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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 16180

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    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    1083 Rezensionen

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    Klavierkonzert e-moll

    Klavierkonzert e-moll (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.10.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Innovativ

    Das Prädikat gilt weniger für das noch ganz in spätromantischer Tradition gehaltene Klavierkonzert. Novaks Frühwerk gibt in drei Sätzen und einer knappen halben Stunde Spielzeit dem Solo-Klavier viel Platz für virtuoses Spiel. Das lässt sich Oliver Triendl nicht zweimal sagen und spielt ganz groß auf. Ohnehin muss man ja anerkennen, was der Triendl für das vernachlässigte Repertoire tut. Großartig! Bei seinen beiden Ballettpantomimen verlässt Novak stellenweise spätromantische Pfade und schlägt neuere Töne an. Die schicksalhafte Begegnung des armen Schreibers mit der Signorina Gioventu und das vergebliche Festhalten an Erinnerungen der Jugend und Altwerdens setzt Novak in klanggewaltige Bilder um. Gleiches gilt für die heitere Geschichte um die Erlebnisse des Tabakdosen-Geistes Nikotina. Aus den eigentlich je fast einstündigen Werken - "Nikotina" sogar mit Chor - haben Borowicz und Talich jeweils vierteilige Suiten entwickelt (16, bzw. 20 Minuten). Mir liegen beide Werke in (längst vergriffenen) Supraphon-Aufnahmen aus Brünn vor. Die neuen Aufnahmen aus dem Jahre 2023 ermöglichen doch einen schönen Überblick über das Werk Novaks. Das bekannt temperamentvolle Engagement von Dirigent Borowicz macht aus Novaks Musik funkelnde Sterne am Balletthimmel. Natürlich haben die Aufnahmen auch den Vorteil bessere Aufnahmetechnik als die "alten" von 1986. Auch das Booklet ist prima. Wer also den Novak bislang nicht kannte, sollte das schleunigst nachholen. Mit dieser neuen, innovativen cpo-CD ist man bestens bedient.
    Mexikanische Barockmusik zu Weihnachten - "Feliz Navidad"

    Mexikanische Barockmusik zu Weihnachten - "Feliz Navidad" (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.09.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Exotisches zu Weihachten?

    Nicht dass bei cpo schon die Vorweihnachtszeit ausgebrochen wäre. Oder doch? Egal. Pünktich zum Fest erscheinen zuverlässig CDs mit weihnachtlicher Musik. Bei cpo jetzt schon drei Monate früher. Das steigert die Vorfreude, die man sich nun mit einer besonderen Musik versüßen kann. cpo und der von mir sehr geschätzte Alexander Willens mit seiner Kölner Akademie präsentieren zwölf barocke Stücke aus Mexiko. Richtig! Mexiko! Wer nun erwartet oder befürchtet hat, typisch südamerikanische, gar exotische Klänge zu vernehmen, sieht seine Erwartungen enttäuscht. Die Ensemble-Stücke klingen doch arg mitteleuropäisch, was sagen will, dass man von einer eigenständigen barocken Klangkultur Mexikos wohl kaum sprechen kann. Die kompositorischen Schwächen gleichen Willens, sein Vierpersonen-Gesangsensemble und die Kölner Akademie durch virtuoses und lebendiges Musizieren aus. Das Booklet enthält alle Texte und ihre Übersetzungen aus dem Spanischen und Lateinischen.
    Wer richtig anspruchsvolle barocke Kompositionen bevorzug, bleibe doch lieber im Lande. Wieder eine CD für Leute, die schon alles haben!
    Grande Pièce Symphonique op.17 für Orgel & Orchester

    Grande Pièce Symphonique op.17 für Orgel & Orchester (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.09.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Gesucht und gefunden

    Ist ja schon verständlich, dass ein Star-Organist vom Range des Christian Schmitt immer auf der Suche nach geeigneter Orgel-Literatur ist. Besonders, wenn es sich um Werke für Orgel und Orchester handelt. Da ist der Markt echt dürftig. Und weil das so ist, muss man sich zu helfen wissen. Man bearbeitet Orgelstücke, die schon "orchestral" klingen. Cesar Francks "Grand Piece" für Orgel hat das ja schon im Namen: "Symphonique". Also, los geht's. Da braucht man nur noch einen passenden Arrangeur, den Schmitt in Zsigmond Szathmary gefunden hat. Das Ergebnis kann man - bei aller Skepsis gegenüber Bearbeitungen - nur toll finden. Großartige, versonnene und rauschende Klänge, die Franck und Szathmary der Orgel und dem Orchester gleichermaßen entlocken. Genau das richtige für Christian Schmitt, der seine Sache natürlich auch großartig macht. Begleitet wird er von den renommierten Bamberger Sinfonikern unter Fabian Gabel, zu deren Qualität man nichts mehr sagen muss. Leider erfährt man über die Disposition der Konzertorgel in der Bamberger Konzerthalle nichts. Das weitere Programm auf dieser CD? Francks "Les Eolides" ist wohl ein Füller und liegt doch in inspirierteren Versionen vor. Als zweites Stück eines von Widor zu wählen, ist eine gute Idee. Seine "Walpurgisnacht" ist ein tolles Orchesterstück und lag bereits in einer Dutton-Aufnahme von 2015 mit einem schottische Orchester vor. Die Bamberger Aufnahme ist dieser an orchestraler und aufnahmetechnischer Qualität deutlich überlegen Trotzdem hätte ich mir stattdessen ein zweites Orgel-Orchester-Werk gewünscht und sei es wieder als Bearbeitung. Da hätte es doch etwas geben können - oder? Was bleibt? Eine CD für Orgel- und Orchesterfreunde. Topp!
    5 Messen

