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    meiernberg Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 30. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 16180

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    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    1083 Rezensionen

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    15 Klaviertrios (P.IX:Nr.8-12,14,15,17,18,40-45)

    15 Klaviertrios (P.IX:Nr.8-12,14,15,17,18,40-45) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.10.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Wie Perlen an der Schnur

    Und das fünf CDs lang. Zu Kozeluchs Trios ist schon viel Positives geschrieben worden - auch von mir. Die neue Box fasst nun die 15 bei cpo erschienen Einzel-CDs zusammen, die vom Trio 1790 mustergültig eingespielt wurden. Die letzte, 5.Folge, erscheint jetzt separat und in dieser Box. Wieso so nebeneinander ist mir nicht klar, was mich zu ein paar allgemeinen Bemerkungen zur „Boxen-Politik“ von cpo veranlasst. Zuvor sei bemerkt: Es ist großartig, dass cpo nach Abschluss von Werkreihen alle Ausgaben in einer preiswerten Box wieder veröffentlicht. Die Boxen sind schön gestaltet, haben informative Booklets. Leider aber stecken die Einzel-CDs in dünnen Papierhemdchen. So weit, so gut und schlecht. Ich frage mich nur: Wer kauft diese Wiederveröffentlichungs-Boxen? Eine rasante Verkaufszahl wäre zu wünschen und sicher haben die Fachleute von cpo das kalkuliert und spekulieren auf reichlich Neukunden. Etwas naiv meine ich nur, dass die meisten Musikfreunde die cpo-Einzelausgaben doch schon besitzen dürften und nun sehen, es gibt auch eine kompakte und platzsparende neue Lösung. Aber da stehen doch schon alle Einzelausgaben im Regal! Mit dieser Frage muss wohl jeder Sammler klar kommen. Verzichten? Verschenken? Daneben stellen? Die Frage stellt sich besonders dann, wenn die letzte Einzel-Folge parallel zu GA erscheint – wie hier bei den Kozeluch-Trios. Und das bei geringem Preisunterschied. Vielleicht lassen sich durch die Boxen-Aktionen ja auch ganz neue cpo-Kunden gewinnen. Das wäre zu wünschen. Nun gut! Das sei einfach mal angemerkt! Was bleibt ist die großartige Repertoire-Vielfalt von cpo. Einzigartig auf dem Plattenmarkt!
    The Three Sopranos

    The Three Sopranos (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.10.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Schöne Musik, tolle Interpreten, unpassender Titel

    Das hätte dieses so hervorragende Ensemble der „Bostoner“ nun wirklich nicht nötig gehabt und das so innovative Label cpo auch nicht: „The Three Sopranos“, die “3 Soprane“. Nach „Den drei Tenören“, „Den 10 Tenören“ nun das: „Die drei Soprane“. Vielleicht kommen da demnächst auch noch „Die drei Bässe/Bassisten“ um die Ecke. Das ist m.E. doch eine recht schlichte Marketingstrategie, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Denn dieser reißerische Titel wird der virtuosen und echt „engelsgleichen“ Musik nicht gerecht. Engelsgleich ist vielleicht auch etwas übertrieben. Aber was die drei Damen da hören lassen, kommt dem wohl schon recht nahe. Wie immer werden diese 15 Stücke von fünf italienischen Komponisten (+ 1 Anonymus) stilgerecht und einfühlsam begleitet. Das ist hohe Gesangs- und Instrumentalkunst. Der CD ist ein ausführliches Booklet beigegeben. Alle italienischen Gesangstexte dabei. Leider nur in englischer Übersetzung (?!). Wie gesagt: Wenn man über den unpassenden „Aufmacher“ hinwegsieht, eine ganz tolle CD.
    Streichquartette Nr.1 & 2 (op.13 & 20)

    Streichquartette Nr.1 & 2 (op.13 & 20) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.10.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Spannend

    Keine Frage: Das ist eine spannende neue cpo-CD! Einerseits macht man Bekanntschaft mit einem scheinbar Unscheinbaren: Conrad Ansorge. Wer kennt den schon !? Andererseits lernt man seine Kammermusik kennen: zwei Streichquartette und die Cellosonate op.24. Und das Hörerlebnis ist echt spannend, weil einem da eine Komponistenpersönlichkeit begegnet, die eine ganz eigene Tonsprache hat. Sicher, klassisch orientiert und doch weisen viele Wendungen und harmonischen Verstrickungen auf die kommende Moderne hin. All das bringen das Orpheus Quartet und die beiden Solisten hervorragend zur Geltung. Virtuos und mit viel Engagement würdigen sie die Qualität dieser drei Kompositionen. Das Booklet informiert sehr gut und die Aufnahmetechnik stimmt. cpo veröffentlicht ja viele spannende Raritäten. Diese hat besondere Qualitäten. Spannend!
    Weihnachtskantaten

    Weihnachtskantaten (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.10.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Lohnt sich das?

