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    zwischen.den.buchwelten

    Aktiv seit: 20. November 2024
    "Hilfreich"-Bewertungen: 1

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    57 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    WAS IST WAS. Dr. Floh taucht ab. Der Schatz der Cenote. Ein Tauchabenteuer

    Florian Huber
    WAS IST WAS. Dr. Floh taucht ab. Der Schatz der Cenote. Ein Tauchabenteuer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.10.2026

    Geheimnisvolle Unterwasserwelt

    Ich finde es schön, wenn es Kinder(sach)büchern gelingt, eine interessante Geschichte zu erzählen und gleichzeitig Wissen zu vermitteln. Das Konzept geht hier auf. Die Geschwister Luzie und Frido dürfen ihren Onkel Floh nach Mexiko auf eine Tauchexpedition begleiten.

    Floh, Luzie und Frido erforschen, zusammen mit Flohs Kollegen Robbie, eine Unterwasserhöhle und machen dabei spannende Entdeckungen. Ganz "nebenbei" wird in kurzen Infokästen die Geografie, Flora und Fauna erklärt sowie Wissenswertes rund um das Thema Tauchen vermittelt. Auch das Thema Umweltschutz wird besprochen, denn die Gegend, in der die Gruppe taucht, ist durch ein Bauprojekt gefährdet.

    Sowohl die Geschichte als auch die Infokästen sind altersgerecht geschrieben. Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die Schrift und der große Zeilenabstand vereinfachen das Lesen. Zudem werden die Kapitel durch schön gestaltete Illustrationen aufgelockert.

    Fazit. ‚Der Schatz der Cenote‘ ist eine gelungene Mischung aus Roman und Sachbuch. Der Schwerpunkt liegt deutlich in der Wissensvermittlung, eingebaut in eine kleine Abenteuergeschichte. Der Clou in dieser Geschichte ist, dass die (fiktive) Figur Dr. Floh quasi ein Alter Ego des Autors Florian Huber ist, der auch im „echten“ Leben als Unterwasserarchäologe arbeitet.
    Storm 1: Das Internat des Gruselns

    Judith Weber
    Storm 1: Das Internat des Gruselns (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.09.2026

    Vampire sind böse, oder doch nicht ;-) ?

    Storm ist ein Vampirmädchen, das unbedingt auf eine Vampirschule gehen möchte, denn so verlangt es die Tradition. Um dort aufgenommen zu werden, muss sie eine Untat vollbringen - dumm nur, dass das Mädchen lieber lustige Streiche spielt. Schließlich wird Storm auf eine Menschenschule geschickt und stellt fest, dass sie gar nicht böse sein muss.

    Ich fand das Buch wunderbar! Die Mischung aus kurzen Texten und comicartigen Bildern ist besonders gut geeignet für Kinder, die nicht gerne lange Texte lesen. Die einzelnen Kapitel sind angenehm kurz und die Sprache empfand ich als altersgerecht. Die Geschichte hat einen schön schrägen Humor, der durch die tollen Illustrationen sehr gut in Szene gesetzt wird - vor allem Birne, die leuchtende Katze, und Günther, den Skeletthausmeister, fand ich großartig!

    Storm ist eine Figur mit Identifikationspotential, geht es doch in der Geschichte auch darum, einen eigenen Weg für sich zu finden und zu erkennen, was man selbst möchte. Vor allem Storms Gefühle in den verschiedenen Situationen wurden kindgerecht und nachvollziehbar beschrieben.
    In der Geschichte werden viele wichtige Themen angesprochen, beispielsweise der Zusammenhalt in einer Gemeinschaft oder das Einstehen für Schwächere. Mich hat Storms Entwicklung hier wirklich sehr berührt.

    Die Handlung ist in diesem Buch zwar abgeschlossen. Eine Fortsetzung wird aber angedeutet. Ich würde mich über weitere Abenteuer von Storm freuen.
    Juli im Land der Zeitgeister

    Wieland Freund
    Juli im Land der Zeitgeister (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.09.2026

    Rasantes Abenteuer im Land der Zeit

    Ich liebe Geschichten, in die man direkt hineingeworfen wird. Genau das passiert hier. Bereits im ersten Kapitel stoppt die Zeit und die Protagonistin Juli trifft im Uhrenkeller ihres verstorbenen Großvaters auf den Zeitgeist Trim und einen geheimnisvollen Uhrmacher. Toll! Passenderweise lautet die Kapitelüberschrift „Im ersten Kapitel geht es sofort los”. Generell haben mir die Kapitelüberschriften, die einen kleinen Ausblick auf das geben, was kommt, Spaß gemacht – eine originelle und witzige Idee.

    Alle Figuren sind liebenswert beschrieben. Protagonistin Juli ist mutig und clever. Über Trims kreative Flüche (ohne ernsthafte Schimpfwörter!) werden sich junge Leser sicher köstlich amüsieren. Und selbst die Hexe Unruh, die zunächst sehr unfreundlich daherkommt, mochte ich im Laufe der Geschichte immer mehr.

    Die Handlung hat durchweg einen guten Spannungsbogen. Der Schreibstil ist angenehm und altersgerecht. Aufgrund der rasanten Handlung dürften auch Kinder, die sonst wenig lesen, schnell in die Geschichte eintauchen und dabeibleiben.

    Die Idee mit den Zeitgeistern, die alte Dinge bewohnen, fand ich toll. Ich fand den Gedanken schon immer schön, dass alte Dinge eine Seele haben. So vermittelt diese Geschichte die schöne Botschaft, alte Dinge zu pflegen und wertzuschätzen, anstatt sie durch Neues zu ersetzen.

    Hervorheben möchte ich außerdem die großartige Illustration im Vor- und Nachsatz, auf der die Karte des titelgebenden Landes zu sehen ist. Sie ist sehr detailliert gestaltet, sodass man jederzeit nachschauen kann, an welcher Stelle des Abenteuers man sich gerade befindet. Auch die Kapitelüberschriften sind hübsch gestaltet und machen in Verbindung mit den lustigen Überschriften Lust aufs Weiterlesen.

    Am Ende des Buches wird eine Uhr wieder in Gang gesetzt und dabei fallen viele Fachbegriffe. Hier hätte ich mir eine Zeichnung oder ein Glossar gewünscht, um die Funktionsweise einer Uhr noch einmal zu erklären. Das hätte die Geschichte für mich perfekt abgerundet. Lesenswert und empfehlenswert ist das Buch aber trotzdem!
    Das Knistern im All

    Stephan Lohse
    Das Knistern im All (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.08.2026

    Anspruchsvolle Coming-of-Age Geschichte

    Der Roman ‚Das Knistern im All‘ fällt bereits durch sein ungewöhnliches Cover ins Auge - eine Antilope vor einem Küstenhintergrund bei Nacht. Ich fand dieses Cover wunderschön und es spiegelt auch gut die Geschichte wider.
    Denn auf der Insel Amrum fängt alles an. Der 15-jährige Matti ist dort auf Klassenfahrt, als ihm während eines psychischen Zusammenbruchs zum ersten Mal die Antilope (ein Impala) begegnet.

    Dieses Buch ist trotz seiner Kürze von gerade einmal 167 Seiten kein Roman, den man mal eben wegliest. Die Sprache und der Stil des Autors sind speziell - ich gebe zu, manchmal hatte ich Schwierigkeiten zu verstehen, was er sagen möchte. Dennoch - oder vielleicht auch gerade deswegen - kommen die Stimmung und die Verfassung Mattis sehr gut rüber, sodass ich seinen psychischen Ausnahmezustand nachempfinden konnte. Immer wieder hat Matti Aussetzer, bei denen er dem Impala begegnet und das Knistern des Alls hört.
    Ich fand es gut, wie das Thema psychische Gesundheit hier dargestellt wurde und dass eine komplexe Erkrankung nicht einfach wieder verschwindet. Wir begleiten Matti über mehrere Jahre und am Ende geht es ihm zwar besser, aber „gesund“ ist er noch nicht.