    5 Messen (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.09.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kurz und bündig

    Und doch aussagekräftig! Mit seinen 5 Kurzmessen liefert Stölzel hier den Beweis, dass es keiner ausgedehnen Längen bedarf, um zu geistlichen und musikalischen Aussagen zu kommen. Vielleicht hat Stölzel auch sein protestantischer Background zu diesen gerafften, im gottesdientlichen Geschehen verwendbaren Formen veranlasst. Egal. Diese fünf "Kleinen" (alle zwischen 10 und 13 Minuten lang) sind große Juwelen. Ihre musikalische Pracht hört man besonders schön in der Es-Dur-Messe, die Stölzel mit Pauken und Trompeten (Gloria!!) ausstattet. Damit die kleinen Kunstwerke auch gehörig Eindruck machen, geben sich die Solisten, Cantus und Capella Thuringa und Dirigent Bernhard Klapprott alle erdenkliche Mühe. Die Mühe hat sich gelohnt! Das Ergebnis lässt sich mit großer Freude und Anerkennung hören. Da wird kompetent, flexibel und lebendig in HiP-Praxis musiziert. Alle Achtung! Auch sonst: Technik und Booklet sind bestens. Worauf also warten?
    Sämtliche Klavierquartette

    Sämtliche Klavierquartette (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.09.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Symphonische Dimensionen...

    ...in erstklassigen Interpretationen. Das sei schon mal vorweg festgestellt.
    Ob der Kahn nun ein Brahms-Epigone ist oder nicht - an der Debatte beteilige ich mich nicht. Viele Musikstücke verschiedener Komponisten zur gleichen Zeit entstanden oder an Vorbildern orientiert klingen stellenweise verwandt. Das war Mode, der musikalische Zeitgeschmack. So ist es ganz natürlich, dass bei Kahns Musik es hier und da "brahmselt", was letztlich doch nur als Kompliment an Kahn (und Brahms!) verstanden werden kann. So auch mit diesen kraftvollen Stücken. Sind die bezaubernde Serenade und das erste Klavierquartett noch dreisätzig, sind seine beiden Nachfolger bereits in bester sinfonischer Tradition viersätzig konzipiert. Zu den drei Damen des Zilliacus Trios gesellt sich der allseits bekannt umtriebige Pianist Oliver Triendl. Und sie machen ihre Sache hervorragend. Viel Gefühl, Kraft und Temperament, Präzision und instrumentales Können prägen ihre Spielweise. Prima! Ohne ins Empigonentum zu verfallen: Wer Brahms mag, mag auch Kahn! Wenn das kein Wort ist?! Eine schöne neue Kammermusik-Doppel-CD!
    Oratorium op.73 "Belsazar" für Soli,Chor,Orchester

    Oratorium op.73 "Belsazar" für Soli,Chor,Orchester (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.09.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Mendelssohn, Schumann? Nein! Reinecke!