    Nach dem Hören dieser neuen Weihnachts-CD werden wohl alle Hörerinnen und Hörer ihr eigenes Urteil fällen. Und das dürfte sehr unterschiedlich ausfallen. Auch mir fällt eine Bewertung nicht leicht. Licht und Schatten liegen dicht beieinander. Über den „Schatten“ zu schreiben, fällt mir nicht leicht, weil ich weiß, dass ich eine ganz persönliche Ansicht vertrete, die andere Personen so ggf. nicht teilen. Das Positive: Es ist wieder einmal erfreulich, dass man unbekannten, vernachlässigten Werken neue Aufmerksamkeit schenkt. Neue musikalische Pfade sind häufig besonders spannend. Dann ist es erfreulich, dass sich immer wieder Ensembles finden, die Aufführungen und Aufnahmen vorbereiten und sich in den Dienst dieser Sache stellen. Respekt! Und die sind in der Regel sehr engagiert und virtuos bei der Sache. Das gilt auch für diese Aufnahme. Damit enden jedoch schon meine positiven Anmerkungen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Auch der sei benannt: Ob sich die Aufnahmen dieser fünf Weihnachtskantaten des Händel-Lehrers Zachow lohnen, ist auch Geschmacksache. Für mich fallen sie in der musikalischen Qualität doch sehr hinter die „Großen“ der Zunft zurück. Vielleicht hätte eine echt einzigartige Interpretation die Sache retten können. Aber auch die liegen m.E. aus zwei Gründen nicht vor. Ich weiß nicht, wo Dirigent Klapprott seine Trompeter her hat. Die hatten jedenfalls wohl nicht ihren besten Tag. Und dann Bassist Dominik Wörner. Er mag ja seine Fans haben. Ich bin keiner! Seine Stimme ist einfach „alt“ geworden und sticht auch aus dem Ensembleklang heraus. Er hat wohl doch seine besten Jahre hinter sich.
    Ansonsten liefert Klapproth mit seinen Thüringern seine solide Leistung ab. Aber eben nicht Spitze, die erforderlich gewesen wäre, um Zachows Werke zu retten. Aufnahmetechnik und Bookletqualität sind in Ordnung. Deshalb: Eine CD für „Entdecker“!
    Konzertante Werke & Arien - New Discoveries

    Konzertante Werke & Arien - New Discoveries (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.10.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Vergnügliche Talentschau

    Ein wirklich passender Titel für diese neue cpo-CD, der da in der Produkt-Info zu lesen ist. Mehr aber wohl auch nicht. Diese Stücke, die fast alle aus den jungen Weber-Jahren stammen, stellen wirklich zur Schau, wie und was der gute Weber da veranstaltet hat, um erfolgreich zu sein. Und er hat das gemacht, was auch heute noch (leider) üblich ist: Er hat sich bei populären Stücken anderer Komponisten bedient und sie kunstvoll, das sei bescheinigt, zu seinen Stücken verarbeitet. 11 Stücke bietet die CD an und alle werden von den Interpreten bestens vorgetragen. Zum Rundfunkorchester aus München muss man nichts mehr sagen und Dirigent Moesus ist Spezialist für solche Stücke. Einzig Sopranistin Elena Harsanyi fällt durch ihr unangenehm starkes Vibrato in der Stimme auf. Jedenfalls für meinen Geschmack. Fazit: Eine CD für Leute, die meinen schon alles von Weber zu haben und sich gerne irren wollen!
    Symphonie op.41

    Symphonie op.41 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.10.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Schöne Romantik

    Immer wieder gerne liest/hört man von Komponistinnen, die sich in dieser Männer-Domäne nicht haben unterkriegen lassen. So auch Frau Le Beau. Die hatte mit ihrem musikalischen Elternhaus und frühen Förderern auch Glück. Aber Glück gehört eben auch dazu. Obwohl man ihre Lebensdaten in die Spätromantik verorten würde, sind ihre hier eingespielten drei Werke klassisch romantische Stücke, die sich sogar eher an der frühen Romantik orientieren. Da lassen Mendelssohn und Schumann grüßen, ohne dass man Frau Le Beau irgendein Plagiat vorwerfen könnte. Im Gegenteil. Sie entwickelt ihre eigene, sehr gelöste Tonsprache, die in den langsamen Sätzen des Klavierkonzerts und der Sinfonie m.E. Ihren schönsten Ausdruck findet. Das ist wirklich schön und geht zu Herzen. Allround-Talent Oliver Triendl und das Frankfurter Orchester unter Ernst Theis haben ihren gehörigen Anteil daran. Wunderbare und tatsächlich „einzigartige“ Interpretationen. Bei manchen Raritäten fragt man sich ja zuweilen, ob sie eine CD-Veröffentlichung rechtfertigen. Frau Le Beaus Werke gehören nicht dazu. Sie lohnen. Schön, dass es sie zu hören gibt!
    Sämtliche Streichquartette, Klaviertrios, Klavierduette

