurch gab es zwar eine Gegenspielerin, die jedoch den Verlauf der Geschichte nicht komplett bestimmt hat.
    Punkten konnte Anna Savas bei mir mit vielen sehr sympathischen Figuren, die ich gerne in der Realität treffen würde. Besonders Jase konnte mich mit seiner empathischen und fürsorglichen Art, seinem sechsten Sinn und behutsamen Umgang mit Zoey für sich einnehmen.
    Die Geschichte wird zum einen aus der Sicht von Zoey und Jase erzählt. Das fand ich sehr schön, weil man dadurch die Gefühle und Gedanken beider Figuren kannte. Zum anderen gibt es zwei Erzählstränge. Das ist die Gegenwart, in der die beiden Hauptfiguren an der Ballettschule sind und versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Es gibt jedoch auch einen Erzählstrang, der in Einschüben die Ereignisse von vor einem Jahr erzählt. So erfahren wir, was Zoey und Jase auseinandergetrieben hat, aber auch, wie sie sich nun wieder annähern.
    Ich habe mich von dem Buch sehr gut unterhalten gefühlt. Ich war sehr neugierig auf die Geschichte der beiden und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Sowohl Jase als auch Zoey sind mir Seite um Seite ans Herz gewachsen. Es war sehr schön, ihre Geschichte zu lesen. Ich hoffe, sie kommen auch in den weiteren Teilen über die New England School of Ballet von Anna Savas immer mal wieder vor.
    Keeland, V: Perfect Player

    Vi Keeland
    Keeland, V: Perfect Player (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.03.2023

    Das Buch hat mich über weite Teile gut unterhalten

    Alex Sullivan erbt zu gleichen Teilen wie sein Onkel Levi Miller, ein berühmter Quaterback, die kleine Pension Palm Inn von seinem Urgroßvater. Diese steht in Beaufort, der Heimatstadt seiner Mutter Presley. Presley kehrt mit ihrem Sohn von New York nach Beaufort zurück, um die Pension zu renovieren, zu betreiben und zu einem Zuhause für sich und Alex zu machen. Levi dagegen möchte die Pension an ein Bauunternehmen verkaufen, um sich dieser Last zu entledigen. Doch Presley kämpft um ihre Zukunft und die ihres Sohnes.

    Die beiden Autorinnen Vi Keeland und Penelope Ward schaffen es, der Handlung im Großen und Ganzen einen realistischen Anstrich zu verpassen. Presley ist eine erwachsene, kluge und mutige alleinerziehende Mutter, die mit ihrem Sohn einen Neuanfang wagt. Levi ist erfolgreich, aufgeschlossen und besitzt emotionale Intelligenz. Die prickelnde Chemie zwischen den beiden ist von Anfang an deutlich zu spüren.

    Als Gegengewicht zu den beiden kommt Presleys Ex-Partner Tanner, der Vater ihres Sohnes und Bruder von Levi ins Spiel. Nachdem er seine Football-Karriere als Profisportler aufgrund einer Verletzung an den Nagel hängen musste, befindet er sich in einer Krise. Er betrügt Presley, vernachlässigt seinen Sohn Alex, ist spielsüchtig und jammert sich durchs Leben. Doch auch die Mutter von Tanner und Levi mischt sich in die aufkeimenden Gefühle von Levi und Presley ein. Beide Figuren habe ich als übergriffig und manipulativ empfunden. Besonders im letzten Drittel des Buches haben sie mir den Spaß an der Geschichte verdorben.

    Meine Lieblingsfigur in diesem Buch ist eindeutig Levi. Er ist positiv, strahlend, trägt sein Herz an der richtigen Stelle und ist einfach ein netter Mensch. Presley ist mir dagegen oft zu zögerlich. Sie setzt keine deutlichen Grenzen, versucht immer wieder, sich eine Option offen zu halten und verdrängt ihre Bedürfnisse häufig, statt sich damit auseinanderzusetzen.
    Insgesamt hat mich die Geschichte gut unterhalten. Der Sex stand mir zu sehr im Mittelpunkt. Da Presley einen kleinen Sohn hat und Levi sich viel Zeit mit ihm nimmt, hätten sich auch Familienszenen statt Sexszenen angeboten. Da letztere nicht zu ausführlich waren, haben sie sich jedoch harmonisch in die restliche Handlung eingefügt.

    Gut hat mir gefallen, dass die Autorinnen keine übertriebene Dramatik genutzt haben, um die Handlung voranzutreiben. Das Geschehen wirkte stets realitätsnah. Dadurch hat das letzte Drittel des Buches jedoch eine Schwere erhalten, die ich als intensiver empfunden habe als die sonst übliche übertriebene Szene, die für einen Knall in der Beziehung sorgt. Dadurch haben sich die leichten, schönen Gefühle, die im Laufe der Handlung bei mir als Leserin aufgebaut wurden, leider verflüchtigt und konnten auch am Ende nicht wieder komplett hergestellt werden.
    Der Weg ins Feuer

    Kathleen Kent
    Der Weg ins Feuer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.02.2023

    Es ist schmerzhaft, Betty auf ihrem Weg zu begleiten

    Die Drogenfahnderin Betty Rhyzyk hat ihre Entführung überlebt. Doch sie kämpft auch Monate danach noch mit den seelischen und körperlichen Wunden. Kaum ist sie wieder im Dienst, werden in Dallas eine Reihe von Dealern umgebracht. Es gibt das Gerücht, dass der gefürchtete Vollstrecker eines Drogenkartells in der Stadt ist und seinen Opfern die Haut vom Leibe schält. Doch er scheint nicht der Einzige zu sein, der es auf das Leben von Dealern abgesehen hat. Angeblich erschießt auch ein Polizist gezielt einige von ihnen.

    Das Buch „Der Weg ins Feuer“ schließt einige Monate nach Bettys Rettung an. Endlich darf sie ihren Dienst im Drogendezernat von Dallas wieder aufnehmen. Ihr neuer Chef, der ehemalige Mordermittler Marshall Maclin, verdonnert sie jedoch zum Innendienst. Doch Betty Rhyzyk wäre nicht Betty Rhyzyk, wenn sie sich an Anordnungen und Regeln halten würde.

    In diesem Buch erleben wir Betty als nach wie vor traumatisiert. Sie befindet sich in einer Abwärtsspirale. Mir ist es sehr schwer gefallen, ihr bei ihrem selbstzerstörerischen Verhalten zuzusehen. Doch sie lernt auf diesem Weg neue Menschen kennen, denen sie hilft, die ihr helfen, die ihr näher kommen. Es war schön zu lesen, wie sie sich ein Netzwerk aus Helfern, Verbündeten und Freunden aufbaut.

    Die Kriminalgeschichte fand ich wieder spannend. Obwohl die manchmal sehr in den Hintergrund gerutscht ist. Denn im Mittelpunkt des gesamten Buches steht Betty Rhyzyk. Insgesamt hat mir das jedoch gut gefallen. Wir waren immer einen Schritt neben ihr und wussten alles, was sie auch weiß. Ich hoffe, wir werden noch viele Fälle mit ihr lesen können.

    Wie bereits bei Band 1 war mir die Sprache teilweise zu schlicht. Bei den Dialogen waren auch im zweiten Band wieder einige zum Fremdschämen dabei. Ich vertraue einfach darauf, dass die Autorin mit steigender schriftstellerischer Erfahrung auch hier besser wird.
    McCurdy, J: Chroniken von Lunis - Wächterin des Lichts (Die

    Janelle McCurdy
    McCurdy, J: Chroniken von Lunis - Wächterin des Lichts (Die (Div.)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    19.02.2023

    Tolle Sprecherin, aber der Inhalt hat Luft nach oben

    Der König der Finsternis möchte sich aus der Verbannung befreien und endlich an die Macht kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, überfallen seine Anhänger die Stadt Nubis. Zusammen mit ihrem Bruder Lucas, ihrem besten Freund T.J. und ihrer Ausbilderin Jada macht sich Mia auf den Weg nach Stella, um bei ihren Großeltern und der Königin Hilfe zu erbitten.

    Mich hat vor allem die Sprecherin Chantal Busse begeistert. Sie liest das Hörbuch unglaublich facettenreich und passt perfekt zur Handlung und den Figuren. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihr zu lauschen.