    Schon die Ouvertüre zu "Belsazar" weckt Assoziationen zu Mendelssohn und Schumann. Nicht, dass der Reinecke da abkupfern würde (obwohl die Eingangstakte der Ouvertüre verdächtig nach Beethovens "Coriolan" klingen). Nein! Der Carl Reinecke war eben "nur" ein typisch Traditioneller des vorherrschen musikalischen Musikgeschmacks. In 12 Nummern handelt der Komponist den dramatischen Stoff in 46 Minuten ab. Da passiert eben viel in kurzer Zeit. Inhaltlich und musikalisch. Weniger dramatisch geht in den Konzertstück "Sonntagsbilder" zu. Da herrscht stimmungsvolle Poesie vor. Neben einer umfangreichen Ouvertüre (über 10 Minuten) machen sich Chor (4 Teile) und Orchester (2 Teile) sinnige Gedanken nach einer poetischen Textzusammenstellung Reineckes. Das hat alles etwas "Elfenartiges" an sich, obwohl gar keine Elfen vorkommen. Ohnehin sind Chor und Orchester in dem gut einstündigen Werk die alleinigen Akteure. Wobei wir bei den Akteuren wären. Dirigent Gregor Meyer und seine camerata lipiensis (auf hist. Instrumenten) sind bestens. Präzise, rhythmisch prägnant und hellwach mit schön präsenten Bläsern. Auch der Gewandhauschor macht seine Sache prima, klar in der Diktion und passend schlagkräftig oder zart. Sehr schön. Das Solistenquartett im Oratorium agiert durchwachsen. Denn Bariton Hansky fällt - nach meinem Geschmack - etwas aus dem Rahmen. Seine Rolle als Belsazar ist zwar dramatisch angelegt. Er übertreibt sein Drama aber wohl doch etwas, da seine Stimmqualität darunter leidet. Nun gut. Das sind kleine Schatten bei viel Sonne, die keinen Musikfreund davon abhalten sollten, sich diese Doppel-CD zuzulegen. Eine auch schön aufgenommene und dokumentierte Produktion.
    Der Wald (Oper in 1 Akt)

    Der Wald (Oper in 1 Akt) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.09.2025
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ist das toll, ...

    ...was man da in der Produkt-Info und dem Booklet lesen kann! Da schreibt eine englische Komponistin extra für Deutschland in deutscher Sprache eine Oper, weil sie sich dort Erfolg erhofft. Der stellt sich ja später auch besonders grandios in der New Yorker Met ein, wo ihre zweite Oper "Der Wald" und sie als erste Komponistin gefeiert wurden. Wenn das kein Anlass ist, diese Kurzoper (62 Minuten) mal endlich auf CD zu bannen!? cpo hat dazu eine Aufführung der Wuppertaler Oper genutzt. Das Ergebnis ist jetzt zu hören. Das ist "freundliche" Musik, die in jedem Takt wohl tut und eine Handlung mit den allbekannt bewährten Zutaten: Liebe, Treue, Eifersucht, Tod und Glück. Da kann doch eigentlich nur Gutes entstehen. Natürlich ist die Interpretation ohne Vergleich. Chor und Orchester sind gut, die Leistungen der Solistinnen und Solisten hingegen durchwachsen. Um diesem Werk einen Durchbruch zu ständiger Bühnenpräsenz zu verhelfen, bedarf es wohl doch eines besonders renommierten Ensembles. Das soll die Leistung der Wuppertaler nicht kleinreden, trifft aber wohl doch die Wahrheit. Leider kann man den Text wieder nicht mitlesen, sondern muss ihn umständlich downloaden. Immer wieder ein kleines oder großes Ärgernis. Im ganzen eine würdige Erinnerung an diese vergessene Komponistin. Eine etwas naive Frage zum Schluss: Warum heißt die Oper nur "Der Wald"? Die Oper mit ihrer dramatischen Handlung hätte einen etwas "creativeren" Titel verdient - oder?
    Kantate "Der Kreis des Lebens" für Soli,Chor,Orchester

    Kantate "Der Kreis des Lebens" für Soli,Chor,Orchester (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Muss man sich reinhören...

    Gilses in der ersten Kantate spätromantische Tonsprache ist eigentlich rasch verständlich. So erging es mir mit seinen Sinfonien. Zu diesen beiden Kantaten finde ich jedoch nur schwer Zugang. Vielleicht liegt das auch an dem schweren (deutschen!!) Text. Handelt "Sulamith" von Satan und seiner Liebesverachtung, so meditiert "Der Kreis des Lebens" musikalisch um das Rilke-Gedicht. Diese Texte werden z.T. in dramatische Klänge gesetzt, die besonders in den orchestralen und chorischen Teilen überzeugen. Hier liegen auch die Stärken der Interpretation. Chor und Orchester sind nämlich topp!. Für die Solisten gilt das nicht gleichermaßen, zumindestens nicht für Tenor Delaere. Der hat viel zu singen und ist mit seiner Stimme doch etwas überfordert. Durch andere Solisten ändert sich das in der zweiten Kantate. Die erste Kantate dirigiert Stanislav Kochanovsky. Interessant! Der ist nämlich neuer Chef der NDR-Radiophilharmonie. Absicht? Zufall? Wer sich also den ersten Eindruck vom musikalischen Qutput des neuen Chefs verschaffen möchte, hat hier die Möglichkeit. Schade nur eines: Die Kantate läuft in fast 26 Minuten ohne Pause ab, hat deshalb auch nur eine Track-Nummer. Das hätte man anders machen können?! Die zweite Kantate (nach van Gilses Worten eigentlich eine Sinfonie) besteht klassisch aus vier Teilen, die auch mit Track-Nummern anzuwählen sind. Die Musik ist klanglich weit anspruchvoller. Gilse wagt sich da schon an "modernere" Harmonien mit impressionistischen Wendungen heran. Das ist durchaus spannend und anregend, Das Booklet ist wieder in allen Teilen bestens geraten. Was für Entdecker!
    Symphonien Nr.1-4, Kammermusik, Klavierwerke