    Sämtliche Streichquartette, Klaviertrios, Klavierduette (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.09.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Kann man nur schwärmen

    Nach der 4er-Box mit den Quartetten und Trios folgt nur eine neue 5er-Box mit den Klavier-Duetten als Ergänzung. So ganz erklärlich ist mir diese Abfolge der Boxen-Veröffentlichung nicht. Doch die anhaltende Begeisterung für die Werke Roberrt Volkmanns durch Kunden, Kritiker und Produzenten erklärt vieles und entschuldigt alles. So liegt sie nun vor die neue Komplett-Box und zu den Werken und Interpreten kann ich nur auf zurück liegende Besprechungen verweisen. Deren Tenor ist einheitlich: einfach zum Schwärmen!
    Klavierquintett

    Klavierquintett (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Muss man mögen - oder nicht

    Keine Frage: Frau Turkevych ist in ihrer Heimat Ukraine sicher eine besondere musikalische Persönlichkeit gewesen. Gerade als Frau etwas ganz Besonderes. Auch ist es verständlich, dass der Ukraine gerade jetzt Aufmerksamkeit geschenkt wird. Gut und richtig. Ob dadurch jedoch auch ihre Musik besonders ist, muss jeder Hörer nach dem Erwerb diese CD selbst beurteilen. Spricht die anfängliche Sonate für Violine und Klavier aus dem Jahr 1935 noch eine gemäßigt „moderne“ Sprache (alles schön tonal), entwickelt die Komponistin im folgenden Streich-Trio und dem Klavierquintett aus den 60er Jahren doch eine Tonsprache, in die man sich hineinhören muss. Mir fällt das schwer, weil ich mit atonalen oder dissonanten Tönen nicht so viel anfangen kann. Das mögen andere Hörer anders hören und das ist auch gut so. Sicher gut sind die Interpreten. Immersio Vienna & Friends interpretieren – soweit ich das bei dieser Musik beurteilen kann – mit großem Können und Einsatz. Das ist keine Frage. Fazit. Eine ganz besondere CD, die ihren Reiz durch die besonderen Lebensumstände der Komponistin erhält. Für Neugierige!
    Kantaten - Französischer Jahrgang Vol.6

    Kantaten - Französischer Jahrgang Vol.6 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.09.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Es "telemannt" weiter

    Und wie! Mit Pauken, Trompeten (gleich 5(!!) Stück in der Kantate „Lobt Gott..“) und großem Aufgebot (Doppelchor) feiert Telemann musikalisch das Weihnachtsfest. Den Vogel schießt dabei die o.g. Kantate ab, bei der zur großen Instrumentalbesetzung noch ein Doppelchor kommt. Üppiger geht’s kaum! All’ dieser Weihnachtsglanz lässt sich in der neuen Telemann Do-CD von cpo finden, in der 10 Kantaten aus dem Französischen Jahrgang 1714/15 zusammengefasst sind. Nicht alle Kantaten fallen so klangüppig aus wie die bereits angesprochene. Doch immer sind sie von einem festlichen Gestus geprägt. Natürlich ist das auch ein Verdienst der Interpreten. Telemannerfahren wie sie sind, machen die Gutenberg Soloists und das Neumeyer Consort ihre Sache hervorragend. Auch die diversen Solisten wurden sorgfältig ausgewählt und passen wunderbar in das Klanggeschehen. Der Chor agiert in kleiner Besetzung, flexibel und durchsichtig. Die Instrumentalseite ist wohl die stärkste Seite. Fünf Sterne! Dirigent Koch lässt flüssig und beweglich musizieren, nie gehetzt. Auch hat er keine Scheu vor prächtigem Klang (CD1, Track 21). Die Aufnahmetechnik ist bestens gelungen, auch das Booklet, das mit 63 Seiten umfangreiche Infos und alle Gesangstexte enthält. So kann’s weitergehen!
    Symphonien op.6 Nr.1-6

    Symphonien op.6 Nr.1-6 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2026
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Nette Stückchen - Teil 2

    Was ich zur Veröffentlichung der Gossec-Sinfonien op.IV schrieb, gilt auch hier voll und ganz. Auf zwei CDs sind wieder sechs Sinfonien versammelt, die alle um die Viertelstunde lang sind und sehr an den frühen Haydn erinnern. Besondere Aufmerksamkeit beim Hören will sich bei mir nicht einstellen. Zu gleichförmig (auch in der Besetzung) sind die Stücke. Klar, Gaudenz macht, diesmal mit den Heilbronnern, das Beste draus, musiziert genau und schwungvoll. Doch den Geist aus der Flasche kann auch er nicht zaubern. Damit soll die kompositorische Leistung des Herrn Gossec nicht geschmälert werden. Er hatte als einer der ersten und einzigen Franzosen sich an Sinfonien gewagt. Allein das macht die Veröffentlichung verdienstvoll, zumal die Musik bestens aufgenommen und im Booklet sehr ausführlich besprochen wurde. Und doch darf man beim Text von Bert Hagels wieder fragen, ob nicht weniger Analyse mehr gewesen wäre. Seine Analyse ist mehr was für Musikstudenten, weniger für „normale“ Hörer. Egal. Gut, dass es die Aufnahmen gibt.
    Symphonien Nr.1 & 2 (op.780 & 781)

    Symphonien Nr.1 & 2 (op.780 & 781) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.09.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Der konnte mehr!