    Es war sehr berührend zu lesen, wie seine Freunde die ganze Zeit an seiner Seite sind, ihn unterstützen und auffangen, und wie er schließlich mit ihrer Hilfe aus der Psychiatrie flieht. Die Themen Freundschaft, Erwachsenwerden, Identitätsfindung und das Erkennen der eigenen Sexualität ziehen sich wie ein zusammen gezwirbelter roter Faden durch das Buch. Insbesondere die Szene zwischen Matti und Can, in der sich nach jahrelanger Freundschaft endlich ihre Gefühle Bahn brechen, hat mich sehr berührt.

    Negativ erwähnen muss ich leider das Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwar handelt es sich um ein Hardcover, doch 24,00 Euro sind für ein Jugendbuch mit weniger als 200 Seiten einfach nicht angemessen!

    Fazit. ‚Das Knistern im All‘ ist ein außergewöhnlicher Coming-of-Age-Roman, der viele wichtige Themen anspricht ohne dabei oberflächlich zu bleiben. Im Gegenteil, der Schreibstil ist anspruchsvoll und wahrscheinlich nicht jedermanns Sache. Das Ende fand ich zwar ein bisschen drüber und unrealistische, trotzdem ist es m.M.n. eine empfehlenswerte Geschichte. 3,5 Sterne.
    Red Star Rebels

    Amie Kaufman
    Red Star Rebels (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    26.08.2026

    Gute Idee, mittelmäßige Umsetzung

    Ich bin zwar schon lange nicht mehr die Zielgruppe, lese aber immer noch gerne Jugendbücher – wenn es im Fantasy oder Sci-Fi Setting spielt, umso besser. Leider konnte mich ‚Red Star Rebels‘ nicht überzeugen.

    Dabei ging es erst mal vielversprechend los. Bereits nach wenigen Seiten wird die Marsstation evakuiert und die Protagonisten Cleo und Hunter bleiben allein zurück. Kurze Zeit später entern Terroristen die Station...
    Es hat mir gefallen, dass schnell Spannung aufgebaut wurde. Der Countdown zu Beginn jedes Kapitels sollte diesen Spannungsbogen zusätzlich halten, wobei das für mich nur teilweise funktioniert hat. In manchen Kapiteln passierte einfach zu wenig, und die Erzählweise hat zusätzlich dazu geführt, dass ich schnell genervt war. Das Buch ist sehr gewollt jugendlich geschrieben. Ich lese, wie gesagt, oft Jugendbücher, weshalb es mir hier sehr negativ aufgefallen ist. Der Erzählstil wirkte auf mich sehr aufgesetzt und nicht authentisch.

    Gestört hat mich außerdem die stereotype Zeichnung der Figuren. Cleo ist illegal auf der Station und hat eine kriminelle Vergangenheit, aber nur weil die Umstände sie dazu gezwungen haben. Hunter ist der Sprössling einer superreichen Familie, wurde von dieser jedoch ausgestoßen und fühlt sich unverstanden. Er ist natürlich nicht so arrogant, wie er wirkt, sondern nett und empathisch. Irgendwie hat man diese Konstellation schon x-fach gelesen. Trotz der (manchmal langatmigen) Beschreibungen ihrer Vergangenheit haben die beiden Figuren für mich keine Tiefe entwickelt. Zudem fand ich es nervig, dass sie sich natürlich direkt bei der ersten Begegnung total „hot” fanden.
    Die spannendste Figur auf Seiten der Antagonisten war noch Sabrina, während Marguerite eine typische „Rich-Kid“-Bösewicht war.

    Vor allem im letzten Drittel wurde die Handlung dann nochmal wirklich spannend und auch das Ende fand ich im Großen und Ganzen gelungen. Insgesamt konnte mich der Roman aber dennoch nicht begeistern.

    Fazit. Red Star Rebels’ ist ein Jugendbuch, das das Potential eines eigentlich spannenden Settings m.M.n. nicht gut genutzt hat. Die Figuren waren mir teilweise zu stereotyp und oberflächlich und bedienten bekannte Erzählmuster. Zudem sagte mir der übertrieben jugendliche Schreibstil nicht zu.
    Die Rückkehr der Hoffnung

    Rutger Bregman
    Die Rückkehr der Hoffnung (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.08.2026

    Interessante Gedanken ohne klare Antworten

    Wenn ich angesichts der Weltlage mal wieder die Hoffnung in die Menschheit verliere, denke ich oft an Rutger Bregmans Buch ‚Im Grunde gut‘, in dem es genau darum geht, dass der Mensch eigentlich gut ist.
    In der in dem vorliegenden Buch veröffentlichten vierteiligen Vortragsreihe geht es ebenfalls um Hoffnung. Die 92 Seiten waren schnell gelesen, denn der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Man erhält einen kompakten Einblick in Bregmans Denken. Dennoch konnte mich dieser Bregman nicht ganz überzeugen

    In seinem ersten Vortrag zeichnet Bregman ein wenig hoffnungsvolles Bild der Gegenwart. Wir leben in einer Zeit der Krisen, politischen Verwerfungen und gesellschaftlichen Orientierungslosigkeit. Kluge Köpfe arbeiten lieber für Tech- oder Beratungsunternehmen, anstatt ihren Intellekt für gesellschaftliche Verbesserungen einzusetzen. Interessant fand ich hierbei die historischen Vergleiche mit dem alten Rom sowie dem Niedergang Venedigs.
    Insgesamt bringt Bregman in seinen Vorträgen immer wieder historische Beispiele und Anekdoten. Sein Hintergrund als Historiker kommt hier deutlich zum Tragen. Anhand einzelner Persönlichkeiten und Bewegungen aus der Vergangenheit zeigt er, dass Veränderungen oft von kleinen Gruppen engagierter Menschen ausgehen. Seine zentrale Botschaft lautet: Hoffnung entsteht durch die Entscheidung zum Handeln.

    Hier geht es dann aber aus meiner Sicht nicht so richtig weiter. Während die Analyse der Probleme und die historischen Rückblicke überzeugen, bleiben die vorgeschlagenen Lösungswege vage. Bregman beschreibt zwar eindrucksvoll, wie gesellschaftlicher Wandel in der Vergangenheit gelungen ist, formuliert aber keine konkreten Ansätze für die Herausforderungen unserer Gegenwart.
    Gerade am Ende, im vierten Vortrag, hätte ich mir ein starkes Fazit. Stattdessen wurde mir dieser Vortrag zu philosophisch und hat als Klammer für mich nicht ganz funktioniert.

    Fazit. Die titelgebende Hoffnung wollte sich bei mir nach dem Lesen nicht ganz einstellen. Dafür waren haben mir einfach konkrete Handlungsideen gefehlt. Trotzdem ist ‚Die Rückkehr der Hoffnung‘ ein angenehm geschriebenes Buch mit interessanten Gedanken. Insbesondere für diejenigen, die noch nichts von dem Autor gelesen haben, ist das Buch eine kompakte Einführung in sein Denken.
    Drowning Sorrows in Raging Fire 1

    Priest
    Drowning Sorrows in Raging Fire 1 (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.08.2026

    Spannende Urban Fantasy aus China

    Fantasy ist und bleibt meine Lesekomfortzone. Am liebsten mag ich Urban Fantasy, daher war ich hier genau richtig. Faszinierend fand ich das Setting in China – das war für mich etwas Neues. So habe ich einen Eindruck von den zwischenmenschlichen Gepflogenheiten bekommen und auch Elemente der chinesischen Mythologie wurden in der Geschichte aufgegriffen.
    Die Namen der Figuren waren zunächst eine Herausforderung, doch im Laufe der Geschichte habe ich mich daran gewöhnt. Im Glossar wurden zu einigen Namen Hinweise zur Aussprache gegeben. Das hätte ich mir allerdings für alle Figuren und auch für die Ortsnamen gewünscht.

    Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Der Prolog setzte ein mystisches Fundament für die folgende Handlung. Und die hat es erstmal in sich! Auf den ersten rund 170 Seiten ist der Spannungsbogen ganz weit oben, es gab kein Kapitel zum Verschnaufen – toll!
    Danach wurde es zwar etwas ruhiger, aber die Handlung blieb interessant und komplex, da die beiden Figuren Xuan Ji und Shen Lingyuan einen Blick in die Vergangenheit werfen, die mit den Ereignissen der Gegenwart zusammenhängt. Ich bin gespannt, ob ich bei Band 2 noch alles parat haben werde.

    Protagonist Xuan Ji wurde mir mit seiner vorlauten Art schnell sympathisch. Überhaupt hat mir der Humor in der Geschichte gut gefallen. Auch Shen Lingyuan war ein interessanter Charakter. Vor allem die Einblicke in seine Vergangenheit haben der Figur Tiefe verliehen. Die Chemie und Anziehung zwischen den beiden Figuren war bereits deutlich spürbar, auch wenn die angedeutete MM-Lovestory wohl erst im nächsten Band weiterentwickelt wird.
    Die anderen Figuren blieben leider ein bisschen blass, hier hoffe ich auf den Folgeband.

    Hervorheben möchte ich außerdem das schöne Cover mit passendem Farbschnitt sowie die Illustrationen im Inneren des Buches. Das hat das Leseerlebnis perfekt abgerundet.
    Cozy Coloring - Love Yourself

    Hikaru Kotz
    Cozy Coloring - Love Yourself (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.07.2026

    Eine kleine Auszeit

    In den letzten Jahren habe ich verschiedene Malbücher für Erwachsene zur Hand genommen, aber selten mehr als ein bis zwei Motive ausgemalt. Die Bilder waren mir meistens zu fein und detailreich, außerdem waren die Linien zu dünn. Diese Malbücher haben mich eher gestresst als entspannt.

    Als ich das „Cozy Coloring“-Malbuch entdeckt habe, war ich begeistert. Die Motive sind niedlich, die auszumalenden Flächen großzügig, ohne zu viele Details, und die Linien sind dick genug, sodass man nicht so leicht über den Rand malt.

    Ich habe bereits mehrere Motive aus diesem Buch ausgemalt und dabei sowohl Bunt- als auch Filzstifte verwendet. Mit beiden ging es wunderbar. Das Papier hat eine angenehme Stärke, sodass nichts durchdrückt – selbst bei meinen Filzstiften nicht. Alkoholmarker habe ich nicht verwendet, diese sind ja etwas intensiver und ob und wie stark sie durchdrücken kann ich daher nicht sage. Aber auch hier wurde mitgedacht: Die Umschlagpappe am Ende des Buches ist zum Raustrennen und kann als Malunterlage verwendet werden. Apropos herausnehmen: Die Motive sind perforiert, sodass man sie einzeln aus dem Buch nehmen kann. Da ich das nicht wollte, fand ich es sehr angenehm, dass die Perforation nicht zu fein ist und die Seiten noch halten, wenn man sie umblättert.

    Für das Ausmalen einer Seite habe ich zwischen einer halben und einer Stunde gebraucht, was ich genau richtig fand. Schließlich möchte ich nicht tagelang an einem Motiv sitzen, sondern mir zwischendurch eine kleine Auszeit nehmen.

    Ich nutze dieses Malbuch nur für mich, aber ich könnte mir vorstellen, dass es auch eine tolle gemeinsame Beschäftigung für Eltern und Kinder ist. Die Motive sind auch für Kinder wunderbar geeignet. So könnten Kinder und Eltern jeweils ein Bild ausmalen und sich gemeinsam entspannen.

    Fazit. Das „Cozing Coloring“-Malbuch hat mich begeistert. Während mir die typischen Malbücher für Erwachsene nicht liegen, war dieses in puncto Detailgrad, Linienstärke und Papierqualität genau das Richtige. Das wird nicht mein letztes Malbuch dieser Reihe sein!
    Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.

    Amy Coombe
    Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen. (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.07.2026

    Magie, Bücher und Herzklopfen

    Während sich Romane mit dem Label „Romantasy“ schon lange großer Beliebtheit erfreuen, erscheinen seit etwa einem Jahr immer mehr Bücher unter den Stichwörtern „Cozy Fantasy“ bzw. „Cozy Romantasy“. Hier wird bewusst der Schwerpunkt auf ein behagliches Setting gelegt, sodass die Geschichten für mich eher nach Märchen als nach High Fantasy klingen.

    So ist es auch hier in ‚Cursed for Good‘. Es gibt Prinzen und Prinzessinnen, Zauberer, Flüche, Feen und Magie. Da die Handlung fast ausschließlich in einem Buchladen spielt, findet kein ausgiebiges Worldbuilding statt. Es wird jedoch genug über die Königreiche, ihre Bräuche und Bewohner erzählt, sodass sich ein rundes Bild ergibt.

    Tatsächlich handelt es sich hier um eine „Coming-of-Age“-Geschichte im märchenhaften Gewand: Protagonistin Tandy muss sich aufgrund des Fluches, der sie ereilt, damit auseinandersetzen, was sie eigentlich wirklich will. Wie in so vielen New-Adult-Büchern ist die Hauptfigur hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen ihrer Familie und ihren eigenen Bedürfnissen. Mir hat Tandys Entwicklung gut gefallen, wenngleich es am Ende etwas zu schnell geht. Auch ihre Beziehung zu dem Piraten Bash hat mir gefallen. Natürlich war von der ersten Begegnung an klar, worauf es hinauslaufen würde, aber die beiden waren mit ihren Zankereien sehr süß miteinander. Zudem habe ich mich gefreut, dass wir hier eine Liebesgeschichte ohne spicy Szenen bekommen haben - das hätte aber auch nicht zu dieser Art von Geschichte gepasst.

    Auch die anderen Figuren haben mir gut gefallen, vor allem die Drakonin Sasha, eine Art Reptilienwesen und Tandys Aushilfe im Buchladen. Den Gothic-Teenager mit Weltschmerz-Attitüde und erster (queerer) Liebe habe ich sofort ins Herz geschlossen.
    Ansonsten punktete das Buch für mich mit seinen vielen liebevollen Details. Der Buchladen war so schön beschrieben, dass ich am liebsten direkt dort eingezogen wäre. Die Blaukappen, kleine magische Glühwürmchen, und die Trug-Katze (kein cozy-Buch ohne Katze!) würde ich sofort adoptieren.