    Symphonien Nr.1-4, Kammermusik, Klavierwerke (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.09.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    "Des Rangströms neue Kleider"

    Das ist schon gut: cpo hat damit begonnen, Gesamtausgaben von Werken als Neuausgabe in Papp-Boxen zu veröffentlichen. So bekommen verdiente Aufnahmen quasi " neue Kleider". Das freut den Sammler (platzsparend) und die Umwelt. Die Umwelt? Nicht ganz! Leider ist cpo immer noch nicht von dem Weg abgewichen, die Einzel-CDs in den Boxen in dünne, mit Plastik gefütterte Papiertüten zu packen. Warum nur? Kostengründe? Dabei wären Papphüllen stabiler, informativer (Beschriftung!) und umweltfreundlicher(!!). Nun, die neue Rangström-Box enthält nicht nur die z.T. singulären Aufnahmen seiner vier Sinfonien in großartigen Aufnahmen. Nein. Auf einer vierten CDs sind Kammermusikwerke des Komponisten versammelt. Wieder in maßstäblichen Interpretationen. So kann man sich nicht nur einen sinfonischen, sondern auch einen kammermusikalischen Eindruck des großen schwedischen Spätromantikers verschaffen. Für alle Musikfreunde, die den Rangström noch nicht kennen sollten, ist das nun der perfekte Einstieg. Lediglich mit der angesprochenen Einschränkung in der "Kleiderordnung". Sehr zum empfehlen!
    Symphonien c-moll (1834) & D-Dur (1833)

    Symphonien c-moll (1834) & D-Dur (1833) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.08.2025
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Weiter gehts's...

    ...mit dem Zählungskuddelmuddel: Die Zählung der neun Potter-Sinfonien ist einzigartig. Einzigartig absurd! Selbst der Potter blickte wohl nicht mehr recht durch und verzichte schließlich ganz auf eine Zählung. Dabei wäre es recht einfach, wenn man sich am Entstehungsdatum orientierte. Der Auflistung im Booklet zu Vol. 2 auf Seiten 7+8 hätte man folgen können. Mit der Bezeichnung "Nr.1" in Vol. 1 machte das cpo auch so. Danach ließ auch cpo die Nummerierung weg, trägt sie nun aber in der neuen Vol. 3 mit "Nr.7+8" nur in der Internetankündigung etwas verstohlen nach. Im Booklet kein Hinweis. Eigentlich schade. Nun gut. Das Booklet ist sonst gut, sehr informativ und ausführlich. Noch besser ist natürlich die Musik und am besten die Interpretation durch Dirigent Griffiths und sein Orchester aus Wales. Da wird temperantvoll und doch luftig musiziert. Auch Gefühl und Empfindung kommen nicht zu kurz. Wer Beethoven und Schubert mag, der mag auch Potters Musik. Die gut viertelstündige Zuhabe, eine Ricercate für Klavier & Orchester, ist eine treffliche Ergänzung und Solistin Melodie Zhao eine prima Solistin dieser- das gilt wohl auch für die beiden Sinfonien - erstmalig eingespielten Werke. Großartig!
    Orgelsonaten Nr.1-6 (KrebsWV 832-837)

    Orgelsonaten Nr.1-6 (KrebsWV 832-837) (SACD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.08.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Auch ein Meister

    "Ich habe in meinem Bache nur einen einzigen Krebs gefangen." Soll der alte Bach anerkennend über seinen Schüler Johann Ludwig Krebs gesagt haben. Sicher mit Recht. Denn der Krebs hatte es auch drauf. Vielleicht doch nicht so genial wie sein geschätzter Lehrer. Und doch: Auch ein Meister zeigt sich da. Anders, leichter unbeschwerter. Die hier von dem renommierten Organisten Christian Schmitt vorgestellten sechs Sonaten sind ursprüglich für das "Clavier" gesetzt, also ohne Pedal. Wenn der Schmitt sich aber an die famose Orgel in Duderstadt setzt und seine Register zieht, merkt man davon wenig. Als hätte der gute Krebs die Stücke für die Orgel bestimmt. Das muss man erst einmal so spielen können! Der Schmitt kann das und als Hörer darf man anerkennend und mit Freude zuhören. Ein Zugewinn im Orgelrepertoire.
    Erster Theil geistlicher Concerten (1643)

    Erster Theil geistlicher Concerten (1643) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.08.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Hanseatischer Frühbarock...