    Zu der Überzeugung kommt jeder, der Czernys Sinfonien gehört hat. Der kann mehr als nur Etüden schreiben. Seine Sinfonien sind zumeist verschollen oder nur in Handschriften überliefert. Bis zu 14 Sinfonien sollen es gewesen sein. Nur die Nr.1+2 sind gesichert nummeriert. Alles andere bleibt wohl noch Stückwerk. Dabei liegen mir – neben den Sinfonien 1+2 – auch Aufnahmen der Sinfonien 5+6 vor, die seinerzeit bei Hänssler, bzw. Signum erschienen sind. Da wird man auch nicht ganz schlau, wie es zur Zählung von Nr.5 und 6 kommen konnte. Egal. Zur Debatte steht die Neuaufnahme der ersten beiden Stücke und sie endet mit klarem Sieg der Neuaufnahme. Das liegt natürlich besonders an Willens famoser Kölner Akademie, die kräftig zulangt. Dabei sind das nicht schnellere Tempi (wie leider so oft), sondern kräftige Akzente und dynamische Maßnahmen, die sicherlich in ihrer Wirkung durch die Originalinstrumente noch verstärkt werden. Da wirken die älteren Aufnahmen doch etwas bieder. Nun, Czerny war kein Beethoven. Und doch ist seine Musik mehr als hörenswert und man darf gespannt sein, wie cpo diesen sinfonischen Czerny-Weg weitergeht.
    Streichquartette op.15 Es-Dur Nr.1 & D-Dur Nr. 3

    Streichquartette op.15 Es-Dur Nr.1 & D-Dur Nr. 3 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.09.2026
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Immer wieder mal was Neues

    Und das in doppelter Hinsicht. Vom Komponisten Andre haben wohl nur Kenner mal was gehört, vom Oxalis Quartett auf CD sicher kaum jemand. Wieder einmal ist es cpo zu danken, dass die Musikfreunde diese neuen Bekanntschaften machen dürfen. Mit Johann Anton Andre begegnet uns ein Komponist, den die Produkt-Info so schön mit „klassisch nach dem Buche“ beschreibt. Und in der Tat: Seine beiden fast halbstündigen Quartette op.15 und die nette Beigabe op.54 sind in jeder Hinsicht klassisch aufgebaut: Noch Menuett statt Scherzo und alles streng nach Vorschrift. Da tritt der gute Andre dann die würdige Nachfolge von Mozart und Beethoven an. Das schmälert die Qualität seiner Musik nicht, verleiht ihr aber keine Sonderrolle. Das Oxlis Quartett interpretiert genauso klassisch, souverän und klangschön. Da haben sich die Richtigen gefunden. Das Booklet informiert ausreichend und der Klang stimmt. Echt was für Entdecker!
    Symphonie Nr.5

    Symphonie Nr.5 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.09.2026
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Finale - persönlich geprägt

    Schaut man sich die Gesamteinspielungen von Alfvens fünf Sinfonien an, so ist da nicht viel. Das ist angesichts der Bedeutung, die Alfven zukommen sollte, bedauerlich. Willens Aufnahmen auf Naxos leiden unter den verschiedenen Orchestern, die in unterschiedlicher Qualität agieren. Dann wäre da noch die Stockholmer Aufnahme mit Järvi, der – wie leider häufig - die Sache etwas pauschal angeht. Einzelaufnahmen (von z.T. hoher Qualität() lasse ich mal außen vor. Da ist die nun abgeschlossene GA mit dem DSO Berlin doch ein Gewinn. Dirigent Borowicz steht für alle Aufnahmen das beste Orchester zur Verfügung. Und die Berliner machen ihre Sache ausgezeichnet. Auch entwickelt der Dirigent mehr und mehr eine Affinität zu Alfven – hier in der Fünften trotz der schwierigen „Geburt“ - ganz besonders -, lässt bei nie forcierten oder verschleppten Tempi intensiv musizieren. Das ist schön und macht diese GA wohl zum Spitzenreiter unter den wenigen Gesamtaufnahmen. Hinzu kommt, dass diese GA in de cpo-eigenen Qualität in den Booklets hervorragend kommentiert wird.
    Auch die beiden kleinen Zugaben sind hörenswert. Sehr gut!
    Sämtliche Symphonien