    Leider konnte mich der Inhalt von „Wächterin des Lichts: Die Chroniken von Lunis 1“ nicht ganz so überzeugen wie die Sprecherin des Hörbuchs. Am meisten Probleme hatte ich mit der weiblichen Hauptfigur Mia und ihrem jüngeren Bruder Lucas. Lucas quengelte sich gefühlt durch fast das gesamte Buch. Mia wurde laufend von ihrer Wut übermannt und machte dann stets das Gegenteil von dem, was die anderen wollten. Beides hat mich ungemein genervt.

    Zudem waren die Kinder immer wieder stärker als die Bösen und konnten ihnen mit Leichtigkeit entkommen. Das fand ich einfach völlig unglaubwürdig. Die Erwachsenen haben keine Chance gegen die bösen Anhänger des Königs der Finsternis. Aber ein paar ungeübte Kinder bzw. Jugendliche kommen spielend gegen sie an.

    Zwischendurch gab es auch immer wieder Szenen, die mir einfach zu langweilig waren. Ich will aber nicht ungerecht sein. Möglicherweise wurden diese eingebaut, um die Zielgruppe, Kinder ab 10 Jahren, nicht durch ein zu hohes Tempo zu überfordern.

    Insgesamt war die Geschichte nett, hat jedoch noch deutlich Luft nach oben. Ich denke nicht, dass ich die weiteren Teile der Reihe lesen bzw. hören werde.
    Berry, F: Northern Spy - Die Jagd

    Flynn Berry
    Berry, F: Northern Spy - Die Jagd (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    19.02.2023

    Interessantes Thema, uninteressant erzählt

    Die BBC-Journalistin Tessa aus Belfast sieht im Fernsehen, wie ihre Schwester Marian als IRA-Mitglied an einem Raubüberfall beteiligt ist. Für sie bricht eine Welt zusammen. Sie ist davon überzeugt, dass Marian zur Teilnahme gezwungen wurde und teilt dies auch so der Polizei mit. Nach und nach erfährt sie dann jedoch die Wahrheit über ihre Schwester und die IRA…

    Als politisch interessierte Leserin finde ich das Thema Nordirland, IRA und der Umgang der Bevölkerung mit der Gewalt in ihrem Alltag sehr spannend. Doch schnell musste ich feststellen, dass ich die Aufarbeitung des Themas in diesem Buch zäh und langweilig fand. Zu Beginn dachte ich, dass das wahrscheinlich an der Erzählperspektive liegt. Tessa ist gegen die Gewalt in ihrem Land und auch ihre Schwester hat sich immer dementsprechend geäußert. Als sie Marian als Mitglied der IRA bei einem Überfall sieht, kann sie dieses Ereignis daher auch nicht mit der Schwester in Verbindung bringen, die sie kennt und der sie nahesteht. Nur langsam kann sie sich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass ihre Schwester nicht die ist, für die sie sie gehalten hat. Diese Perspektive hätte auch spannend sein können, war sie in dem Buch jedoch nicht. Immer wieder geht es um den Alltag von Tessa, ihre Sorgen und Nöte als alleinerziehende Mutter, ihr Verhältnis zu ihrer Mutter, ihre Arbeit bei der BBC.

    Daher stellte sich mir die Frage, ob die Erzählung aus Marians Perspektive vielleicht spannender gewesen wäre. Im weiteren Verlauf der Geschichte bin ich jedoch zu der Antwort gelangt, dass auch das nicht der Fall gewesen wäre. Denn wir treffen im Laufe der Erzählung auf die IRA und können ein wenig Einblick in ihr Inneres nehmen. Doch auch das war nicht unterhaltsamer.

    Der Autorin Flynn Berry gelingt es einfach nicht, mich mit ihrem Roman zu fesseln. Genauso wenig schafft sie es, eine Verbindung zwischen ihren Figuren und mir aufzubauen. Es ist mir völlig egal, ob die beiden Frauen lebend aus der Geschichte herauskommen, von der IRA hingerichtet oder von der Polizei gefasst werden. Ich finde beide Personen nicht sonderlich sympathisch, sie sind mir schlichtweg egal. Das Ende des Buches habe ich inhaltlich als sehr dilettantisch empfunden und hege die Hoffnung, dass die Wirklichkeit professioneller ist.

    Fazit: Ein Buch, das ein spannendes Thema behandelt, dieses jedoch uninteressant erzählt. Kann man lesen, muss man jedoch nicht.
    Stiller, R: Almost True Crime 1: Wer nicht liebt, muss sterb

    Ruth Stiller
    Stiller, R: Almost True Crime 1: Wer nicht liebt, muss sterb (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    19.02.2023

    Ich fühle mich vom Titel der Reihe aufs Glatteis geführt

    Die introvertierte Maja zieht sich vollkommen zurück, nachdem ihre beste Freundin weggezogen ist. Erst als die extrovertierte Jessie neu in ihre Klasse kommt, gelingt es dieser, Maja wieder aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen. Die beiden Mädchen stammen aus vollkommen unterschiedlichen Verhältnissen, was schnell zum Problem wird. Obwohl sie sehr verschieden sind, ergänzen sie sich jedoch gut. Maja glaubt, in Jessie ihre große Liebe gefunden zu haben und möchte alles mit ihr teilen…

    Der Autorin Ruth Stiller gelingt es sehr gut, uns die beiden Mädchen nahe zu bringen. Die unterschiedlichen Lebenssituationen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden sehr gut herausgearbeitet. Als Leserin gelingt es mir sehr gut, mich sowohl in Maja als auch in Jessie hineinzuversetzen.

    Der Schreibstil ist sehr realistisch. Genau so könnte ich mir die Situation, das Leben, die Liebe und Konflikte junger Menschen vorstellen. Dadurch, dass man als Leser weiß, dass ein Unglück geschehen wird, habe ich beim Lesen die ganze Zeit eine Bedrohung wahrgenommen, die über allem schwebt. Das hat zum einen für Spannung gesorgt, zum anderen ist mir das Lesen dadurch jedoch auch schwergefallen. So gerne hätte ich eingegriffen, um den beiden Mädchen zu helfen und fühlte mich doch machtlos.

    Aufgrund des Titels der Reihe „Almost True Crime“, wobei der Begriff „True Crime“ noch einmal extra optisch hervorgehoben ist, bin ich davon ausgegangen, dass das Verbrechen, um das es in dem Buch geht, wirklich so verübt wurde. Letztlich musste ich jedoch feststellen, dass es sich bei der Bezeichnung der Reihe nur um eine Marketingidee handelt. Die Autorin hat von einem Verbrechen von einem Jugendlichen an einem anderem gelesen und daraus ist die Idee zu diesem Buch entstanden. Bei dem Inhalt des Buches handelt es sich um Fiktion. Als Leserin fühle ich mich daher getäuscht. Zudem gehe ich davon aus, dass Autoren häufiger über etwas lesen und daraus die Idee bzw. Grundlage für ihr Buch entsteht, ohne dass es deshalb direkt mit dem Schlagwort „True Crime“ betitelt wird.

    Inhaltlich finde ich das Buch sehr gelungen. Die Geschichte rüttelt auf und regt zum Nachdenken an. Das passiert, weil sie eben so oder ähnlich hätte passieren können. Die Probleme der Mädchen, das Versagen der Erwachsenen, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Personen und die Spirale, die in Gang gesetzt wurde, sind sehr gut ausgearbeitet worden. Der Autorin ist es gut gelungen, ein schwieriges Thema spannend und glaubhaft rüberzubringen. Ohne den schlechten Geschmack im Mund, den die Marketingkampagne bei mir hinterlassen hat, wäre meine Gesamtwertung bestimmt besser ausgefallen. So hat ein Plus und ein Minus nur für eine mittlere Bewertung gereicht.
    Flüsterwald - Eine neue Bedrohung. Die versteinerten Katzen. (Flüsterwald, Staffel II, Bd. 2)

    Andreas Suchanek
    Flüsterwald - Eine neue Bedrohung. Die versteinerten Katzen. (Flüsterwald, Staffel II, Bd. 2) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.02.2023

    Rundum gelungene Fortsetzung

    Lukas, Ella und ihre Freunde können endlich in den Katzenwald reisen, um auf den Hilferufe der völlig verwahrlosten Katze zu reagieren, die in ihrem Flüsterwald gelandet ist. Schnell wird klar, dass die böse Magierin im Katzenwald am Werk war. Die fünf Gefährten finden die Katzen versteinert vor. Ihnen ist sofort klar, dass sie dringend helfen müssen. Doch das ist leichter gesagt als getan.