    ...auf hohem Niveau. Doch: Wer kennt schon den Johann Schep? Immerhin war er zur Lebzeiten berühmt und genoss in Hamburg eine große Verehrung. Leider ist er dann hinter den ganz Großen der Zeit in den Schatten getreten und verschwunden. cpo ist es mal wieder zu danken, dass er wieder auftauchen darf und das Gesangsensemble Elbgut und die Hamburger Ratsmusik unter Simonie Eckert ehren ihn auf vortrefflichste Weise mit der vorliegen neuen CD. Zu hören ist der erste Teil seiner Geistlichen Konzerte von 1643, also noch deutlich vor Bachs Geburt. Die Sammlung enthält acht Gesänge in unterschiedlichen Besetzungen. Zudem kommen vier Instrumentalstücke dazu, die das Chorprogramm ergänzen. "Chor" ist ja gut gesagt. Nach immer mehr um sich greifender Praxis sind auch die Chorpartien solistisch besetzt. Und diese Solistinnen und Solisten machen ihre Sache ausgezeichnet. Größte Homogenität und Intonationsreinheit zeichnen den Ensembleklang aus, der auch sehr klar und durchsichtig augenommen wurde. Natürlich darf man keine bachschen Ansprüche an diese noch zwischen Renaissance und Barock schwankende Musik stellen. Und doch ist sie allemal eine Würdigung wert. Diese CD leistet sie auf vorbildliche Weise!
    Astarto (Oper in 3 Akten)

    Astarto (Oper in 3 Akten) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.08.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Musikalisches Drama

    Mal ehrlich: Was wären Opernstoffe ohne Liebe, Eifersucht, Verrat und Verschwörung. Die Attraktivität solcher Szenen war auch in der Barockzeit schon ernorm. Komponist Giovanni Bononcini machte sich das zu Nutzen und legte eine höchst lebendige und dramatische Version vor. "Astarto" nennt er seine Oper, obwohl eine Person dieses Namens im Personenregister gar nicht vorkommt. Dass es sich um zwei Namen für eine Person handelt, gehört zu den Wirrungen und Irrungen dieses Stoffes. Bononcini hat diese irre Handlung in fantastische Musik verwandelt. Auf drei CDs mit vielen Einzelnummern kann man als Hörer dieses Drama nun in einer Aufnahme der Innsbrucker Festwochen 2022 verfolgen. Dirigent Montanari und seine phantastischen Ensembles lassen keine Gelegenhiet zu Effekten und Überraschungen aus. Zugegeben: Die schöne Ouvertüre und manch andere orchestralen Teile kommen mir zu "zackig" und kurzatmig daher. Man kann den HiP-Stil auch etwas übertreiben!? Bleibt aber wohl doch Geschmacksache. Die Präsentation durch cpo ist etwas zwiespältig: cpo präsentiert eine schöne, schmale Papp-Klappbox. Prima. Weniger prima ist das Innenleben: Das Booklet ist zwar sehr gut, das Libretto muss man sich jedoch umständlich downloaden und dann ggf. ausdrucken. Und dann: Wohin damit? Die drei CDs stecken in dünnen, weißen Papierhemdchen statt in beschrifteten stabilen Papphüllen, wie zumeist üblich. Warum nur? M.E. keine positive Entwicklung bei cpo. Sei's drum. Auch so eine sehr verdienstvolle Veröffentlichung einer schönen Oper mit tollen Interpreten.
    Klarinettenkonzerte Nr.7,9-11

    Klarinettenkonzerte Nr.7,9-11 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ziel erreicht?

    Mit Vol.3 meint man nun, dass das Ziel erreicht wäre, alle Konzerte des Carl Stamitz mit Paul Meyer einzugespielen. Zählt man nach, so fehlt jedoch die Nr.2, Warum nur? Sie hätte glatt noch Platz auf einer der drei Stamitz-CDs gehabt. So ist das Ziel wohl (noch) nicht erreicht. Was die Interpretation jedoch betrifft, so ist erneut das Ziel mehr als erreicht. Paul Meyer und sein Orchester machen das wieder prima und sind tolle Interpreten dieser frühklassischen Musik, die einfach Freude macht. Super!
    Das gilt auch für die Qualität von Booklet und Aufnahmetechnik. Eine schöne Fortsetzung. Sind wir gespannt, was noch mit Nr.2 passiert!? Kann kaum noch besser werden!
    Klaviertrios Nr. 3 & 4 (op. 65 & 90)

    Klaviertrios Nr. 3 & 4 (op. 65 & 90) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kraftvoll und feinsinnig