    Sämtliche Symphonien (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Schwere Kost

    "Das Werk, an dem ich arbeite, ist mein eigenes Leben, das gesegnete, das verfluchte" (Booklet S.12). Bei kaum einem anderen Komponisten spiegelt sich sein Leben in seiner Musik so wider wie bei Pettersson. Unangepasst, kompliziert, deprimiert, ein ständiges Auf und Ab. Er war ein schwieriger Mensch und genauso schwierig ist seine Musik, so schwierig, dass man cpo anfangs kaum zutraute, eine GA seiner 16 Sinfonien zu produzieren. Aber cpo schaffte das und veröffentlicht nun die gesammelten Werke in einer Klappdeckelbox mit fettem, 99-seitigem Booklet. Das braucht man auch, um sich in die Musik einzuarbeiten. Sieben Dirigenten und fünf Orchester bot cpo auf, um dem Pettersson-Koloss Herr zu werden. Und es ist bewundernswert wie die Interpreten diese schwere Kost versuchten, dem Hörer schmackhaft zu machen. Bei mir ist das nicht ganz gelungen. Petterssons Musik ist mir zu zerrissen, zu depressiv und fahrig. Liegt aber sicher daran, dass ich ohnehin kein großer Fan der Moderne bin. Doch wer sich mal so richtig eine musikalische Aufgabe zur Brust nehmen möchte: Hier ist sie!
    Symphonien Nr.1-12

    Symphonien Nr.1-12 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.08.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Strukturen und Empfindungen

    Bei Milhaud hat man Eindruck, dass Gefühle und Eindrücke prägend sind für das Entstehen seiner Sinfonien. Typisch französisch möchte man sagen. Und in der Tat finden sich Spontaneität und Leichtigkeit in bestem Einklang mit großformatigen Arbeiten. Feine, subtile Instrumentationen und gewaltige Klangmassen (Sinfonie Nr.3-Te Deum) - bei Milhaud ist immer alles möglich. Im Booklet wird sehr schön genannt, dass man bei Takten zuweilen gar nicht weiß, wie es weitergehen wird. Doch Milhau findet immer einen Weg, seinen Weg, der zu einer ganz persönlichen Tonsprache führt. Das ist nicht immer leicht zu hören, doch immer interessant und spannend. Sicher auch ein Verdienst von Dirigent Alun Fancis, der m.W. die einizige GA von Milhauds 12 Sinfonien vorgelegt hat. Die ist bei cpo nun als preiswerte Klappdeckelbox wieder veröffentlicht worden. 8 CDs wurden - leider wieder in dünnen Papier-Hemdchen gesteckt - in einer schmucken Box mit einem 27-seitigen Booklet versammelt. Das Booklet ist prima. Wieder braucht man wegen der kleinen Schrift gute Augen und ggf. Englischkenntnisse. Der Te-Deum-Text wurde - leider - nicht ins Deutsche übersetzt. Das RSO Basel bewältigt die z.T. anspruchsvollen Partituren bestens und auch über die Aufnahmetechnik kann man nicht klagen. Wieder so ein einzigartiges Sinfonien-Projekt von cpo! Einfach toll!
    Symphonien D-Dur (1834) & g-moll (1832)

    Symphonien D-Dur (1834) & g-moll (1832) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Starke Stücke

    Dies ist bei cpo nun die 4.Folge der starken Potter-Stücke. Wieviel mögen noch kommen? Noch eine? Noch zwei? Bei dem Sinfonien-Durcheinander beim Cipriani Potter weiß man ja nie so genau. Egal. cpo wird es wohl wissen! Denn was das Label bislang an Produktionen vorgelegt hat, sind echt lauter „starke Stücke“, Stücke die über Beethoven hinausgehen und ihren ganz eigenen Charakter haben. Das hatte ja wohl auch Richard Wagner erkannt, als er die g-moll-Sinfonie in England dirigierte. Diese Sinfonie – welche Nummer auch immer – wurde wohl nicht nur deshalb die bekannteste der Reihe. Diese Einspielung – wieder mit dem formidablen Orchester aus Wales und dem bewährten Griffths am Pult – ist deshalb nicht die erste. Aber die beste! Wieder gehen die Akteure die Kompositionen mit großem Schwung, Leidenschaft und Energie an. Auch Gefühl und Sentiment kommen nicht zu kurz. Das Orchesterspiel ist ausgezeichnet. All das gilt natürlich auch für die D-Dur-Sinfonie und ein beigegebenes Bravourstück, das Duo concertant für Geige, Piano & Orchester. Das ist schöne, virtuose Musik und ebenso toll gespielt. Die CD ist mit fast 80 min voll gepackt. Endlich mal wieder wurde die Spielzeit voll ausgenutzt. Booklet und Aufnahmetechnik sind wieder bestens. Da freut man sich doch auf die Fortsetzung – oder?
    Compiete con Lettanie et Antifone della Beata Vergine op.7 (1662)