    Der neue Band der Flüsterwald Reihe „Die versteinerten Katzen“ ist der zweite Band der zweiten Staffel. Für mich ist es mein bisheriger Lieblingsteil der Reihe. Es stimmt einfach alles. Der Autor Andreas Suchanek lässt seiner überbordenden Fantasie wieder freien Lauf. Wie immer gibt es zahlreiche Wendungen, die ich nicht vorhergesehen habe. Beides sorgt dafür, dass die Geschichte spannend, unterhaltsam und abwechslungsreich ist.

    Die uns bekannten Figuren haben mir auch super gefallen. Besonders gut fand ich, dass der Menok Rani zwar nach wie vor ein großer Aufschneider ist, alles besser weiß und kein Fettnäpfchen auslässt. Er ist jedoch nicht mehr so gemein wie im letzten Teil. Da kam er mir schon fast bösartig und gehässig vor. In dem aktuellen Buch konnte ich mich wieder sehr darüber amüsieren, wie weit seine Eigenwahrnehmung von der Fremdwahrnehmung aller anderen abweicht.

    Insgesamt haben jedoch alle fünf ihre Stärken einsetzen können und die Mission vorangebracht. Am Ende liefert uns der Autor einen Ausblick auf den nächsten Band. Ich bin sehr gespannt, wohin es die Freunde und damit auch mich als Leserin dann verschlägt.
    Flüsterwald - Eine neue Bedrohung. Die versteinerten Katzen. (Flüsterwald, Staffel II, Bd. 2)

    Andreas Suchanek
    Flüsterwald - Eine neue Bedrohung. Die versteinerten Katzen. (Flüsterwald, Staffel II, Bd. 2) (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.02.2023

    Rundum gelungene Fortsetzung

    Lukas, Ella und ihre Freunde können endlich in den Katzenwald reisen, um auf den Hilferufe der völlig verwahrlosten Katze zu reagieren, die in ihrem Flüsterwald gelandet ist. Schnell wird klar, dass die böse Magierin im Katzenwald am Werk war. Die fünf Gefährten finden die Katzen versteinert vor. Ihnen ist sofort klar, dass sie dringend helfen müssen. Doch das ist leichter gesagt als getan.

    Der neue Band der Flüsterwald Reihe „Die versteinerten Katzen“ ist der zweite Band der zweiten Staffel. Für mich ist es mein bisheriger Lieblingsteil der Reihe. Es stimmt einfach alles. Der Autor Andreas Suchanek lässt seiner überbordenden Fantasie wieder freien Lauf. Wie immer gibt es zahlreiche Wendungen, die ich nicht vorhergesehen habe. Beides sorgt dafür, dass die Geschichte spannend, unterhaltsam und abwechslungsreich ist.

    Die uns bekannten Figuren haben mir auch super gefallen. Besonders gut fand ich, dass der Menok Rani zwar nach wie vor ein großer Aufschneider ist, alles besser weiß und kein Fettnäpfchen auslässt. Er ist jedoch nicht mehr so gemein wie im letzten Teil. Da kam er mir schon fast bösartig und gehässig vor. In dem aktuellen Buch konnte ich mich wieder sehr darüber amüsieren, wie weit seine Eigenwahrnehmung von der Fremdwahrnehmung aller anderen abweicht.

    Insgesamt haben jedoch alle fünf ihre Stärken einsetzen können und die Mission vorangebracht. Am Ende liefert uns der Autor einen Ausblick auf den nächsten Band. Ich bin sehr gespannt, wohin es die Freunde und damit auch mich als Leserin dann verschlägt.
    Verschwiegen

    Eva Björg Ægisdóttir
    Verschwiegen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.02.2023

    Gelungener Reihenauftakt

    Elma ist nach dem Ende ihrer Beziehung aus Reykjavik in ihre Heimatstadt Akranes zurückgekehrt. Als Polizistin geht sie davon aus, dass sie es hier eher mit Bagatelldelikten zu tun haben wird. Doch kaum ist sie angekommen, wird am alten Leuchtturm eine Tote gefunden. Bei den Ermittlungen werden nach und nach die Geheimnisse der Bewohner enthüllt.

    Insgesamt hat mir der Reihenauftakt um die Polizistin Elma sehr gut gefallen. Die Autorin legt verschiedene Fährten aus und ich hatte beim Rätseln meine Freude. Am Ende hätte ich gerne noch ein paar Fragen zu dem geklärten Fall beantwortet gehabt. Ich hoffe, dass die Autorin das Ende bei den nächsten Fällen ausführlicher gestaltet.

    Den Beginn des Buches hat sie für meinen Geschmack zu ausführlich gehalten. Erst einmal werden die Bewohner von Akranes ausführlich eingeführt. Die Tote wird erst auf Seite 60 entdeckt und gefühlt startet die eigentliche Krimihandlung erst ab diesem Zeitpunkt.

    Erzählt werden die Ereignisse auf zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit begleiten wir zwei Mädchen und erfahren einiges über ihr Leben. In der Gegenwart findet die typische Handlung eines Kriminalromans statt. Gut gefallen hat mir, dass wir auch Privates aus dem Leben der Ermittler erfahren. Das finde ich bei einem guten Kriminalroman fast so wichtig, wie die Ermittlung.

    Die Personen duzen sich alle und nennen sich nur bei den Vornamen. Das ist für uns Deutsche mitunter ein wenig gewöhnungsbedürftig. Es verdeutlicht jedoch einmal mehr den Charakter Islands und sorgt für eine authentische Grundstimmung. Im Gegensatz dazu gefällt mir nicht, dass sowohl die Autorin als auch die Namen in dem Buch in der isländischen Schreibweise gehalten sind. Im Isländischen gibt es Buchstaben, die unser Alphabet nicht aufweist. Daher hätte dies meiner Ansicht nach eingedeutscht werden sollen. So wie es jetzt gehandhabt wird, stört es den Lesefluss und ich empfinde es als unnötig verkomplizierend.

    Der Schreibstil und die Handlung haben mich jedoch gut unterhalten und ich freue mich auf weitere Fälle aus Akranes.
    NIGHT - Nacht der Angst

    Riley Sager
    NIGHT - Nacht der Angst (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.01.2023

    Das letzte Viertel hat mich regelrecht geflasht

    Charlies beste Freundin Maddy wurde von einem Serienmörder, der an der Universität umgeht, umgebracht. Charlie hält es deshalb nicht aus an der Universität und nimmt eine Mitfahrgelegenheit bei einem Fremden an, um nach Hause zu kommen. Während der Fahrt keimt in ihr immer mehr der Verdacht auf, dass Josh, der Fahrer, der gesuchte Campus-Killer und sie ihm jetzt ausgeliefert ist.

    Nachdem mich im letzten Jahr das Hörbuch „Home – Haus der bösen Schatten“ von Riley Sager begeistert hatte, habe ich mir alle bereits von ihm auf Deutsch erschienen Bücher zugelegt. Auch das neue Buch „Night – Nacht der Angst“ musste ich sofort lesen.

    Doch ich habe mich über weite Teile sehr schwer mit dem Buch getan. Ich fand die Tricks, die der Autor anwendet, um den Verdacht auf den Fahrer Josh zu schieben, abgeschmackt und billig. Charlie neigt zu irrationalem Verhalten, ist traumatisiert und sprunghaft. Ihr Verstand sagt ihr das eine und ihre Angst und die Gefühle etwas anderes. Sie hat mich mit ihren Entscheidungen und ihrem Verhalten unglaublich genervt.

    Zudem habe ich mich gefragt, wie der Autor mich über 368 Seiten fesseln will, wenn wir die beiden Hauptfiguren die ganze Zeit auf ihrem Weg von A nach B begleiten und sie im Auto sitzen, sich unterhalten. Ich muss Riley Sager jedoch zugestehen, dass er die Fahrt der beiden abwechslungsreich gestaltet hat.