    Eigentlich herrscht im Katalog kein Mangel an Aufnahmen der Piano-Trios von Dvorak. Vier an der Zahl hat der Komponist hinterlassen. Allesamt ziemliche "Brocken", viersätzig und gut mehr über 30 Minuten lang. Ausnahmen - wenn man so will - bilden die beiden hier eingespielten Werke. Die Nr.3 ist fast 10 Minuten länger und die Nr.4 wegen des Beinamens "Dumky" etwas Besonderes. "Dumky" kann man nicht übersetzen, heißt aber wohl soviel wie "schwermütig" oder "trübsinnig". Nachsinnen tut Dvorak in sechs(!!) Sätzen volkloristischen Themen und Formen. Von ständiger Trübsinnigkeit jedoch keine Spur. Lediglich die Folge von langsam - schnell ohne Durchführungen verweist auf die Dumky/Sumka-Struktur der Sätze. Das vorzügliche Booklet erläutert das trefflich. Trefflich auch das engagierte Spiel des jungen Orleon Trios. Die jungen Leute legen sich mächtig ins Zeug und reizen alles aus, was diese tollen Kompositionen an Emotionen erzeugen können. Große Trio-Kunst! Sehr schön! Nr.1 und Nr.2 sollten folgen.
    Sämtliche Violinkonzerte Vol.9

    Sämtliche Violinkonzerte Vol.9 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Angekommen!

    War schon eine lange Reise durch die Menge Telemannscher Violinkonzerte. Nun ist mit der neunten CD das Ende erreicht und das hat Überraschungen parat: Die CD enhält vier Doppel-Konzerte, ein Ripieno-Konzert und das bekannte Viola-Konzert. Natürlich: Alles sind wieder Schmuckstücke, sowohl was die Kompositionen als auch die Interpretationen betrifft. Mit von der Partie ist diesmal das L'Orfeo Barockorchester. Erstmalig sind Geigerin Elisabeth Wallfisch und ihr Ensemble nicht mehr dabei. Warum? Egal. Auch das Orfeo-Orchester unter der Leitung von Carin van Heerden ist hervorragend eingestellt auf Telemanns wohl nie endende Phantasie und Kunst. Auch die Solisten sind Klasse. Fazit am Ende einer 20-jährigen Tour: einsame Spitzenklasse!
    Orchestersuiten Nr.1-4

    Orchestersuiten Nr.1-4 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.08.2025
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Toll, aber zu schnell

    Zugegeben: Das Concerto Köln ist prima und an allen Pulten hervorragend besetzt. Auch die Interpretation ist sicherlich für alle Freunde der Werke, die rasche Tempi mögen, super. Ich gehöre nicht dazu. Was an Musik durch dieses Rasen durch die Partitur verloren geht, ist mir zu viel. Alles Würdige und Majetätische, was durchaus zu Tanz-Suiten dazu gehört, geht verloren. Schade. Es hätte eine Reverenz werden können...
    L'Inganno Felice

    L'Inganno Felice (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    "...prall mit feurigstem Rossini gefüllt."

    Recht hat er der Autor der Produkt-Info. Das ist Rossini at his best. Typisch feuriger Orchesterklang und herrliche Melodien! Was gibt es bei dem Rossini nicht alles zu entdecken! Nun ja: Die Handlung der Oper ("Der geglückte Betrug") ist konventioneller Opernstoff: Liebe, Eifersucht, Reue und Versöhnung. Alles etwas dümmlich, wenn da nicht Rossinis rasante Musik wäre und Allessandro De Marchis ebenso rasante wie gefühlvolle Interpretation, der sich alle Mitwirkenden ausnahmslos unterordnen. Allen voran das Orchester THERESIA. Was da schon in der Ouvertüre aus den Lautsprechern wirbelt, ist aller Achtung wert. Die Solistinnen und Solisten sind gut, die Aufnahmetechnik sogar sehr gut. Alle Stimmen und Instrumente werden klar und deutlich abgebildet. Eine schöne Aufnahme! Nur das ist - aus meiner Sicht - wieder bedauerlich: Das Libretto gibt es nur in der Download-Version. Warum nur?
    Geistliche Werke (Hymnen & Psalmen)

    Geistliche Werke (Hymnen & Psalmen) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sparsame Mittel - große Wirkung

    Warum macht die Musikwelt immer noch einen Bogen um das Werk des Johann Caspar Ferdinand Fischer? Nur wenig Aufnahmen von ihm sind zu bekommen. In Konzerten taucht seine Musik schon gar nicht auf. Dabei lohnt sie sich durchaus. Diese neue cpo-CD macht mit Beispielen aus seinem geistlichen Werk bekannt, die allesamt einen liturgischen Bezug haben: zu Vespergottesdiensten oder zur Ehre der Mutter Gottes komponiert. Die 17 Stücke sind schöne Beispiele dafür, welche Bedeutung Musik im liturgischen Ablauf eines Gottesdienstes hatte und wie mit sparsamen Mitteln große Workung erzielt werden kann. Das 2022 gegründete Ensemble Gloriosus unter seinem Leiter Patrick Debrabandere darf sich schon jetzt in die Reihe hervorragender Ensembles alter Musik einreihen. Das ist alles - im wahrsten Sinne - einzigartig komponiert, interpretiert und aufgenommen. Sehr schön.
    Cellosonate (1919)