    Compiete con Lettanie et Antifone della Beata Vergine op.7 (1662) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Asketisch-opernhaft

    Die Produkt-Info schreibt von dem Widerstreit im 17.Jahrhundert, wie man am besten Gott lobsingen könne: entweder asketisch-herb oder prunkvoll-opernhaft. Beides hatte wohl Bestand. Wohl auch deshalb, weil es Komponisten ab, die den „goldenen“ Mittelweg fanden. Dazu gehörte sicherlich der Giovanni Legrenzi. Seine klösterlichen Klage- und Mariengesänge sind von kunstvoller Schlichtheit und erhabener Größe. Mit delikater Instrumentalbegleitung erwachen die 15 Gesänge zu bewegendem Leben. Zu danken ist das auch dem Ensemble Polyharmonique mit 6 Sängerinnen und Sängern und 4 Instrumentalisten. Unter der Leitung von Alexander Schneider wird toll musiziert, lupenrein intoniert und homogen aufeinander gehört. Ein wunderbares Ensemblespiel! Auch die Gesangsleistungen sind – mit einer kleinen Einschränkung – zu loben. Nur das: Mich wundert, dass es in vielen Gesangsensembles und Solobesetzungen kaum noch einen „echten“ Bass mehr gibt. Zumeist sind die Bassstimmen baritonal hell gefärbt, was zu Folge hat, das tiefe Passagen oft zur stimmlichen Überforderung werden. So auch Bassist Matthias Lutze, der hörbar Mühe im tiefen Register hat. Ein kleine Einschränkung einer im ganzen hervorragenden Chorleistung. Sei abschließend positiv vermerkt: Immer wieder kritisiere ich, dass cpo die CDs in den neuen Klappboxen in dünne Papierhemdchen steckt oder Libretti nur noch über ein Download zu haben sind. Nun aber ist festzustellen, dass wohl alle Booklets als PDF auch komplett gedownloaded werden können, auch wenn die Texte im Booklet abgedruckt worden sind. So auch bei dieser CD. Wem also das keine Booklet nicht hilft (z.B. zu kleine Schrift), der kann sich nun so bedienen. Gut und weiter so!
    Streichquintett a-moll op.7

    Streichquintett a-moll op.7 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Gewaltig

    ...ist das Hauptwerk dieser neuen CD der Komponistin Müller-Hermann: Das Streichquintett op.7 dauert mehr als 40(!!) min. Da braucht man schon Sitzfleisch oder Begeisterung für anspruchsvolle Kammermusik. Bei mir hält sich beides in Grenzen. Ich bin kein Kammermusik-Kenner und höre zu, was mir gefällt. Natürlich gefällt mir, wie das Ensemble spielt. Die Fünf verstehen ihren Job! Toll! Das Streichquintett und die beigegebene Cello-Sonate op.17 sind keine leichte Kost und spiegeln sehr schön die Epoche der ausgehenden Romantik wider. In jedem Fall sehr schöne Ergänzungen des Repertoires, die es aber schwer haben werden, den Weg auf Konzertpodien zu schaffen.
    Die Aufnahmetechnik und die Bookletqualität sind bestens.
    Gorenjski slavcek (Die Nachtigall von Gorenjska / Oper in 3 Akten)

    Gorenjski slavcek (Die Nachtigall von Gorenjska / Oper in 3 Akten) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.08.2026
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Schöne Musik und ein dickes Fragezeichen

    Schöne Musik, aber wer soll das verstehen? Da wird eine fast vergessene, zu ihrer Zeit sehr erfolgreiche Oper wieder entdeckt und mit beachtlichem Niveau eingespielt. Aber wer soll sie verstehen? Der Titel der Oper verrät nur wenig über die Handlung. Irgendwie geht es wohl um eine besondere Stimme. Die kurze Handlungsbeschreibung auf den Booklet-Seiten 9+10 bestätigt das und man weiß dann, worum es geht. Aber reicht das? Es wird auf Slowenisch gesungen. Gut und schlecht. Das ist die Heimatsprache der Urfassung, die oft bearbeitet wurde. Doch rechte Opernfreunde wollen nicht nur über den Inhalt informiert werden, sondern genau wissen, gar mitlesen, was und wovon in Arien, Duetten, Chören etc. gesungen wird. Ein Libretto sucht man im Booklet – wie leider oft – vergebens und hofft nun, durch den abgedruckten QR-Code zu einem Libretto zu gelangen. Dazu sollte man sich schon an den PC begeben, denn auf dem Handy ist der Text noch schwerer lesbar als im kleinen Booklet. Klappt! Doch dann die Ernüchterung: Der Librettotext erscheint in Slowenisch und...Englisch! Alle Musikfreunde, die nicht ausreichend der Sprache mächtig sind, sind wieder angeschmiert. Und das ist sehr schade! Denn die Grazer Aufführung hätte es auch verdient, mit der deutschen Sprache gewürdigt zu werden. So kann man nur ein zwar reich bebildertes, aber unvollständiges Booklet, eine solide Aufnahmetechnik und erstaunlich gute Solisten und Instrumentalisten bewundern.
    Hätte man alles besser machen können…!
    Orgelwerke