    Sehr gut gefallen haben mir die Perspektivwechsel, wenn wir einmal nicht nur die Situation aus Charlies Sicht wahrnehmen, sondern aus der von anderen Personen. Der Autor treibt ein geschicktes Verwirrspiel mit uns Lesenden.

    So richtig hatte der Autor mich jedoch erst im letzten Viertel des Buches für die Geschichte eingenommen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals einen Showdown gelesen habe, den ich so spannend, abwechslungsreich und in weiten Teilen unvorhersehbar fand. Mir war zwar frühzeitig klar, wer in diesem perfiden Spiel wer ist. Für mich war jedoch offen, wie diese Nacht für die Beteiligten ausgeht. Als Filmliebhaberin waren die letzten Kapitel für mich dann noch einmal ein besonderes Bonbon, das ich einfach toll fand. Wie übrigens auch vorher schon die ganzen Verweise und Anspielungen auf bekannte Filme.
    Grenzfall - In der Stille des Waldes

    Anna Schneider
    Grenzfall - In der Stille des Waldes (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.01.2023

    Ich will mehr davon

    Bei Bauarbeiten im Tiroler Gnadenwald werden ausgestopfte Dachse gefunden, die in ihrem Inneren Babykleidung beherbergen. Da der Fund ungewöhnlich ist, zieht die Bezirkspolizei den erfahrenen Chefinspektor Bernhard Krammer und seine Kollegin zu den Ermittlungen hinzu. Schnell wird den beiden klar, dass hinter den vergrabenen Dachsen ein weit größeres Verbrechen steckt. Zur selben Zeit begibt sich Oberkommissarin Alexa Jahn in Deutschland mit einem ehemaligen Kollegen auf die Suche nach einem Tatverdächtigen in einem Mordfall.

    „Grenzfall – In der Stille des Waldes“ von Anna Schneider ist der dritte Teil um die deutsche Oberkommissarin Alexa Jahn und den österreichischen Chefinspektor Bernhard Krammer. Für mich war es der erste Fall, den ich von dem Duo gelesen habe – und ich bin begeistert.

    Die Ermittler und ihre beruflichen sowie privaten Verwicklungen sind spannend. Beide waren mir sehr schnell ungemein sympathisch. Beide sind stark, mutig und neugierig. Es hat mir super gefallen, sie bei ihren Ermittlungen zu begleiten.

    Die beiden Fälle waren interessant, wobei die Autorin es stets geschafft hat, die Ermittlungen so weit voranzutreiben, dass Entwicklungen erkennbar wurden und sich gleichzeitig viele neue Fragen stellten, sodass es spannend blieb. Beiden Fährten bin ich gleich gerne gefolgt. Wobei ich mich stets gefragt habe, ob die Ermittlungen zum Ende hin zusammenlaufen oder ob es zwei voneinander unabhängige Fälle bleiben werden. Anna Schneider hat beide Handlungsstränge sehr geschickt nebeneinander erzählt. Dabei hat sie die Spannung konstant hochgehalten, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit beendet hatte.

    Einen Ausblick auf den vierten Band liefert sie gegen Ende des Buches auch noch, sodass ich es kaum erwarten kann, zu erfahren, wie es weitergeht. Bis dahin kann ich zum Glück erst einmal die ersten beiden Grenzfall-Bücher lesen. Mich hat die Autorin auf jeden Fall von ihrem Können überzeugt und ich hoffe auf viele weitere spannende Fälle.
    Ein Abend mit Marilyn

    Maxine Wildner
    Ein Abend mit Marilyn (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.01.2023

    Weder Fisch noch Fleisch

    In einem Restaurant wird der 36. Geburtstag von Marilyn Monroe gefeiert. Alle sind sie gekommen – Billy Wilder, Marilyns Mutter, ihre Schauspiellehrerin, Laurence Olivier und sogar einer ihrer Ex-Ehemänner. Wer fehlt ist das Geburtstagskind. Marilyn befindet sich Zuhause und ist bislang weder geschminkt noch angezogen.

    Die Ausgangsidee fand ich gut und interessant. Da sitzen viele Berühmtheiten in einem italienischen Restaurant um einen Tisch und warten auf DAS Sexsymbol ihrer Zeit. Dabei geraten sie ins Plaudern über ihre Erinnerungen an Marilyn. Unterbrochen wurde dies durch einzelne Szenen, in denen wir erleben, was Marilyn zeitgleich in ihrer Wohnung treibt.

    Doch nach und nach rückte das Warten auf Marilyn immer mehr in den Hintergrund. Verdrängt wurde das aktuelle Geschehen durch immer ausschweifendere Ausflüge in die Vergangenheit von Marilyn Monroe. Das Gefühl, ein Teil der wartenden Runde zu sein, konnte ich nicht mehr aufrechterhalten. Die Rückblicke lesen sich wie eine Biografie. Der Schreibstil ändert sich radikal. Wir schauen von außen auf das Geschehen. Geschildert werden Marilyns Geburt, ihre Kindheit und Jugend. Wir erfahren etwas über die Umstände der ersten Hochzeit, erhalten kurze Einblicke in ihre weiteren Ehen. Leider entfernen wir uns dadurch immer weiter von der Grundidee. Die illustre Gesellschaft im Restaurant dient lediglich noch als Stichwortgeber für weitere umfangreiche biografische Details.

    Beim Lesen habe ich mich dann gefragt, was für ein Buch die Autorin, Maxine Wildner, eigentlich schreiben wollte? Eine unvollständige Biografie, einen biografischen Roman, einen Roman, indem sie uns eine Geschichte erzählt, die so fast wahr sein könnte? Zumindest in mir hat sich nach und nach der Eindruck festgesetzt, dass die Autorin sich nicht wirklich entscheiden konnte. Sie hatte eine gute Idee, wusste diese jedoch nicht mit einer Geschichte zu füllen und hat deshalb teilweise die Biografie von Marilyn Monroe erzählt.

    Mich hat das Buch daher enttäuscht. Mehr feucht-fröhliche Tischgespräche mit kurzen Erinnerungen an die Begegnungen der versammelten Personen mit der Hollywood-Ikone in Verbindung mit Szenen von Marilyn, wie sie Zuhause unschlüssig ist, hätten das Buch zu einer hervorragenden Lektüre machen können. Schade fand ich zudem, dass die biografischen Schilderungen nicht einmal in jedem Fall von einer Person am Tisch stammen konnten, da keiner der Versammelten etwas mit den Geschehnissen zu tun hatte.

    Das Buch „Ein Abend mit Marilyn“ ist auch nicht als eine Hommage an die Künstlerin zu sehen. Denn diese wird nicht positiv geschildert. Sie erscheint nach außen als reines Kunstprodukt, das innerlich unsicher, zerbrechlich und selbstzerstörerisch ist.

    Insgesamt war das Buch daher eine Enttäuschung für mich. Es gab eine gute Idee, deren Umsetzung in meinen Augen nicht gelungen ist.
    Freytag, A: Mind Gap

    Anne Freytag
    Freytag, A: Mind Gap (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.01.2023

    Erschreckende Zukunftsvision

    Wie wäre unser Leben, wenn wir einen Chip ins uns tragen würden, mit dessen Hilfe wir jede Sprache sprechen könnten? Der dafür sorgt, dass wir traumatische Erlebnisse einfach vergessen? Wie sähe die Rückseite der Medaille aus?

    Die Autorin Anne Freytag entwirft in ihrem neuen Thriller genau so ein Szenario. Und das ist unglaublich spannend. Obwohl ich, seitdem Corona unsere Welt im Griff hatte, Verschwörungsmythen gegenüber sehr skeptisch bin, schafft es die Autorin schnell, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen.

    Doch worum geht es: Vor zwei Jahren hat die Journalistin Silvie Mankowitz ihren Bruder Samuel zu Grabe getragen. Deshalb kann sie es erst auch gar nicht glauben, als eines Abends ihr Handy klingelt und eben jener Bruder ihr mitteilt, dass er sie dringend sehen muss. Doch am vereinbarten Treffpunkt taucht er nicht auf. Wenig später stehen ein Polizist und eine Psychologin vor ihrer Tür, um ihr mitzuteilen, dass ihr Bruder sich vor wenigen Stunden das Leben genommen hat. Silvie ist erschüttert von den aktuellen Ereignissen und will Licht in das dunkle Geheimnis um ihren Bruder bringen.