    Cellosonate (1919) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kraftvoll und feinfühlig

    Die umfangreiche Cello-Sonate beginnt mit ganzer Kraft. Auch im Verlauf der vier Sätze lässt die Energie nicht nach. Erholen kann man sich dann nach dem Sonaten-Kraftakt bei dem Nocturne, das Henriette Bosmans apart mit Cello und Harfe besetzt. Zauberhaft. Schließlich mündet das recht spärliche CD-Programm (54 min) in den bildhaften Impressionen. Schön, dass 1926 noch solche Musik komponiert wurde.
    Die Interpreten geben alles, um der Musik Eindruck zu verschaffen. Und das gelingt ihnen bestens. Eine schöne neue Cello-CD.
    Symphonien D-Dur, F-Dur, B-Dur

    Symphonien D-Dur, F-Dur, B-Dur (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Musikalische Kurzweil - grandios interpretiert

    Nach drei Oratorien und den Motetten ist bei Rolles cpo-Programm nun eine Instrumentalplatte angesagt. Zwei umfangreichere Cembalo-Konzerte und drei kleine Sinfonien (jeweils ca. 8 min) bilden das Programm. Elegante, kurzweilige und muntere Stücke sind das. Zwei Werke ragen heraus: Das Konzert F-Dur mit seiner langen, vom Hörnerklang geprägten orchestralen Einleitung. Und die Sinfonia F-Dur, in der Rolle ebenfalls Bläser fordert. Ansonsten beschränkt sich Rolle auf Streicherbesetzungen. Nun könnte man leichtfüßig über diese "lockere" Musik hinweggehen unbd sie beiseite legen. Wenn da nicht die Interpreten wären, die die Krone des Ganzen bilden. Dirigent Willens hat seine Kölner Akademie derart im Griff, dass da jede Phrase gestaltet und nichts dem Zufall überlassen wird. Das ist große Gestaltungskunst! Cembalist Borgstede fügt sich da ein und kann natürlich mit seinem Instrument gestalterisch nicht so arbeiten wie ein Orchester. Auch so prima. Sonst stimmt alles mit dieser CD. Also: Worauf warten?
    Klavierkonzert F-Dur op.26

    Klavierkonzert F-Dur op.26 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Im Schatten der "Großen"

    Immer wieder muss man sich fragen, warum Komponisten, die wunderbare Musik komponiert haben, in der Versenkung verschwunden sind. Der Adalbert Gyrometz ist so einer. Dabei war er zu Lebzeiten durchaus berühmt. Seine Musik spielte man in ganz Europa. Heute ist er im Schatten von Mozart und Haydn fast gänzlich verschwunden und erst jetzt erinnert man sich an seine Werke. Der ausführliche Booklet-Kommentar von Bert Hagels stellt Leben und Werk eindrücklich vor. Die London Mozart Players gehören auch dazu. Schon Ende der 90er Jahre haben sie drei Gyrowetz-Sinfonien auf CHANDOS eingespielt. Schon da konnte man einen Eindruck von seiner Meisterschaft bekommen. Den Eindruck verstärkt nun cpo mit dieser neuen Gyrowetz-CD. Im Mittelpunkt stehen einmal nicht seine Sinfonien (seine gerade mal 13-minütige Sinfonie A-Dur auf dieser CD ist mehr eine "Zugabe"), sondern zwei seiner Instrumentalkonzerte. Seine Sinfonia concertante und sein Klavierkonzert F-Dur sind schöne Beispiele der klassischen Epoche, virtuos gesetzt und sehr dankbar für die Soloinstrumente. Und doch muss man feststellen: An Mozarts Kunst kommt doch keine ran. Egal. Für den Freund der Klassik sind diese Stücke eine Entdeckung. Umso mehr, als sie durch die Solisten, das Orchester und Dirigent Griffiths hervorragend interpretiert werden. Das macht Spaß und das Zuhören ist eine reine Freude. Da auch Booklet und Aufnahmetechnik stimmen, gibt es keine Bedenken. Ganz im Gegenteil!
    Ouvertüren Vol.2

    Ouvertüren Vol.2 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Fortgesetztes Vergnügen