    Orgelwerke (SACD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Die Wucht in Tönen

    Man kennt ihn spätestens seit seinem einzigartigen, 22 CDs umfassenden Orgel-Tripp durch die Landschaften barocker Kompositionen und Komponisten aus Norddeutschland und aus Ausflügen ins In- und Ausland: Friedhelm Flamme, Organist und Pädagoge und – so scheint es - ständig auf der Suche nach Neuem, neuen Komponisten und deren Werken. Norddeutschland wäre da ja abgehakt. Nun geht’s nach Mitteldeutschland und er findet einen Komponisten, den wohl nur Kenner kennen. Flamme gehört dazu. Und für ihn ist der Name Richard Bartmuß nicht einmal ganz neu. Der sehr lesenswerte Flamme-Text im Booklet (S.4-9) ist die Kurzfassung einer Abhandlung, die bereits 2023 veröffentlicht wurde. Nun in 2025 hat es auch mit einer Aufnahme seiner Werke geklappt. Dazu reiste Flamme nach Goslar und bespielte die wunderbare Orgel der dortigen Marktkirche. Und wie er sie bespielte! Auf S.10 des Booklets steht so schön: „...welches keine Wünsche offen lässt“. Gemeint ist natürlich die Qualität der Orgel. Auch zu Flamme passt der Satz. Auch sein Spiel lässt keine Wünsche offen. Er wählt phantasievoll unter den 58 Registern aus und lässt den ganzen romantischen Überschwang der Kompositionen erklingen. Eingespielt hat Flamme die Sonaten Nr.1 und 3, zwei Choralphantasien und drei weitere kurze Stücke. Die gesamte Auswahl bringt auf spannende Art und Weise die genialen Kompositionen des Richard Bartmuß, die unendlichen Möglichkeiten der Goslarer Orgel und die besondere Spielkunst des Friedhelm Flamme zu Gehör. Flinke Finger und lange Beine hat er ja. Und eine große musikalische Persönlichkeit. Wie gesagt: Eine Wucht in Tönen!
    Flötenquintette op.50 Nr.1-3

    Flötenquintette op.50 Nr.1-3 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.08.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Heiter, vielseitig und unbeschwert

    Drei Quintette des Franz Danzi. Was soll da schon schief gehen!? Die fünf Herrschaften des Ardinghello Ensembles gehen diese Stücke deshalb auch mit Schwung, Leidenschaft und Spielfreude an. Kaum ein Blasinstrument verbreitet ja so rasch gute Laune wie die Flöte. Und wenn Karl Kaiser sie spielt, erst recht! Der verfasste auch den sehr lesenswerten Booklettext und kommt auf Seite 6 zum Fazit: „Insgesamt stellt Franz Danzi in den drei Quintetten einen weitgefassten Kanon von Formen, Farben, Emotionen und Assoziationen vor“. Dem ist nichts hinzuzusetzen! Klassik, Romantik und Volkstümlichkeit. Durchaus öffnete Danzi in manchen Werken „das Tor zur Romantik“ (Booklettext-Titel) und doch lässt sich die Mannheimer Schule mit seiner zumeist heiteren musikalischen Gangart nie abschütteln. Das macht die Musik umso schöner. Das Ensemble wird diesen Ansprüchen auf Schönste gerecht. Eine schöne neue CD – nicht nur für die Kaffeestunde.
    Orchesterwerke & Konzerte

    Orchesterwerke & Konzerte (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.08.2026
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    (Fast) alles zusammen

    Den Pfitzner muss man nicht mögen. Ich meine seine Person. Seine nationalsozialistisch-antisemitische Gesinnung war ja auch wirklich widerwärtig! Aber als Musikfreund habe ich mich daran gewöhnt, wie bei Wagner, Person und Werk voneinander zu trennen. Ist man dazu bereit, staunt man nicht schlecht über den romantischen Geist seiner Kompositionen. Und - wieder einmal - war es cpo, sich diesem Werk mutig anzunehmen. Mit Dirigent Albert fand man ja auch den rechten (nicht politisch gemeint!) Mitstreiter. Zeugnis von den Pfitzner-cpo-Produktionen im Orchesterbereich legt nun diese schmucke neue Klapp-Box ab, die auf 5 CDs (leider wieder in Papierhüllen) und einem fetten 75-seitigen Booklet zum Sparpreis auch die Musikfreunde anlocken sollte, die bislang einen Bogen um Pfitzner gemacht haben. Die Begegnung lohnt. Die Tonqualität ist prima, die beiden Orchester und die Solisten sind topp und Dirigent Albert erweist sich - wie schon beim Hindemith - als wahrer Topp-Entdecker. Und es gibt viel zu entdecken, vieles in singulären Erstaufnahmen. Komplett sind die Orchesterwerke leider nicht. Da hat dann wohl doch das Budget oder der Mut gefehlt!? Doch auch so eine einzigartige Veröffentlichung!
    Il Mose (Oratorium für Soli,Streicher,Bc)

    Il Mose (Oratorium für Soli,Streicher,Bc) (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.07.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Eine neue cpo-Rarität, aber...