    Fazit. ‚Cursed for Good‘ ist eine niedliche, märchenhafte Geschichte über Liebe und Freundschaft. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist kein Buch, das mich erschüttert hat. Es ist ehrlicherweise auch kein Buch, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Aber es ist ein Buch, das mir während des Lesens ein warmes Gefühl gegeben hat – und das ist in den aktuellen Zeiten eine ganze Menge!
    Guten Morgen, schönes Wetter heute

    Tanja Kokoska
    Guten Morgen, schönes Wetter heute (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.06.2026

    Wenn Zufälle Menschen verbinden

    In dem Roman 'Guten Morgen, schönes Wetter heute' geht es um die Bewohner der Siedlung „Am Kastanienbaum“ in einer nicht näher genannten Großstadt. 1.584 Einwohner in mehreren Wohnblöcken – kein sozialer Brennpunkt, aber auch weit weg von gut situiert. Einigen dieser Einwohner folgen wir, lernen ihre Sorgen und Träume kennen und verfolgen, wie die kleinen Zufälle des Lebens einen Menschen in eine völlig neue Richtung lenken können.
    Da ist die alleinerziehende Mutter Ina und ihr Sohn Henry, das Ehepaar Arslan, Kneipenwirt Samy, der Witwer Herr Bello und die über 80-jährige Frau Schmidt – allen ist gemeinsam, dass sie auf ihre Weise einsam sind. Sie wohnen nahe beieinander, wissen aber kaum etwas voneinander. Erst eine Reihe kleiner Zufälle sowie ein Bombenfund bringen sie einander näher – und am Ende des Buches ist nichts mehr wie zuvor.

    Der Autorin gelingt es hervorragend, Atmosphäre zu schaffen und uns ihre Figuren nahzubringen. Ich habe mit ihnen mitgefiebert, mitgelitten und mitgeweint. Die Geschichte hat mich sehr berührt, denn sie zeigt, wie wichtig Gemeinschaft, Verständnis und Zusammenhalt sind. Und auch wenn in diesem Roman der Zufall immer wieder Schicksal spielt, wirkte die Handlung auf mich an keiner Stelle übertrieben konstruiert oder kitschig. Vielmehr gelingt es der Autorin, eine schöne Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefgründigkeit zu schaffen. Manchmal sind die Situationen komisch und skurril, dann wieder ernst und melancholisch. Eine solche Ausgewogenheit in der Erzählweise hinzubekommen, ist große Kunst!
    Gefallen hat mir auch die Erzählperspektive: wie immer wieder – im wahrsten Sinne des Wortes – „herausgezoomt“ wird und die Szenerie von oben, aus einer anderen Perspektive betrachtet wird, bevor wir wieder hineinzoomen in die Leben der Bewohner und sie ein Stück begleiten – von Begegnung zu Begegnung, von Moment zu Moment.

    Erwähnen möchte ich außerdem noch das wunderschöne Cover, das meiner Meinung nach perfekt zu diesem Buch passt. Denn am Ende wirkt die Wohnsiedlung nicht mehr grau und trostlos, sondern so bunt wie ihre Bewohner.

    Fazit. 'Guten Morgen, schönes Wetter heute' ist eines jener Bücher, die man mit einem warmen und glücklichen Gefühl verlässt. Für mich war dieses Buch ein echtes Highlight - Figuren, Handlung, Emotionen - hier hat einfach alles gestimmt. Unbedingte Leseempfehlung!
    Beth is dead

    Katie Bernet
    Beth is dead (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.06.2026

    Gelungenes Krimi-Retelling eines Klassikers

    Ich habe ‚Little Women‘ von Louisa May Alcott leider nie gelesen, aber zumindest die neueste Verfilmung gesehen. Daher kann ich nur einen eingeschränkten Vergleich zum Original ziehen.

    Grds. finde ich, dass das moderne Retlling dieses Klassikers gut gelungen ist. Auch die Idee, daraus einen Krimi/Thriller zu machen fand ich originell.
    Die Charaktere sind meiner Meinung nach gut getroffen und spiegeln die Charaktereigenschaften aus der Originalvorlage, angepasst an die moderne Zeit, gut wider. Dabei waren mir die vier Schwestern – mit Ausnahme von Beth – anfangs fürchterlich unsympathisch. ABER, und das gehört für mich auch zu einem guten Buch, die Figuren waren trotzdem nachvollziehbar und man versteht, warum sie so ticken, wie sie ticken. So konnte ich mich im Laufe der Handlung immer mehr mit ihnen „anfreunden” und mitfühlen. Vor allem Amy hat für mich im Laufe der Handlung eine interessante Entwicklung durchgemacht.

    Die Handlung wurde geschickt aufgebaut. Immer neue Personen treten auf, die ein Motiv hatten, Beth zu schaden – sogar ihre eigene Familie. So war es auch für mich als Leser spannend, der Handlung zu folgen und zu überlegen, was in der Neujahrsnacht geschehen sein mag. Ein bisschen blass fand ich in diesem Zusammenhang allerdings die beiden Polizisten. Alles Relevante wurde von den Schwestern aufgedeckt, was am Ende ein bisschen konstruiert wirkte. Die Auflösung (und ist bei einem Krimi nicht selbstverständlich) war für mich aber letztlich schlüssig. Am Ende des Buches wurde es noch einmal emotional, sodass alles zu einem runden Abschluss kam.

    Was mir ehrlich gesagt nicht gefallen hat – aber das ist natürlich Geschmackssache –, ist das Cover. Ich finde es super hässlich. Hätte ich nicht vorher gewusst, worum es in dem Buch geht, und eine Leseprobe gelesen, hätte ich das Buch im Handel niemals zur Hand genommen. Grundsätzlich finde ich es zwar gut, wenn das Original-Cover übernommen wird, aber hier wäre eine andere Gestaltung meiner Meinung nach ein Gewinn gewesen.

    Fazit. ‚Beth is dead‘ ist ein größtenteils spannender Jugendthriller und ein gelungenes Retelling von ‚Little Women‘. Insbesondere die Übertragung der Figuren in die moderne Zeit hat mich überzeugt, so dass ich auch über das unansehnliche Cover hinwegsehen kann ;-)
    Was dein Leben leichter macht

    Sina Haghiri
    Was dein Leben leichter macht (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.05.2026

    Psychologie einfach und spannend erklärt

    Ich war bereits von dem Buch ‚Mit Nachsicht‘ von Sina Haghiri begeistert und auch sein neuestes Werk hat mir wieder sehr gefallen.

    In 20 Kapiteln, die die Lebensbereiche Alltag, Psyche, Gesellschaft und Gesundheit abdecken, erläutert der Autor kompakt verschiedene Themen und ihre psychologischen Hintergründe und Muster. Bereits im Vorwort stellt er klar, dass es sich nicht um einen Ratgeber handelt. Vielmehr geht es ihm darum, Impulse zu setzen und zum Nachdenken anzuregen. Insofern – und das ist eigentlich mein einziger Kritikpunkt – ist der Titel meiner Meinung nach nicht ganz passend gewählt, denn er suggeriert schon eine Art Ratgeber.

    Der Untertitel ordnet den Inhalt zumindest ein wenig besser ein: Erkenntnisse, der Psychologie, um sich und andere besser zu verstehen. Und das gelingt diesem Buch meiner Meinung nach sehr gut. Der Autor bringt Fallbeispiele aus seiner praktischen Arbeit und eigenen Erfahrungen ein und ergänzt diese durch interessante Studien. Dabei ist jedes Kapitel kompakt und verständlich geschrieben. Ergänzt werden diese noch durch kleine, charmante Zeichnungen der Illustratorin Matha Kissling.

    Natürlich ist nicht jedes Kapitel für jeden gleich interessant. Das Schöne ist, dass man das Buch nicht chronologisch durchlesen muss, sondern sich die Themen „rauspicken“ kann, die für einen selbst gerade interessant sind. Überhaupt ist es kein Buch, das man mal eben wegliest – auch wenn der angenehme Schreibstil dazu einlädt. Ich würde empfehlen, nur ein Kapitel pro Tag zu lesen und sich Zeit zu nehmen, die Inhalte sacken zu lassen.