    Wir erleben die Geschichte anhand mehrerer Handlungsstränge. Einen bilden die Ereignisse um Silvie Mankowitz. Zeitgleich arbeitet in Manila Mayari Morales in einem Unternehmen, das für die Überwachung von Daten weltweit zuständig ist. Jede Nachricht, jeder Post im Internet muss überprüft werden. Gefährliche Inhalte werden gelöscht. So zumindest sollte die Arbeit von Mayari und ihren Kollegen aussehen. Nun muss Mayari jedoch feststellen, dass etwas nicht so läuft wie sonst. Wie hängen die beiden Ereignisse zusammen und was hat damit die Politikerin Dr. Irene Kallmann zu tun? Diese bereitet sich auf den wichtigsten Schritt in ihrer Karriere vor, denn morgen sind Wahlen und sie ist die Favoritin für das Amt der Kanzlerin. Ausgerechnet an diesem Tag wird ihr größter Widersacher ermordet – der rechte Politiker Johannes Nowak. Und wie passt der ehemalige Soldat Marc ins Bild, der dringend auf eine Nachricht von seinem besten Freund Samuel Mankowitz wartet?

    Geschickt und unglaublich spannend verknüpft die Autorin diese Handlungsstränge. Jeder für sich hat mich den Atem anhalten lassen, hat mich vorangetrieben in der Geschichte, weil ich unbedingt wissen wollte, wie und ob die einzelnen Figuren heil aus der Sache herauskommen. Apropos, welcher Sache überhaupt? Worum geht es eigentlich genau? Und wie sieht der gemeinsame Nenner aus, der hinter allen Ereignissen steckt?

    Selten habe ich einer so fesselnden Geschichte gelauscht. Die Autorin schafft es spielend, die Dramatik auf einem hohen Niveau zu halten. Zwischendurch war ich geradezu froh, wenn die Erzählung ein wenig ruhiger wurde, damit ich kurz Luft holen konnte.

    Empfehlen kann ich, sich „Mind Gap“ als Hörbuch vorlesen zu lassen. Der Sprecher Herbert Schäfer liest gut, weiß sein Publikum zu fesseln. Doch die Sprecherin Vera Teltz hat mich geradezu umgehauen. Sie hat eine tolle Stimme und liest so lebendig, pointiert und mitreißend, wie ich es bislang selten erlebt habe. Daher mein Rat, das Buch unbedingt als Hörbuch zu genießen.
    Kuckuckskinder

    Camilla Läckberg
    Kuckuckskinder (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.01.2023

    Das Warten hat sich gelohnt

    Während Erica Falck und ihr Mann Patrik Hedström mit dem Ehepaar Elisabeth und Henning Bauer deren Goldene Hochzeit feiern, wird in unmittelbarer Nähe des Hotels, in dem die Feier stattfindet, der bekannte Fotograf Rolf Stenklo ermordet. Er war sehr eng mit dem Ehepaar Bauer befreundet, und umso unverständlicher fanden es alle, dass er an seiner neuen Ausstellung gearbeitet hat, statt mit den Freunden zu feiern. Kommissar Patrik Hedström nimmt mit seinem Team die Ermittlungen auf. Doch sie finden einfach kein Motiv. Bis es zu einem weiteren Verbrechen kommt und Erica bei den Recherchen zu ihrem Buch immer mehr Verbindungen zu den aktuellen Ereignissen findet.

    Etwa 5 Jahre musste ich auf „Kuckuckskinder“, den 11. Teil der Reihe um Erica Falck und ihren Mann, den Kommissar, Patrik Hedström warten. Zeitweise habe ich bereits befürchtet, dass „Die Eishexe“ der letzte Band war und wir keine Krimis aus Fjällbacka mehr von Camilla Läckberg zu lesen bekommen. Doch zum Glück habe ich mich geirrt.

    Zu Beginn des neuen Krimis nimmt sich die Autorin viel Zeit, um uns wieder an Erica und Patrick heranzuführen, damit wir uns erinnern, wie das Leben der beiden aussieht. Und auch, um uns auf den neuesten Stand zu bringen. Zudem können wir die Figuren kennenlernen, die im Zuge der Ermittlungen eine größere Rolle spielen. Mir war das Tempo des Buches zu Beginn zu langsam. Doch das hat die Autorin mit ihrer guten Story und dem folgenden Spannungsbogen mehr als wett gemacht.

    Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Da ist die Gegenwart mit ihren Ermittlungen rund um den Mord an Rolf Stenklo. Hier strickt Camilla Läckberg routiniert und gut eine Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Nach und nach erfahren wir, wie es dem Chef und den Kollegen von Patrik Hedström geht und was Erica und ihre Schwester aktuell beschäftigt. Das hat mir wieder gut gefallen. Denn das Privatleben von Erica und ihrer Schwester gehört ebenso zu den Fjällbacka-Krimis wie das Leben von Patrik und seinen Kollegen. Der zweite Handlungsstrang spielt im Stockholm des Jahres 1980. Die Geschichte von Lola, die als Mann geboren wurde, sich jedoch als Frau fühlt und ihrer Tochter Pytte hat mich von Anfang an fasziniert und ich habe immer wieder begierig darauf gewartet, dass der Handlungsstrang aus dem Jahr 1980 weitererzählt wird. Nach und nach führt die Autorin die beiden Stränge zusammen. Das macht sie gekonnt wie stets.

    Die Auflösung war für mich nicht in jeder Hinsicht eine Überraschung. Trotzdem fand ich sie gut herbeigeführt und glaubhaft. Ein guter Krimi aus Fjällbacka und hoffentlich folgen weitere Fälle mit Erica Falck und Patrik Hedström.
    Zimt - Zwischen den Welten geküsst

    Dagmar Bach
    Zimt - Zwischen den Welten geküsst (MP3)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.12.2022

    Wieder ein tolles Abenteuer

    Vicky und Konstantin springen in eine neue Parallelwelt. Hier hat Vicky eine ältere Schwester. Sie freut sich riesig, wollte sie doch schon immer Geschwister. Doch schnell merkt sie, dass es ihrem Parallel-Ich damit anders geht. Und schon hat sie die Parallelwelt ganz schön durcheinandergebracht. Dabei passiert in ihrer Welt schon so viel, dass sie kaum Zeit zum Entspannen findet. Ihre Freundin Pauline benimmt sich sehr merkwürdig. Ihre Mutter überlegt, ob sie sich für das Bürgermeisteramt bewerben soll und verbringt schon jetzt so ziemlich ihre gesamte Zeit damit, Aufgaben für das Rathaus zu erledigen. Als Vicky dann auch noch von Albträumen geplagt wird, spitzt sich die Lage immer weiter zu.

    Auf das zweite Abenteuer der zweiten Staffel von Vicky und Konstantin habe ich mich schon riesig gefreut. Die beiden sind für mich schon fast so etwas wie gute Freunde geworden. Ich war extrem neugierig, welche Abenteuer sie nun zu bestehen haben. Und ich wurde nicht enttäuscht.

    Die Autorin Dagmar Bach hat immer wieder tolle Ideen. Wobei es für mich dieses Mal schon fast zu viel war, wie sehr Vickys Leben ins Trudeln geraten ist. Die Geschichte dreht sich so sehr um Vicky und ihre Probleme in ihrer Parallelwelt und die Gedanken, die sie sich immer wieder darum macht, wie sie Parallel-Vicky helfen kann und ob sie eingreifen darf, dass mir die anderen Figuren zu kurz gekommen sind. Ja, Vicky ist lustig mit den ganzen verrückten Ideen, die sie so hat. Aber ab und an ist sie auch ein wenig anstrengend.

    Sehr gut gefallen hat mir, wie uns die Autorin auf falsche Fährten führt und wie sie unser gesamtes vermeintliches Wissen über den Haufen wirft. Trotzdem lässt sie ausreichend Rätsel bestehen, um uns auf den dritten Teil neugierig zu machen. Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, dass die Abenteuer von Vicky und Konstantin weitergehen.