    ...man wird sicherlich zwei Fragen stellen dürfen: 1. Muss alles, was an Musik komponiert wurde, aufgenommen und auf CD gepresst werden? Dies sei vorweg gesagt: Die Interpreten sind großartig, allen voran der glockenhelle Sopran von Magdalena Podkoscielna. Natürlich muss man sich daran gewöhnen, dass die Figur des Moses von dieser hellen Sopranstimme (!!) gesungen wird. Ohnehin leidet das Oratorium über Ereignisse nach dem Auszug aus Ägypten für den nicht-italienischen Hörer an Verständlichkeit. Wobei ich bei der zweiten Frage bin. Sie betrifft die „Dramaturgie“ des Booklets, das ja eigentlich eine besondere Qualitätsgarantie bei cpo darstellt. Warum gibt es beim Libretto keine deutsche Übersetzung, sondern nur eine englische? Ich verstehe das deshalb nicht, weil der wieder sehr ausführliche Booklettext bis S. 13 auf Deutsch verfasst ist. Danach – bis zum Libretto - folgt der Text in Englisch. Das ist weder logisch noch sinnvoll. Englischkenntnisse und eine sehr kurze Inhaltsübersicht (S.12) helfen zwar. Das Problem lösen sie nicht. Schade eigentlich, weil das Ensemble Weser-Renaissance um Manfred Cordes wieder für eine gelungene Rarität sorgt, die man einmal hört. Und dann?
    Sämtliche Klavierwerke

    Sämtliche Klavierwerke (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.07.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Deutsche Schule und italienische Leichtigkeit

    Mit diesem Nicolai-Zitat beginnt Christof Keymer seinen lesenswerten Booklettext zu den von ihm selbst eingespielten Klavierwerken von Otto Nicolai. Auf 2 CDs ist alles versammelt, was der Komponist „ganz aus dem Geist eines romantischen Klavierklangs“ (Booklet S. 6) geschaffen hat. Pianist Keymer analysiert im Booklet sehr anschaulich, was er da spielt. Und er spielt prima und es gelingt ihm tatsächlich, den romantischen Klavierklang zu erzaubern. Sehr schön und der Beweis, dass der Komponist Nicolai weit mehr konnte, als „nur“ seine „Lustigen Weiber…“. Schade nur, dass diese Tatsache bei so vielen Musikfreunden noch nicht so recht angekommen ist. Diese neue cpo-Do-CD sollte das ändern.
    Triosonaten op. 3 Nr. 1-7

    Triosonaten op. 3 Nr. 1-7 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.07.2026
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Oboeissimo

    Die CD enthält 6 Sonaten für zwei hohe Stimmen, Gambe und Cembalo. Zusätzlich die kurze Sonate Nr.7 für 3 Stimmen „A Capella“. Ich kannte zuvor den Barockkomponisten Dornel nicht und weiß nach dem Abhören der CD nicht so recht, ob ich etwas verpasst hatte oder nicht. Ich kann Julien Dudruque im Booklettext auf Seite 8 nicht recht folgen, wenn er zur Interpretation meint, das instrumentale Veränderungen keine Abwechslung gebracht hätten und das Bestehen auf lediglich zwei/drei Oboen die Qualität der Kompositionen beweist. Ich hätte das anders „gehört“. Dornel ließ offen, welche „hohen“ Stimmen er gemeint hat. Ich meine der Wechsel zwischen Violinen, Flöten und Oboen innerhalb der Abfolge der 7 Sonaten hätte den Werken in ihrer Farbigkeit und ihren Interpretationsmöglichkeiten gut getan. Für den Hörer wäre das Hören zudem spannender und abwechslungsreicher gewesen. Die Möglichkeiten hätte das fabelhafte Bläserensemble L’Orfeo gehabt. Es hat sich anders entschieden. So erleben wir eine knappe Stunde Oboenklang. Sicher hoch kultiviert und virtuos gespielt und doch letztlich über 7 Sonaten hinweg etwas gleichförmig, zumal die Qualität der Kompositionen einen auch nicht gerade vom Hocker haut. Wie gesagt. Oboeissimo – ein Klangfest für Oboen.
    Bei aller „kleinen Kritik“ – eine schöne neue CD, die mit einem neuen Barockkomponisten bekannt macht.
    1 bis 25 von 1083 Rezensionen
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