Herrliches Lesevergnügen mit einem äußerst schrägen Trio
Wie schon mit seiner „Donnerstagsmordclub“-Reihe liefert Richard Osman auch mit „Wir finden Mörder“ ein herrliches Lesevergnügen mit sehr schrägen, aber absolut liebenswürdigen Charakteren. Da ich den ersten Band dieser Reihe leider noch nicht gelesen habe, musste ich mich mit dem Ermittlertrio bestehend aus der superreichen, alternden Krimiautorin Rosie, dem pensionierten Polizisten Steve und der ehemaligen Personenschützerin Amy erst anfreunden, was dank ihres wundervoll trockenen Humors sehr schnell gelang. Wie beim Donnerstagsmordclub stehen die auf positive Art überzeichneten Charaktere und die häufig äußerst trockenen Dialoge weit mehr im Mittelpunkt als die eigentlichen Mordfälle und verursachen immer wieder ein Schmunzeln. Dennoch ist der Fall durchaus spannend, lädt zum Miträtseln ein und überrascht am Ende durch die eine oder andere Pointe. Wer den Donnerstagsmordclub liebt, wird auch von diesem Buch begeistert sein.
Auch wenn man als Stammleser des Donnerstagsmordclubs einige Parallelen zwischen den Protagonisten entdeckt (oder das zumindest glaubt), ist es Richard Osman dennoch hervorragend gelungen, davon unabhängig noch eine weitere ebenso unterhaltsame Krimiwelt zu erschaffen, die vom Setting völlig anders daher kommt. Allerdings habe ich während des Lesens bereits mehrfach gedacht, dass die beiden Reihen zukünftig auch verknüpft werden könnten, indem Rosie oder Steve irgendwann in die Seniorenresidenz Coopers Chase einziehen und dort Bekanntschaft mit dem Donnerstagsmordclub machen. Obwohl dies sicherlich noch etwas dauern wird, deutet sich jedoch am Ende von „Wir jagen Schatten“ eine Verbindung über einen Nebencharakter an und wir dürfen gespannt sein, wer da in den folgenden Bänden beider Reihen eine Rolle spielen wird.