    Gelesen wird auch dieser Teil wieder von Christiane Marx. Ihre Stimme ist für mich mittlerweile quasi die Stimme von Vicky. Jemand anderen kann ich mir als Sprecher bzw. Sprecherin gar nicht mehr vorstellen. Sie macht das auch einfach gut. Denn sie bringt mit ihrer Betonung die Gefühle von Vicky und den anderen stets auf den Punkt.

    Fazit: Vicky und Konstantin haben mich wieder begeistert. Viel zu schnell war das Abenteuer vorbei und ich fiebere bereits dem nächsten entgegen.
    Agent Sonja

    Ben Macintyre
    Agent Sonja (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.12.2022

    Eine Biografie, spannend wie ein Roman

    Ursula Kuczynski war die Top-Spionin der russischen Kommunisten während der NS-Zeit. Geboren in der Kaiserzeit ist sie als Jüdin des Großbürgertums im Berlin der Weimarer Republik aufgewachsen. Sie war Kommunistin aus Überzeugung und lieferte Russland unter dem Codenamen „Sonja“ entscheidende Hinweise für ein Gleichgewicht des Schreckens in Bezug auf die Atombombe und auch für entscheidende Angriffe auf Nazi-Deutschland gegen Ende des zweiten Weltkrieges.

    Der Autor Ben Macintyre liefert mit seiner Biografie „Agent Sonja“ ein Buch ab, das sich fast liest wie ein Roman. Er schreibt sehr lebendig, unterhaltsam und spannend. Selten habe ich eine Biografie gelesen, die mich so mitgerissen hat. Immer wieder musste ich mir während des Lesens vergegenwärtigen, dass ich nicht eine erfundene Geschichte, sondern die Lebensgeschichte einer realen Person lese.

    Oft konnte ich das Buch kaum zur Seite legen, da mich die Geschichte so gefangen genommen hat und ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. So etwas kannte ich bislang nur von sehr guten Romanen. Ben Macintyre hat mich vollkommen begeistert mit seinem Stil. Das Buch ist für mich auf jeden Fall ein Highlight des Jahres 2022.

    Aber auch die Zeit, in der Ursula Kuczynski lebte und als Agentin tätig war, ist in meinen Augen eine ungeheuer spannende Zeit. In Anbetracht der politischen Entwicklungen der letzten Jahre, finde ich die Auseinandersetzung mit dem Geschehen vor rund 100 Jahren sehr wichtig. In diesem Buch wird die politische Stimmung der damaligen Zeit sehr gut herausgehoben und der Umgang mit Demokratie, Faschismus und Kommunismus aufgezeigt.

    Fazit: Unbedingt lesen!
    Meyer, K: Bücher, der Junge und die Nacht

    Kai Meyer
    Meyer, K: Bücher, der Junge und die Nacht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.12.2022

    Ein tolles Buch

    Robert Steinfeld hat 1971 bereits ein bewegtes Leben hinter sich. Seine ersten Lebensjahre hat er eingesperrt mit Büchern in einem Zimmer in der Bücherstadt Leipzig verbracht. Als 1943 Bomben auf Leipzig fallen, wird er von einem Mann gerettet, der ihn für ein Jahr mit sich durch das vom Krieg erschütterte Deutschland nimmt. Doch eines Nachts verschwindet dieser Mann spurlos. Im Jahr 1971 meint Robert, eben diesen Retter auf einer Beerdigung wiederzuerkennen. Durch dieses Ereignis, werden bei ihm viele Erinnerungen ausgelöst und er fängt zusammen mit seiner guten Freundin Marie an, nach diesem Mann zu suchen, um endlich zu klären, wer er ist und woher er stammt.

    Kai Meyer lässt in „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ eine spannende Geschichte vor uns entstehen. Diese erzählt er auf drei Zeitebenen und das macht er so gut, dass jeder Erzählstrang auch für sich stehen könnte. Allerdings sind diese Erzählstränge miteinander verwoben und ergeben zum Schluss eine runde und schlüssige Geschichte. Selten habe ich so ein komplexes Werk gelesen, das zudem so stimmig erzählt wird.

    Kai Meyer war mir bisher aus dem Fantasybereich bekannt und ich lese ihn sehr gerne. Doch dieses Buch ist etwas ganz Anderes und für mich auch ein besonders gelungenes Buch. Der Autor führt uns von den Anfängen der NS-Zeit über die Zeit der Bombardierungen Deutschlands in das Jahr 1971 zu einem geteilten Deutschland. Dieses Buch ist Krimi, Liebesgeschichte, Geschichtsstunde und Mythenlehre in einem. Zudem zieht sich wie ein roter Faden die Liebe zu Büchern durch dieses Buch. Eine Liebe, die man dem Autor anmerkt und die ich mit ihm teile.

    Fazit: Eine spannende, komplexe Geschichte, die mich auf ganzer Linie überzeugt hat.
    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.11.2022

    Die Geschichte wird immer besser

    Liv und Kyle leben wieder in unterschiedlichen Welten. Sie muss als Mitglied der Oberschicht wieder schweigen. Er ist nun Teil der Rebellenbewegung von Jeff. Doch beide kämpfen sie für dasselbe Ziel – eine freie Welt, in der jeder Leben kann, wie er mag.

    Zu Beginn habe ich Band 2 von „Das Brennen der Stille“ als zu lang angelegt und somit vom Erzähltempo her als zu langsam empfunden. Diese Einschätzung habe ich allerdings revidiert, denn die Autorin Sandy Brandt hat damit erreicht, dass ich als Leserin einen guten Eindruck darüber erhalte, wie das Leben von Liv an der Seite ihres Mannes, als Teil der Führungselite von Tudor, aussieht. Liv versucht, die Machtverhältnisse von innen heraus zu ändern. Ihr gegenüber stehen jedoch die erfahrenen Hüter der Macht. Nach und nach muss sie also ihre Methoden anpassen.

    Spannend fand ich, dass die beiden Hauptfiguren umgeben sind von Lügnern und Intriganten. Sie werden manipuliert, geblendet und tappen immer wieder in Fallen, die ihnen gestellt werden. Doch sie geben den Kampf nicht auf. Denn, wenn sie nicht mehr für die Veränderung der Gesellschaft kämpfen, hat ihre Liebe keine Chance – und das ist für beide keine Lebensalternative.

    Von Kapitel zu Kapitel nimmt die Geschichte immer mehr an Fahrt auf. Zum Ende hin konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Ereignisse überschlugen sich regelrecht. Als Leserin wurde ich in ein Wechselbad der Gefühle geworfen – Freude, Angst, Hoffnung, Entsetzen, Mitgefühl und viele mehr.

    Sehr gut eingefangen hat die Autorin die Stimmung der Dystopie. Die Gesellschaft, in der Liv und Kyle leben ist düster, extrem ungerecht, voller Gewalt und ich bin froh, dass ich nicht in dieser Welt leben muss.

    Achtung: Das Buch endet auf dem Höhepunkt der Dramaturgie mit einem bösen Cliffhanger. Daher kann ich es kaum erwarten, Band 3 in den Händen zu halten und zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.
    EAST. Welt ohne Seele

    Jens Henrik Jensen
    EAST. Welt ohne Seele (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.11.2022

    Kein lauter Action-Agententhriller

    Jan Kordi Kazanski befindet sich ganz unten seit dem Tod seiner Frau und seiner kleinen Tochter. Tag für Tag sucht er sein Seelenheil am Grund einer Flasche Schnaps. Doch dann sorgt sein bester Freund beim CIA dafür, dass er noch einmal einen Auftrag erhält, um sich zu beweisen. In Krakau soll er die Königin der Unterwelt „Die Witwe“ aufspüren. Diese hatte Kontakt zum CIA aufgenommen. Doch nun scheint sie es sich anders überlegt zu haben. Kazanski ist kaum in Krakau angekommen, da wird schon der erste Anschlag auf sein Leben verübt und es wird nicht der letzte bleiben.