    Fazit. Wer sich für Psychologie interessiert, dem kann ich die Bücher dieses Autors nur empfehlen. Die Themen dieses Buches sind kompakt und verständlich beschrieben, mit nachvollziehbaren Fallbeispielen und ohne „Psycho-Ratgeberei“.
    Einatmen. Ausatmen.

    Maxim Leo
    Einatmen. Ausatmen. (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.05.2026

    Zwischen Ernst und Überzeichnung

    Während der Leipziger Buchmesse hatte ich die Gelegenheit, eine Lesung des sympathischen Autors Maxim Leo zu besuchen. Die Veranstaltung hat mir sofort Lust auf das Buch gemacht. Maxim Leo erzählte, dass seine Frau im Coaching-Bereich arbeitet. Insofern gelingt es ihm sehr gut, dieses Thema rüberzubringen.

    In ‚Einatmen. Ausatmen.‘ geht es um die Managerin Marlene, die zum CEO ihres Unternehmens befördert werden soll. Sie ist fachlich hochkompetent, im Zwischenmenschlichen hapert es jedoch gewaltig. Daher wird sie dazu verdonnert, zwei Wochen in der „Academy“ bei Star-Coach Alex Grow ein Achtsamkeitstraining zu absolvieren.

    Meiner Meinung nach bewegt sich die Handlung des Romans zwischen Komik und Ernsthaftigkeit. Grundsätzlich eine Mischung, die gut funktionieren kann. Leider ist diese Mischung hier aus meiner Sicht nicht ganz ausgewogen. Die Figuren sind teilweise stark überzeichnet, beispielsweise die Protagonistin Marlene. Zwar bekommt man im Laufe der Handlung einen Einblick in ihre Vergangenheit und versteht bestimmte Wesenszüge, doch zu Beginn wird sie übertrieben strukturiert, unempathisch, pedantisch und fast schon autistisch dargestellt. Dafür vollzieht sich ihre Entwicklung dann aber wiederum sehr schnell.
    Auch die „Academy“ mit den unterschiedlichen Disziplinen wirkt in der Beschreibung wie eine Persiflage auf moderne Coachingseminare. Nichtsdestotrotz ist der Therapeut Alex Grow eine ernste Figur, die an sich selbst zweifelt, mit Panikattacken zu kämpfen hat und ihre eigenen Ratschläge nicht befolgen kann.

    Zudem werden relativ viele Themen in die Handlung gepackt, die auf den gut 250 Seiten aber kaum vertieft werden. Sei es die Geschichte der emotional vernachlässigten Connie, das transgenerationale Trauma, mit dem Marlene konfrontiert wird, der Umweltaktivismus oder die Bindungsunfähigkeit von Alex. All diese Themen werden nur angerissen, und das in einem Spannungsfeld zwischen alberner Überzeichnung und ernsthafter Auseinandersetzung. Hier hat für mich die Balance nicht gestimmt.

    Fazit. Trotz der genannten Kritik habe ich das Buch gerne gelesen. Der Autor kann toll schreiben und hat es mir leicht gemacht, der Handlung zu folgen. Auch die Figuren habe ich gemocht. Nichtsdestotrotz wären etwas mehr Themenfokussierung und eine ausgewogenere Gesamtstimmung m.M.n. für das Buch besser gewesen. Meine Wertung: 3,5 Sterne.
    Alle glücklich

    Kira Mohn
    Alle glücklich (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.04.2026

    Wenn die perfekte Fassade bröckelt

    In 'Alle glücklich' geht es um die Familie Holtstein, die nach außen hin wie die perfekte Bilderbuchfamilie wirkt - doch schnell wird klar, dass hinter dieser Fassade einiges im Argen liegt.
    Vater Alex flüchtet sich in seine Arbeit und in anzügliche Fantasien gegenüber seiner Sekretärin. Mutter Nina führt neben dem Familienalltag ein heimliches Doppelleben, und auch die Kinder Ben und Emilia kämpfen jeweils mit ihren eigenen Unsicherheiten und Problemen.

    Das Buch ist in der Erzählperspektive geschrieben. Jedes Kapitel nimmt abwechselnd eines der Familienmitglieder in den Fokus. Dabei beobachtet der Leser, wie die Familie nach und nach implodiert, bis es am Ende zu einem tragischen Finale kommt.

    Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin hervorragend, die einzelnen Figuren zu porträtieren und ihre jeweiligen Entwicklungen und inneren Konflikte zu beschreiben. Ich konnte ihre Gedanken und Handlungen meist gut nachvollziehen, selbst wenn sie mir - wie im Fall von Alex - nicht unbedingt sympathisch waren. So konnte ich am Ende sogar Mitgefühl für ihn empfinden.

    Handlung und Figuren sind teilweise klischeehaft. Dennoch sehe ich darin ein, wenn auch leicht überzeichnetes, Abbild dessen, was in vielen „klassischen“ Familienkonstellationen Realität sein dürfte: eine sich über Jahrzehnte auseinanderentwickelnde Beziehung, mangelnde Kommunikation und Kinder, die sich in sich selbst zurückziehen.

    Am Ende steht die Familie an einem Scheideweg. Für die eine oder andere Figur wird zwar eine Richtung angedeutet, aber im Wesentlichen endet die Geschichte offen. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es passte zur Handlung. Außerdem mag ich gut geschriebene offene Enden generell sehr gerne, da sie bei mir als Leser nachhallen können.

    Für mich war das ein ganz starkes Buch, für das ich gerne eine Leseempfehlung ausspreche.
    The Ordeals

    Rachel Greenlaw
    The Ordeals (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.04.2026

    Dark Academy mit bekannten Erzählmustern – trotzdem spannend

    In ‚The Ordeals‘ begleiten wir die Protagonistin Sophia DeWinter. Sie ist Magiebegabt, aber durch einen Blutsvertrag an „den Sammler“ gebunden und muss für ihn Aufträge erledigen. Ihre einzige Möglichkeit auf Freiheit ist die Aufnahme an der Akademie Killmarth, in der Magiebegabte ausgebildet werden. Obwohl Sophia kaum Erfahrung mit ihrer Magie hat, gelingt ihr die Aufnahmeprüfung, auf die eine Reihe weiterer tödlicher Prüfungen - die sogenannten „Ordeals“ - folgen.

    Sophia hat mir als Figur gefallen. Im Gegensatz zu ihren Mitstudent:innen wurde sie nicht in Magie ausgebildet. Doch durch ihre Vergangenheit beim Sammler hat sie zahlreiche Fähigkeiten erworben, die ihr bei den Ordeals zugutekommen. Sie ist tough und selbstbewusst und definitiv keine „Damsel in Distress“, auch wenn der männliche Protagonist Alden zunächst das Gefühl hat, sie beschützen zu müssen. Trotz seines übertriebenen Beschützer-Gehabes war Alden einigermaßen sympathisch und im Laufe der Geschichte lernte man seine emotionale Seite kennen.

    Die Romanze zwischen den beiden… nun ja. Leider werden hier die üblichen Romantasy-Erzählmuster bedient, so dass ich vom Augenrollen fast Muskelkater bekam. Glücklicherweise hielten sich die spicy Szenen einigermaßen in Grenzen und passten in den Handlungsverlauf.

    Das Dark Academy-Setting hat mir sehr gut gefallen. Die geheimnisvolle Killmarth Academy war stimmungsvoll beschrieben. Die Atmosphäre der Prüfungen war düster und spannend, und ich habe mit Sophia mitgefiebert, ob es ihr gelingen würde, die Prüfungen zu bestehen und mit ihrer Magie zurechtzukommen. Natürlich ist diese Art von Geschichte (Academy, tödliche Prüfungen, unerfahrene, aber mächtige Hauptfigur) alles andere als neu. Aber der Autorin gelingt es m.M.n. sie spannend zu erzählen, und auch das Ende bekommt einen würdigen Cliffhanger, der Lust auf die Fortsetzung macht.

