Gesucht und gefunden
Ist ja schon verständlich, dass ein Star-Organist vom Range des Christian Schmitt immer auf der Suche nach geeigneter Orgel-Literatur ist. Besonders, wenn es sich um Werke für Orgel und Orchester handelt. Da ist der Markt echt dürftig. Und weil das so ist, muss man sich zu helfen wissen. Man bearbeitet Orgelstücke, die schon "orchestral" klingen. Cesar Francks "Grand Piece" für Orgel hat das ja schon im Namen: "Symphonique". Also, los geht's. Da braucht man nur noch einen passenden Arrangeur, den Schmitt in Zsigmond Szathmary gefunden hat. Das Ergebnis kann man - bei aller Skepsis gegenüber Bearbeitungen - nur toll finden. Großartige, versonnene und rauschende Klänge, die Franck und Szathmary der Orgel und dem Orchester gleichermaßen entlocken. Genau das richtige für Christian Schmitt, der seine Sache natürlich auch großartig macht. Begleitet wird er von den renommierten Bamberger Sinfonikern unter Fabian Gabel, zu deren Qualität man nichts mehr sagen muss. Leider erfährt man über die Disposition der Konzertorgel in der Bamberger Konzerthalle nichts. Das weitere Programm auf dieser CD? Francks "Les Eolides" ist wohl ein Füller und liegt doch in inspirierteren Versionen vor. Als zweites Stück eines von Widor zu wählen, ist eine gute Idee. Seine "Walpurgisnacht" ist ein tolles Orchesterstück und lag bereits in einer Dutton-Aufnahme von 2015 mit einem schottische Orchester vor. Die Bamberger Aufnahme ist dieser an orchestraler und aufnahmetechnischer Qualität deutlich überlegen Trotzdem hätte ich mir stattdessen ein zweites Orgel-Orchester-Werk gewünscht und sei es wieder als Bearbeitung. Da hätte es doch etwas geben können - oder? Was bleibt? Eine CD für Orgel- und Orchesterfreunde. Topp!