    Zu Beginn war mir „East – Welt ohne Seele“ von Jens Henrik Jensen zu leise erzählt, zu unspektakulär. Die Kunst des Autors besteht nicht darin, mit viel Lärm und Action eine Spionagegeschichte zu erzählen. Vielmehr zieht er uns in die Abgründe seiner Figuren. Er lässt uns ihre ganze persönliche Verlorenheit, ihr gesamtes Versagen spüren. Das hatte auf mich eine unglaubliche Sogwirkung. Ich bin mit Kordi Kazanski durch Krakau gestolpert, habe mich mit ihm bis zur Besinnungslosigkeit betrunken, bin mit ihm durch die zwischenmenschlichen Begegnungen geschlittert. Verwirrt, verloren und mit dem unbedingten Willen, „Die Witwe“ zu finden. Auch die beiden Nebenfiguren Xenia, die Agentin von Europol, und Ewa, eine undurchsichtige Person aus Krakau, waren sehr gut herausgearbeitet in ihren Widersprüchen, Sehnsüchten und Abgründen.

    Die Verwicklungen der Suche nach der Witwe haben mich gut unterhalten. Auch die sonstigen Geschichten, die nach und nach aufgedeckt wurden, habe ich als spannend und gut erzählt empfunden. Das Buch hat für mich alles, was ich von einer guten Spionagegeschichte erwarte. Die Guten, die Bösen und das Verwirrspiel, wer letztendlich gut und wer böse ist. Mächtige Geheimdienste, übermächtige Mafiosi. Bis zum Schluss war nicht klar, wer gewinnt und wer verliert.

    Fazit: Der Start in die neue Reihe von Jens Henrik Jensen ist gelungen. Ich freue mich schon auf weitere Einsätze von Jan Kordi Kazanski.
    Sten, V: Kalt und still

    Viveca Sten
    Sten, V: Kalt und still (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.11.2022

    Ein Krimi nach meinem Geschmack

    Die Polizistin Hanna Ahlander wird von ihrem Chef aufgefordert, sich nach einem neuen Job umzusehen. Als sie völlig niedergeschlagen nach Hause kommt, offenbart ihr Partner ihr, dass er sich von ihr trennt und sie bis zum Wochenende die gemeinsame Wohnung räumen soll. Als ihre Schwester ihr anbietet, in ihr Ferienhaus nach Are zu fahren, um erst einmal Abstand zu gewinnen, nimmt sie das Angebot gerne an. Kaum ist sie in dem kleinen Ferienort angekommen, verschwindet eine 18-Jährige. Hanna hilft spontan bei der Suche nach der jungen Frau, die auf dem Weg von einer Party nach Hause spurlos verschwunden ist.

    „Kalt und still“ ist der erste Teil einer neuer Kriminalromanreihe der bekannten Autorin Viveca Sten. Für mich ist das Buch rundum gelungen. Der Autorin schafft es sehr gut, die Kriminalhandlung auf einem durchweg spannenden Niveau zu halten. Das ist nicht selbstverständlich. Geschickt werden die einzelnen Erzählstränge zu einer stimmigen Auflösung zusammengeführt. Es gibt im Laufe der Geschichte mehrere Verdächtige, die alle ein Motiv aufweisen. Als Leserin konnte ich miträtseln, was mir bei einem Krimi sehr wichtig ist.

    Ebenfalls gelungen fand ich die erzählerische Mischung aus Ermittlung und Privatleben der Polizisten. Allerdings fand ich die Ermittlerin Hanna Ahlander nicht wirklich sympathisch. Sie macht aus allem ein Geheimnis, anstatt mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren. Ihrem Partner hat sie nichts über ihre beruflichen Probleme erzählt. Auf der Arbeit verschweigt sie Ungereimtheiten, die ihr im Ort auffallen und ermittelt auf eigene Faust. Ich hoffe, dass sie ihr Verhalten im Laufe der Reihe ändert.

    Insgesamt ist das Buch für mich ein Krimi, wie er sein sollte. Spannend, unterhaltsam, mit einer gelungenen Auflösung.
    Die Vergessene

    Karin Slaughter
    Die Vergessene (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.10.2022

    Spannend

    Andrea Oliver hat es geschafft. Sie ist US-Marshal und ihr erster Einsatzort ist der Heimatort ihres Vaters, Longbill Beach. Hier soll sie für den Schutz einer Richterin sorgen, die Todesdrohungen erhalten hat. Sie will jedoch auch herausfinden, wer vor 40 Jahren die Tochter der Richterin ermordet hat.

    Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Da ist die frischgebackene US-Marshal Andrea Oliver. Kaum ist sie in Longbill Beach angekommen, überschlagen sich die Ereignisse. Nachts ist sie mit ihrem Partner Bible für die Sicherheit der Richterin und ihrer Familie zuständig. Tagsüber will sie herausfinden, wer Emily, die Tochter der Richterin, ermordet hat. Doch bevor sie mit ihren Ermittlungen starten kann, wird auf einem Feld eine tote junge Frau gefunden. Sie kommt von einer Biofarm, die ein ehemaliger Lehrer und ein enger Freund von Emily leiten. Schnell ist klar, dass auf dieser Farm nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

    Der zweite Erzählstrang spielt zu Beginn der 1980er Jahre. Wir tauchen ein in die Gefühls- und Gedankenwelt von Emily. Sie ist nach einer Party, auf der sie und ihre Clique mit LSD experimentiert haben, schwanger. Da sie jedoch einen Filmriss hat und sich an nichts erinnern kann, was in dieser Nacht geschehen ist, stellt sie selbst Ermittlungen an. Hat einer ihrer besten Freunde die Situation ausgenutzt und sie missbraucht? Oder war es ihr Lehrer, der sie in dieser Nacht Zuhause abgesetzt hat?

    Beide Handlungsstränge waren sehr spannend. Geschickt hat die Autorin, Karin Slaughter, Fährten ausgelegt, viele Fragen aufgeworfen, uns nach und nach einige Antworten geliefert, die oft weitere Fragen aufgeworfen haben.

    In der Vergangenheit begegnen wir den Lastern und Geheimnissen von Emily und ihren Freunden. Die Autorin zeichnet das Bild von eifersüchtigen, manipulativen und selbstherrlichen Jugendlichen, die glauben, sie sind etwas ganz Besonderes und werden als einzige die Welt retten können. In der Gegenwart treffen wir einzelne Personen aus der Vergangenheit wieder. Hier fand ich den Vergleich sehr spannend. Wie waren die Personen vor 40 Jahren und welche Entwicklung haben sie durchgemacht.

    Unglaubwürdig fand ich, dass wir in der Geschichte gleich auf zwei psychopathische Sektenführer stoßen, die unabhängig voneinander agieren. Die Autorin versucht dies im Buch zu erklären. Trotzdem fand ich dies zu konstruiert.
    Insgesamt ist „Die Vergessene“ ein spannender Thriller, der uns in die Abgründe des menschlichen Seins führt. Einmal mit dem Buch begonnen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen, bis ich am Ende alle Geheimnisse ergründet hatte. Ein paar Fragen bleiben leider offen. Aber das ist ja auch im wahren Leben oft so.

    Für mich das bislang beste Buch, das ich von Karin Slaughter gelesen habe.
    Lupus Noctis

    Melissa C. Hill
    Lupus Noctis (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.10.2022

    Ein Autorinnen-Duo, das man sich merken sollte

    Theo und seine Freunde treffen sich regelmäßig in sog. Lost Places, um ihr Lieblingsrollenspiel „Lupus Noctis“ zu spielen. Dieses Mal haben sie sich ein unterirdisches Bunkerkrankenhaus, welches für eine atomare Katastrophe errichtet wurde und mittlerweile nicht mehr genutzt wird, ausgesucht. Als sie den Bunker am nächsten Morgen wieder verlassen wollen, müssen sie feststellen, dass sie eingeschlossen sind und aus dem Spiel Ernst geworden ist…

    Die beiden Autorinnen Melissa C. Hill und Anja Stapor haben mit „Lupus Noctis“ ihren ersten gemeinsamen Jugendthriller geschrieben. Dieser besticht durch seinen atmosphärisch dichten Schreibstil. Egal, ob wir uns gerade im chaotischen Wohnzimmer von Theos Familie oder im unterirdischen Bunkerkrankenhaus befinden, die Atmosphäre der Umgebung nehmen wir stets deutlich wahr. Überhaupt ist das transportieren von Stimmungen eine der großen Stärken dieses Buches. Selten habe ich die beim Lesen eines Thrillers die Gefühle der Figuren so eindringlich wahrnehmen und selbst spüren können. Das Unbehagen, die Angst und die Beklemmung saßen mir im Nacken. Immer wieder konnte ich mein Misstrauen den Figuren gegenüber genauso spüren, wie das der Freunde untereinander.