    Fazit. ‚The Ordeals‘ erfindet weder das Dark Acedemy noch das Romantasy Genre neu. Doch trotz der bekannten Erzählmotive habe ich den Roman gerne gelesen. Das Setting war stimmungsvoll, die Figuren waren mir sympathisch und ich bin ihnen gerne gefolgt. Ich freue mich auf den zweiten Band. Meine Wertung: 3,5 Sterne.
    Heartbreak Hotel

    Micol Arianna Beltramini
    Heartbreak Hotel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.04.2026

    Berührende Geschichte und schön illustriert

    In ‚Heartbreak Hotel‘ geht es um vier Teenager, deren Herz gebrochen ist und die im titelgebenden Hotel ihren Weg zur Heilung finden – jeder für sich, aber vor allem auch gemeinsam.
    Maya muss den Unfalltod ihrer Freundin Laura verkraften, in die sie heimlich verliebt war. Martin wurde von seinem Schwarm ausgelacht und gedemütigt. Fiona muss damit zurechtkommen, dass ihre beste Freundin etwas mit ihrem Freund angefangen hat. Und dann ist da noch Finn, der Freund von Laura, der sich die Schuld an ihrem Tod gibt.

    Vor allem die Schicksale von Maya und Finn haben mich berührt. Ihrer beider Beziehung zu Laura stellt am Ende auch eine Schlüsselszene der Gesamtgeschichte dar – diese war so emotional erzählt, da sind einige Tränen bei mir geflossen.
    Martin und Fiona blieben dabei leider ein bisschen auf der Strecke und ihr Weg zur Heilung verlief für meinen Geschmack zu schnell. Am Ende kehren alle vier Teenager aus dem Heartbreak Hotel zurück ins echte Leben und stellen sich dem Weiterleben.

    Sehr gut gefallen hat mir, wie die Geschichte mit der Bildsprache einer Graphic Novel transportiert wurde. Die Zeichnungen sind schön gestaltet, die Emotionen der Figuren kommen gut rüber und auch die grafische Abgrenzung des Hotels als „Nicht-Ort“ zum echten Leben war gut umgesetzt.

    Fazit. Die Geschichte der vier Protagonisten hat mich berührt und wurde einfühlsam und vor allem grafisch sehr schön erzählt. Ich persönlich bevorzuge zwar nach wie vor Geschichten in Romanform – die sind einfach ausführlicher. Hier gingen mir die Entwicklungen teilweise etwas zu schnell bzw. es fehlte mir manchmal an Tiefe. Trotzdem empfehle ich ‚Heartbreak Hotel‘ gerne weiter.
    Die Rätsel meines Großvaters

    Masateru Konishi
    Die Rätsel meines Großvaters (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.03.2026

    Charmante Figuren aber erzählerisch etwas blasser als Band eins

    ‚Die Rätsel meines Großvaters‘ ist der zweite Band einer dreiteiligen Reihe des japanischen Autors Masateru Konishi. Auch in diesem Roman stehen die junge Lehrerin Kaede und ihr Großvater im Mittelpunkt, die eine gemeinsame Leidenschaft für Krimigeschichten und Rätsel teilen.

    Bereits im ersten Band dieser Reihe - ‚Die Bibliothek meines Großvaters‘ - sehen sich die beiden mit verschiedenen rätselhaften Vorkommnissen konfrontiert, die der Großvater durch clevere Deduktionen lösen kann.
    Diese Erzählweise setzt sich auch in diesem Band fort. Die Handlung, die sich über einen Zeitraum von einem Jahr erstreckt, wird episodenhaft erzählt. Sie konzentriert sich in fünf Kapiteln auf fünf Fälle bzw. rätselhafte Ereignisse aus dem persönlichen Umfeld Kaedes bzw. ihrer Freunde.
    Ich habe die Fälle dieses Mal als nicht ganz so interessant empfunden wie im ersten Band, auch weil man diesmal nicht so richtig miträtseln konnte. Die Herleitungen des Großvaters erschienen mir teilweise etwas zu weit hergeholt.

    Der übergreifende Handlungsbogen des Buches ist die enge Beziehung zwischen Kaede und ihrem an Demenz erkrankten Großvater, dessen Gesundheitszustand sich langsam verschlechtert. Darüber hinaus steht die Freundschaft zwischen Kaede, Iwata und Shiki im Mittelpunkt. Diese Freundschaft ist sehr schön beschrieben, insbesondere die Kabbeleien zwischen Iwata und Shiki sind amüsant. Am Ende des ersten Bands offenbart Kaede ihrem Großvater, dass sie sich verliebt hat. Auch Iwata und Shiki sind beide an Kaede interessiert und haben einen Pakt miteinander geschlossen, sie entscheiden zu lassen. Etwas genervt hat mich allerdings, dass es zu keiner Entscheidung kommt und die Leser bis zum Ende nicht erfahren, für welchen der beiden Männer Kaedes Herz schlägt. Hier muss man wohl auf Band drei warten.

    Fazit. ‚Die Rätsel meines Großvaters‘ knüpft an die Erzählweise des ersten Bandes an. Die Fälle waren dieses Mal für mich jedoch nicht ganz so interessant. Die persönlichen Beziehungen der Protagonistin Kaede zu ihrem Großvater und ihren Freunden waren grundsätzlich schön beschrieben. Insgesamt habe ich das Buch aber als etwas schwächer als den ersten Teil empfunden. Ich freue mich trotzdem auf Band drei.
    Das White Octopus Hotel

    Alexandra Bell
    Das White Octopus Hotel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.03.2026

    Ein atmosphärischer Zeitreise-Roman mit emotionaler Tiefe

    Der Roman ‚Das White Octopus Hotel‘ hat mir auf so vielen Ebenen gefallen. Da ist zum einen das Zeitreise-Thema… ich liebe Zeitreisegeschichte. Auch das Setting im luxuriösen Grand Hotel mit seinen geheimen Räumen und magischen Gegenständen war zauberhaft und hat der Geschichte eine tolle Atmosphäre verliehen.

    Und dann sind da natürlich noch die beiden Protagonisten Eve und Max, deren Schicksale sich im Laufe der Zeit mehrfach miteinander verflechten und die mich sehr berührt haben. Eve kämpft ihr ganzes Leben mit einer Tragödie aus ihrer frühen Kindheit, für die sie sich die Schuld gibt. Max hat im Krieg Grauenhaftes erlebt und ist als einziger Überlebender seiner Einheit zurückgeblieben. Trauer, Schuld und Scham ziehen sich durch die Geschichte und geben der Handlung einen ernsten Ton.

    Wir erleben aber auch viel Magie und zauberhafte Momente. Die Handlung war spannend und, wie es sich bei Zeitreisegeschichten gehört, mysteriös mit „Knoten-im-Kopf“ Potential. Es hat mir viel Freude gemacht, Eve und Max zu begleiten, das Rätsel um das White Octopus Hotel und der geheimnisvollen Familie Roth zu lösen.