    Schon die erste Folge der Ouvertüren (besser: Sinfonien) mit den Stücken op.5 lieferte beste musikalische Unterhaltung. Auch mit dieser zweiten Folge der Ouvertüren op.2 konnte Dirigent Bostock diesen Standard halten. Mit viel Gefühl und Temperament setzt Bostock sich für die kurzen, 8 - 10 minütigen Werke seines Landsmannes Smethergell ein. Das Pforzheimer Kammerorchester folgt den Intentionen seines Dirigenten in jeder Phase. Bestens besetzt das Orchester, sowohl bei den Streichern als auch bei den Bläsern! Da das Ganze auch noch sehr plastisch und präsent aufgenommen und in einem hervorragenden Booklet kommentiert wurde, steht dem fortgesetzten Hörvergnügen nichts mehr im Wege.
    Theatermusiken

    Theatermusiken (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    (Fast) speziell und einzigartig

    Vorweg bemerkt: Die vier CDs in dieser Box sind als Einzelproduktionen schon gebührend gewürdigt worden. Der allgemeinen Anerkennung kann ich mich nur anschließen. Nun bringt cpo - wie mittlerweile wiederholt - Einzelausgaben als kompakte Versionen in einer Box heraus. Nicht als Plastik-Teil, sondern als eine schmale Klappbox aus Pappe. Das ist sehr lobenswert, nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch aus Platzgründen in vollen CD-Regalen. Schön und gut, wenn da nicht der von mir immer wieder genannte Nachteil wäre: Die CDs sind in dünne, weiße unbeschriftete Papier-Hemdchen mit Plastik-Inlet gesteckt. Absolut unpraktisch! Aber nun gut. Höchste Anerkennung soll die Einspielung von Beethovens Theatermusiken trotzdem erhalten. Nicht nur der Repertoirewert ist hoch. Meines Wissens gibt es keine vergleichbare Edition, die Beethovens Theaterstücke so vollständig versammelt. Da findet man alles: von den Fest- und Schauspielmusiken und den Ouvertüren zum Ballett. Sogar das Opferlied op.121b ist vertreten. Prima! Die Interpretationen sind speziell: Dirigent Marcus Bosch bevorzugt mit der Capella Aquileia eine kammermusikalische Besetzung, vermeidet Schwulst und Pathos und legt Wert auf Durchhörbarkeit und zügige Tempi. Solisten und Chor fügen sich prächtig in dies Konzept ein. Die Aufnahme hätte hier und da etwas präsenter ausfallen können. Beigegeben ist ein fettes, 75-seitiges Booklet mit allen Texten. Bloß gut: kein Download-Booklet! Also: Wer in Beethovens musikalische Theaterwelt eintauchen und neue Entdeckungen machen möchte, der kommt an dieser Edition nicht vorbei. Super!
    Kantaten - Französischer Jahrgang 1714/1715 Vol.5

    Kantaten - Französischer Jahrgang 1714/1715 Vol.5 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.07.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Viel Licht - wenig Schatten

    Felix Kochs GA der Französischen Kantaten Telemanns ist bei Vol.5 angekommen. Aber noch liegt ein weiter Weg vor ihm, den Gutenberg Solisten, dem Neumeyer Consort und seinen diversen Gesangssolisten. Nun kann man das riesige Unterfangen (72 Kantaten) nicht hoch genug einschätzen und nur hoffen, dass dem Projekt nicht unterwegs die Puste ausgeht. Das wäre schade, weil es sich um z.T. wirkliche Kantatenschätze handelt, in denen sich Telemann immer wieder etwas Neues einfallen lässt. Wohl kaum jemann kann sich z.B. dem Schwung des Eingangschores zur Kantate "Der Himmel ist offen" (CD 2, Nr.1) entziehen. Viele weitere Beispiele ließen sich nennen. Immerhin versammelt die DoCD neun, zumeist kürzere Kantaten. Da wird man fündig. Der instrumentale Part der Aufnahme gefällt mir sehr. Das Neumeyer Consort ist topp! Da können die gesanglichen Leistungen leider nicht ganz mithalten. Die Auswahl der männlichen Solisten (besonders im Tenor) erscheint mir nicht völlig gelungen. Da hätte ich mir frischere, klanglich reinere Stimmen gewünscht. Die Damen lassen leider in der Textverständlichkeit etwas zu wünschen übrig. Dirigent Felix Koch wählt zügige Tempi. Schön. Nur: Einige Choräle - und recht viele kommen hier vor - verlieren so etwas "ihre Seele". Innehalten wäre gerade bei Chorälen mehr angebracht als zackige Spielweise. Aber das ist wohl auch Ansichtssache. Im Ganzen hier mein Wunsch: Nicht nachlassen im Bemühen um das Gesamtwerk Telemanns!
    101 bis 125 von 1083 Rezensionen
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