    Die Autorinnen legen geschickt falsche, aber auch richtige Fährten aus. Dadurch wurden mir im Laufe des Buches die Gründe für das Einschließen der Jugendlichen klar. Doch, obwohl ich fast alle Auslöser im Laufe des Lesens richtig erkannt habe, hat mich das Buch weiterhin ungemein gefesselt. Denn immer wieder haben die Autorinnen es verstanden, mich mit neuen - aber schlüssigen - Wendungen zu überraschen und weiter gut zu unterhalten. Dazu kommt, dass es Melissa C. Hill und Anja Stapor gelungen ist, mich in eine emotionale Nähe zu den Personen zu bringen, so dass ich sie alle sehr gerne begleitet habe und unbedingt wissen musste, was aus ihnen wird und ob sie wohlbehalten aus der Gefangenschaft herauskommen.

    Fazit: Ein atmosphärisch dichter Jugendthriller, der uns gekonnt in die Geheimnisse seiner Figuren einweiht und bis zum Ende spannend bleibt. Ich freue mich schon auf das nächste Buch der beiden Autorinnen.
    Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat

    Marc-Uwe Kling
    Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.10.2022

    Ich liebe Marc-Uwe Kling

    Die Frauen der Familie legen einen Wellnesstag ein. Nur Tiffany, das jüngste Mitglied der Familie, bleibt mit ihrem Bruder beim Vater und Opa Zuhause. Was auch hier ein entspannter Tag werden sollte, wird ein Tag voller Schrecken und Mühsal. Denn Tiffany hat beim Baden so geschaukelt, dass sich das Wasser nicht in der Wanne, sondern vor allem im Badezimmer und im Flur befindet.

    „Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat“ ist Teil einer Reihe von Erlebnissen rund um eine Familie. Jedes Familienmitglied steht im Mittelpunkt eines Tages und wird somit „Held“ eines eigenen Buches. Dabei zeichnet sich die Hörbuchbearbeitung bei diesem Teil durch Extras aus. So ist das Gesprochene teilweise mit Musik unterlegt und oft wird das entsprechende Geräusch zur Situation, z.B. das Platschen von Wasser, wenn jemand durch den mit Wasser vollen Flur geht, eingespielt. Gesprochen wird das Buch vom Autor selbst und das macht er, wie immer, super.

    An Marc-Uwe Kling mag ich besonders seinen Blick auf die Welt. Er beobachtet ganz genau und verbindet dann Situationen, die man erst einmal nicht miteinander in Verbindung bringen würde. Dabei fällt mir neben dieser Kombinationsgabe immer wieder seine übersprudelnde Fantasie ins Auge. Kombiniert wird das Ganze mit seinem Humor, der fast immer genau ins Schwarze und auch meinen Humor meistens genau trifft.

    Fazit: Für mich ist auch dieses kleine und feine Hörbuch von ihm wieder ganz großes Kino.
    Bremmer, M: Gangs of Katzenstadt

    Michael Bremmer
    Bremmer, M: Gangs of Katzenstadt (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.10.2022

    Für Katzenliebhaber, die gerne Krimis lesen

    Vor ein paar Jahren sind fast alle Menschen Hals über Kopf aus Katzenstadt geflohen. Zurück geblieben sind die Katzen, die seitdem alleine in der Stadt leben. Doch dann verschwinden Katzen und ein Mensch taucht mit seinen Kampfhunden auf, um die Katzen zu vertreiben…

    Besonders an diesem Buch ist auf jeden Fall der Schreibstil. Da die Figuren oft wechseln, ebenso wie die Orte der Handlung, haben die Autoren den neuen Abschnitt jeweils mit einer fettgedruckten Überschrift versehen. Diese verrät bereits etwas über den nachfolgenden Inhalt. Dieses Stilmittel ist ungewöhnlich. Mir hat es jedoch sehr gut gefallen, denn so konnte ich mich stets darauf einstellen, dass nun, wie bei einem Schnitt im Film, eine neue Szene beginnt.

    Am Anfang des Buches war mir der Sprachstil zu schlicht. Kurze Sätze, einfache Sprache. Da hätte ich mich über einen raffinierteren Stil gefreut. Doch im Laufe der Geschichte, hat mich der Inhalt so gefesselt, dass mir der Sprachstil gar nicht mehr aufgefallen ist.

    Als Katzenfreundin hat mir sehr gut gefallen, wie genau Michael Bremmer und Veronika Grüning ihre Katzen beobachtet haben und dieses Wissen in den Roman eingebaut haben. Auch ich konnte die eine oder andere Eigenheit meines Katers entdecken. Das war einfach toll.

    Wir begleiten mehrere Katzengangs, die für ihr Zuhause und ihre Stadt kämpfen. Sie alle sind sehr unterschiedlich, aber uneingeschränkt sehr liebenswert. Schnell habe ich mit ihnen gelitten und mitgefiebert.

    Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich, spannend, witzig und liebenswert. Allerdings gibt es auch immer wieder brutale Szenen. Zum einen versuchen die Bösen, die Katzen mit allen Mitteln zu vertreiben. Zum anderen kämpfen die Katzen mit allem, was sie zur Verfügung haben, gegen diese Vertreibung. Das Ganze erinnert immer wieder an einen Krimi. Die Autoren haben dabei wirklich tolle Einfälle. Ich habe mir gar nicht vorstellen können, wie die Katzen sich gegen die Übermacht, die sich ihnen entgegenstellt, behaupten wollen. Zum Glück verfügen die Autoren über mehr Fantasie als ich und haben mir eine Geschichte präsentiert, die ich als schlüssig empfunden habe. Gerne würde ich weitere Bücher über die Katzen aus Katzenstadt lesen.
    Leonard, S: Dian Fossey - Die Forscherin

    Susanna Leonard
    Leonard, S: Dian Fossey - Die Forscherin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.10.2022

    Macht Lust auf mehr über die Forscherin

    Dian Fossey, die eigentlich Tiermedizin studieren wollte, fängt nach einer Ausbildung zur Ergotherapeutin an einer Klinik für Kinder mit Kinderlähmung an. Doch ihr Traum ist es, nach Afrika zu reisen. Diesen erfüllt sie sich im Jahr 1963. Auf dieser Reise lernt sie den Forscher Leakey kennen und hat zum ersten Mal die Möglichkeit, Berggorillas in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. 1966 sucht Leakey nach einer Frau, die als Verhaltensforscherin in den Kongo geht und die Berggorillas langfristig beobachtet. Diese Person findet er in Dian Fossey.

    Die Autorin Susanna Leonard schreibt in „Dian Fossey – Die Forscherin“ in Romanform über das Leben eben jener Frau. Dabei lernen wir Dian Fossey von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod im Jahr 1985 anhand vieler Szenen kennen, die für ihr Leben von großer Bedeutung waren. Dian Fossey wird uns als eine willensstarke, mutige und eigensinnige Person beschrieben. Sie ist schwierig und launisch, aber auch empathisch und voller Liebe.

    Das Buch hat mich nach und nach immer neugieriger auf die Forscherin gemacht, die ich, wie wahrscheinlich viele Menschen, vor allem aus dem Film „Gorillas im Nebel“ kannte. Dabei zeigt uns die Autorin, wer die Frau war, die alles für ihre Liebe zu den Gorillas geopfert hat und indem sie deren Lebensweg nachzeichnet, wird uns deutlich, warum sie so geworden ist, wie sie war.

    Das Buch ist ein biografischer Roman, aber auch ein toller Abenteuerroman. Mich hat er immer wieder dazu gebracht, nach weiteren Details zu Dian Fossey und anderen Personen aus ihrem Umfeld zu suchen. Genauso, wie ich immer wieder nach Bildern gesucht habe, die ihre Berggorillas und sie selbst zeigen.

    Fazit: Ein spannender Roman, bei dem mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht hat, ich etwas lernen durfte und der mich zu weiteren Recherchen motiviert hat.
    126 bis 150 von 239 Rezensionen
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