    Am Ende ging es mir allerdings fast ein bisschen zu schnell. Die „Auflösung“ und ihre Folgen passierten in den letzten Kapiteln und wirkten leider etwas gehetzt. Hier hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht.
    Der Comic-Club

    Scott Mccloud
    Der Comic-Club (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.03.2026

    Wie aus Ideen Comics werden

    In ‚Der Comic-Club‘ geht es um vier Kinder, die Comics lieben. Makyla denkt sich gerne epische Geschichten aus, weiß aber nicht, wie sie diese strukturiert zu Papier bringen soll. Howard zeichnet gerne, hat aber keine Ideen für eine Handlung. Lynda ist schüchtern und zweifelt daran, ob ihre Zeichnungen gut genug sind. Und Art möchte am liebsten alles auf einmal ausprobieren. Gemeinsam gründen die vier den Comic-Club. Unterstützt werden sie von der Bibliothekarin und Comic-Fan Fatima, die ihnen und den Lesern das Handwerk des Comic-Zeichnens näherbringt.

    Mir hat die Idee hinter dem Buch sehr gefallen: Ein Comic über Comics. Altersgerecht und eingebunden in eine Rahmenhandlung wird erläutert, was zum Erstellen eines Comics dazugehört. Die Themen Mimik, Körpersprache, verschiedene Zeichenelemente und die Seitengestaltung werden anschaulich erklärt. Gerade für Kinder, die Comics lieben und vielleicht sogar selbst gerne zeichnen, ist das ein tolles Buch, um tiefer in die Materie einzusteigen. Ergänzt wird die Comic-Geschichte noch durch einen umfangreichen Anhang mit Glossar, einer Auflistung von Berufen rund ums Comiczeichnen und einer Beschreibung der Entstehung des Buches.

    Fazit. ‚Der Comic-Club‘ ist ein sehr schönes Buch für Kinder, die sich für Comics und ihre Entstehung interessieren. Die Figuren mit ihren unterschiedlichen Vorlieben bieten Identifikationspotenzial. Positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass im Buch deutlich wird, dass Comics nicht nur „Kinderkram“ sind, sondern eine ernstzunehmende Form der Geschichtenerzählung.
    Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand

    Baek Seungyeon
    Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2026

    Die Magie des geschriebenen Wortes

    ‚Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand‘ ist ein stilles Plädoyer für das Briefeschreiben für das Innehalten und dafür, sich selbst und den eigenen Gedanken Raum zu geben - ein schöner Kontrast zu unserer schnelllebigen Zeit, in der das Leben in so vielen Bereichen digital stattfindet.

    Wir begleiten die Protagonistin Hyoyeong, die ihr Studium abgebrochen hat und sich aufgrund einer schwierigen familiären Situation unsicher und etwas haltlos fühlt.
    Der Briefladen, in dem sie zu arbeiten beginnt, hilft ihr, zur Ruhe zu kommen und über sich und ihr Leben nachzudenken. Es war schön zu lesen, wie die Atmosphäre des Ladens nicht nur auf Hyoyeong, sondern auch auf die vielen Kunden des Briefladens eine positive Auswirkung hat.

    Die Geschichte hat keinen großen Handlungsbogen. Zwar sind Hyoyeongs Familie und der Konflikt mit ihrer Schwester Themen, die sich durch das Buch ziehen, aber ansonsten sind die Kapitel eher episodenhaft und erzählen von den Menschen, die den Briefladen besuchen und ihren individuellen Lebenssituationen. Das hat mir gut gefallen. Der Roman ist ruhig und entschleunigend, ganz wie das Schreiben von Briefen.

    Ich fand das Personenverzeichnis am Anfang des Buches sehr hilfreich. Besonders gut fand ich, dass darin auch Hinweise zur Aussprache der koreanischen Namen gegeben wurden. Dank dieser Übersicht konnte ich mich schnell in dem Buch und seinen Figuren zurechtfinden.

    Fazit. ‚Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand‘ ist ein ruhiges Buch, das die positive Wirkung des geschriebenen Wortes herausstellt. Wir begegnen verschiedenen Figuren, deren Leben sich durch die Briefe gegenseitig berühren. Leseempfehlung.
    Mathilde und Marie

    Torsten Woywod
    Mathilde und Marie (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.01.2026

    Eine ruhige und unaufgeregte Geschichte

    ‚Mathilde und Marie‘ spielt im belgischen Dorf Redu, das zwar nur knapp 400 Einwohner, dafür aber rund 20 Antiquariate und Buchhandlungen hat. Die Personen und die Handlung der Geschichte sind fiktiv, das Dorf selbst gibt es jedoch wirklich. Man merkt, dass der Autor Torsten Woywod mit diesem Buch dem Ort, dem Lesen und den Buchhändlern ein Denkmal setzen möchte.

    Mir hat die Atmosphäre des Buches sehr gefallen. Ich konnte mir Redu gut bildlich vorstellen: der Ort, die Menschen, alles ist auf eine heimelige, urige, naturbelassene und entschleunigte Weise beschrieben.
    In diesen Ort verschlägt es Marie, eine junge Frau Mitte zwanzig, die nach einem Schicksalsschlag überstürzt aus Paris geflohen ist. Im Zug wird sie von der Buchhändlerin Jonina „aufgelesen“ und nach Redu eingeladen.

    Auch Maries Entwicklung hat mir gut gefallen. Im Laufe der Tage, die zu Wochen und schließlich zu Monaten werden, entwickelt sich die orientierungs- und perspektivlose Studentin zu einer selbstbewussten Frau, die zu sich selbst findet. Dabei nimmt sie großen Einfluss auf das Dorf, seine Einwohner und insbesondere auf die verschlossene Mathilde.
    Diese Entwicklung ist schon ein bisschen kitschig, vor allem die Freundschaft zwischen Marie und Mathilde, die sich recht schnell vertieft. Trotzdem hat es Freude gemacht, die beiden Frauen auf ihrem Weg zu begleiten.

    Die Geschichte ist ruhig und unaufgeregt. Zwar gibt es das eine oder andere Vorkommnis, jedoch keine krassen Plot Twists oder dramatischen Wendungen. Manche Leser mögen das als langweilig oder langatmig empfinden. Mir hat ein solch ruhiges Buch zur Abwechslung jedoch sehr gut getan.

    Gefremdelt habe ich aber mit dem Schreibstil des Autors, denn auch wenn es ihm gelingt, die Atmosphäre des Ortes und der Natur gut einzufangen, klingen die Dialoge der Figuren leider sehr gestelzt und wenig authentisch. Beim Lesen habe ich mir oft gedacht: „So redet doch keiner.“ Das fand ich schade, denn es ist mir wirklich negativ aufgefallen.
    Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1)

    Anja Fislage
    Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.01.2026

    Fantastische Kryptiden und wo sie zu finden sind...

    Das Buch punktet schon mal durch seine tolle Optik. Das Cover sieht fantastisch aus und macht sofort Lust aufs Lesen. Auch im Inneren gibt es viele schöne Details. Da die gesamte Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Smeralda geschrieben ist, wirkt das gesamte Buch wie ein Tagebuch. Es enthält Fußnoten, Seitenbemerkungen, Zeichnungen und Fotos. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es lockerte den Text auf und hat mir viel Freude beim Lesen bereitet. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es auch ablenken kann, da es den Lesefluss unterbricht. Das ist sicherlich eine Frage der Leseerfahrung.

    Ich würde das Buch Kindern ab 12 Jahren empfehlen, die gerne und viel lesen. Die Kapitel sind teilweise recht lang, auch wenn sie meist in einzelne Abschnitte unterteilt sind. Der Schreibstil ist an sich witzig, denn Smeralda sieht sich als „ernstzunehmende Wissenschaftlerin”, hat aber gleichzeitig mit den Nöten und Pflichten einer Zwölfjährigen zu kämpfen. Man muss sich an diese manchmal etwas gestelzt wirkende Erzählweise aber erst gewöhnen.
    Auch wenn sich am Ende alles zum Guten wendet, würde ich das Buch nicht für ängstliche Kinder empfehlen. Die Handlung ist nicht nur spannend, sondern teilweise auch ziemlich gruselig, grausam und traurig.

    Als erwachsene Leserin war ich schnell versucht, der Protagonistin Smeralda das Label „autistisch“ aufzudrücken, denn sie tut sich schwer mit menschlicher Interaktion und Emotionen und ist hyperfokussiert auf ihr Spezialinteresse. Aber das ist meine erwachsene Sicht. Ich glaube nicht, dass die Autorin es darauf angelegt hat, und auch Kinder werden beim Lesen noch nicht in diesen „Schubladen“ denken. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Kinder im neurodivergenten Spektrum in Smeralda eine Identifikationsfigur sehen.

    Erwähnenswert ist außerdem, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt - einige Aspekte bleiben am Ende offen. Band 2 ist für Herbst 2026 angekündigt.
    Das Jahr voller Bücher und Wunder

    Libby Page
    Das Jahr voller Bücher und Wunder (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.12.2025

    Ein Buch fürs Herz

    Das Cover von ‚Das Jahr voller Bücher und Wunder‘ ist ein absoluter Hingucker und hat mich sofort angesprochen.

    In diesem Roman begleiten wir die Protagonistin Tilly über einen Zeitraum von einem Jahr. Zu Beginn der Handlung steckt sie in tiefer Trauer, denn sie hat vor einem halben Jahr ihren Mann Joe verloren. Dieser hat vor seinem Tod noch ein besonderes Geschenk für sie arrangiert. Jeden Monat erhält sie ein Buch mit einem Brief von ihm. So begleiten die Bücher Tilly durch den Trauerprozess und holen sie Stück für Stück ins Leben zurück.

    ie Ausgangssituation ist etwas konstruiert und es passieren in der Handlung (zu) viele glückliche Zufälle, aber darüber konnte ich hinwegsehen, weil mir Tillys Geschichte sehr gut gefallen hat. Es war berührend zu sehen, wie jedes Buch Tilly dabei hilft, ihre Trauer zu verarbeiten und wieder Freude in ihr Leben zu lassen. Hier fand ich die Botschaft sehr schön, welche positive Wirkung Bücher bzw. das Lesen haben kann.

    Tilly war eine sehr sympathische Figur. Aber auch die anderen Charaktere der Handlung haben mir gefallen, allen voran Buchhändler Alfie. Natürlich war von Kapitel eins an klar, dass die beiden zueinanderfinden würden. Aber der Romance-Plot wurde behutsam aufgebaut und gipfelte auf den letzten Seiten in einem - zugegebenermaßen etwas kitschigen, aber herzerwärmenden - Happy End.

    Fazit. Obwohl das Coverdesign es suggeriert, ist ‚Das Jahr voller Bücher und Wunder‘ eigentlich kein Weihnachtsbuch. Allerdings ist es genau das richtige Buch für diese Jahreszeit – eine Story fürs Herz, ein bisschen kitschig, aber trotzdem schön.
    Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten

    Davide Morosinotto
    Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.12.2025

    Historisch spannend, aber emotional und charakterlich blass

    ‚Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten‘ ist ein Kinder-/Jugendbuch, das ab 12 Jahren empfohlen wird. Es handelt sich um eine interessante Mischung aus historischer und Krimigeschichte. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor den real existierenden und bis heute nicht gelösten Fall des Kaspar Hauser in seine Geschichte verwoben hat. Die Mischung aus historischen Fakten und fiktiver Neuinterpretation fand ich sehr gelungen.

    Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit den Figuren. Leider ist mir kaum eine der Figuren der Geschichte wirklich nah gegangen. Protagonistin Grata blieb für mich blass und profillos. Außerdem hat mich gestört, dass ihr Verhalten meiner Meinung nach nicht zu einem 14-jährigen Mädchen passte. Auch die anderen Figuren konnten mich nicht überzeugen. Teilweise empfand ich sie als sehr unsympathisch, beispielsweise Oskar.
    Ich fand den Aufbau der Handlung überwiegend gelungen, wie sich Greta und ihr Vater nach und nach dem Mysterium um Kasper Hauser und die Drohungen gegen ihn nähern. Die Auflösung war zwar nachvollziehbar, ich empfand sie für diese Altersempfehlung jedoch als zu grausam.

    Positiv hervorheben möchte ich die stimmungsvolle Gestaltung des Covers und die schönen Illustrationen im Inneren des Buches. Sie ergänzen den Text sehr gut und verleihen der Geschichte eine zusätzliche historische Atmosphäre.

    Fazit. ‚Greta Grimaldi‘ konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Zwar wird die Geschichte interessant erzählt und schön illustriert, auch die Einbeziehung realer historischer Ereignisse ist gelungen. Die Figuren bieten für ein Jugendbuch aber m. M. n. kaum Identifikationspotenzial und das Ende halte ich, gerade für sensible Kinder, für zu grausam.
    In den Scherben das Licht

    Carmen Korn
    In den Scherben das Licht (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.11.2025

    Hoffnung zwischen Trümmern

    Von Carmen Korn habe ich bereits die Jahrhundert-Trilogie mit großer Begeisterung gelesen. Auch ‚In den Scherben das Licht‘ hat mir gefallen, wenngleich es nicht ganz an die Trilogie herankam.
    Auch dieser Roman spielt in Hamburg und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Im Oktober 1946 begegnen wir den drei Protagonisten Giesela, Gert und Friede und begleiten sie bis Dezember 1955.

    Neben den drei genannten Figuren treten noch diverse weitere auf, deren Schicksale die Autorin geschickt miteinander verknüpft. Gerade diese interessante Verflechtung der Figuren miteinander und wie sie nach und nach zu einer „Wahlfamilie“ zusammenfinden, hat mir sehr gefallen, auch wenn nicht jeder Charakter mit gleich viel Tiefe erzählt wird. Glücklicherweise war es für mich kein Problem, den Überblick über die Figuren und ihre Beziehungen zueinander zu behalten. Ich kann mir aber vorstellen, dass das nicht für jeden einfach ist. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen.

    Die Autorin hat eine außergewöhnliche Erzählweise: Die einzelnen Kapitel haben eine zeitliche Einordnung von Monat und Jahr und bestehen aus Abschnitten, in denen jeweils eine Momentaufnahme einer oder mehrerer Figuren erzählt wird. Manchmal liegen zwischen den Kapiteln nur ein Monat, manchmal aber auch ein Jahr.
    Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin trotz – oder vielleicht sogar wegen – dieser schnappschussartigen Erzählweise sehr gut, Atmosphäre aufzubauen. Gerade die ersten Kapitel der Nachkriegsjahre waren sehr bildhaft und nachfühlbar erzählt.

    Ich empfand das Pacing allerdings als nicht ganz ausgewogen. Während die Geschichte in der Mitte eher langsam voran ging, reihten sich die Ereignisse gegen Ende Schlag auf Schlag aneinander. Das hätte etwas ausgewogener sein können. Die Begegnung auf der letzten Seite hat mich jedoch sehr gerührt und war für mich ein perfekter Abschluss.

    Eine Kleinigkeit, die mich gestört hat, ist, dass Cover und Buchrücken leider nicht zur Gestaltung der anderen Bücher von Carmen Korn passen, obwohl sie im selben Verlag erschienen sind. Bei der Jahrhundert-Trilogie und der Drei-Städte-Diologie wurde auf ein passendes Design geachtet. Das hätte ich mir auch hier gewünscht.
    1 bis 25 von 57 Rezensionen
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